In der Gegend rund um den Marsh Lake verschwinden seit einiger Zeit immer wieder Menschen spurlos. Verantwortlich dafür ist der verrückte Professor Vornoff, der in den Keller-Räumen des verlassen geglaubten Willow-Hauses daran arbeitet, eine Rasse von atomaren Supermenschen zu erschaffen. Ergebnis seiner Experimente ist unter anderem auch ein überdimensionaler Killer-Oktopus, dem er von seinem tumben Faktotum Lobo ständig neue Opfer zuführen lässt. Die Reporterin Janet Lawton ist den unheimlichen Vorgängen im Sumpf allerdings schon auf der Spur, und im Schlepptau hat sie ihren Freund, den Polizisten Dick Craig, der sich bald schon daran macht, Vornoffs Machenschaften zu durchkreuzen... Trotz oftmals zweifelhafter Auswahl muss man vor dem Fernseh-Sender Arte und seiner Trashfilm-Reihe irgendwie schon den Hut ziehen, denn wer sonst würde sich schon entblöden, einen alten Ed Wood-Heuler im englischen Original mit Untertiteln zu zeigen? Hinter dem TV-Titel "Die Rache des Würgers" verbirgt sich dann auch nichts anderes als "Bride of the Monster", der vermutlich beste Film, den Wood je auf die Reihe bekommen hat, und damit folglich auch ein wichtiges Mosaik-Steinchen im Schaffenswerk des anerkannt "Schlechtesten Regisseurs aller Zeiten", dessen Œuvre erst mit einigen Dekaden Verspätung im Zuge des Tim Burton-Bio-Pics unter Mainstream-Zuschauern zu einiger Bekannt- und Beliebtheit gebracht hat. Abgesehen von einigen Momenten inspirierten Wahnsinns, die aus der (man traut es sich kaum zu sagen) relativ soliden Inszenierung herausragen, entpuppt sich "Die Rache des Würgers" zur allgemeinen Überraschung als ziemlich passables Horrorfilmchen, das nicht wirklich groß gegenüber der Vielzahl von billig hergestellten B-Movies der 40er- und 50er-Jahre abfällt. Mit einer produktionstechnischen Katastrophe wie "Plan 9 from Outer Space" hat man es hier demnach nicht zu tun, weswegen sich der ganz große Spaß auch nicht einstellen will, denn dazu ist das alles im Rahmen seiner bescheidenen Möglichkeiten doch zu "kompetent" gemacht. Will sagen, die Pappmaché-Kulissen wackeln hier nicht öfters als anderswo. Sogar der augenfällige Einsatz von Stock-Footage (ein echtes Wood-Trademark) fällt nicht besonders störend ins Gewicht, denn dazu sind die Aufnahmen zu sorgfältig und einigermaßen logisch in das selbstgedrehte Material montiert worden. Lediglich die Auftritte des völlig unbeweglichen Gummi-Oktopus, der, wenn man der Legende glauben will, von Wood und seiner Crew nach Feierabend aus den Lagern der Republic Pictures-Studios geklaut wurde, lassen das Herz eines jeden Schundfilm-Fans höher schlagen. Der völlig abgewrackte Bela Lugosi ergreift die Chance, die ihm diese abgetakelte Mad Scientist-Mär bietet, jedenfalls beim Schopf, und liefert zum Ende seiner Karriere noch mal eine Glanzleistung in Sachen exaltiertem Overacting ab, wenn er auch die blödsinnigsten Monologe mit einer mimischen Grandesse runterleihert, die einem echt Respekt abnötigt. Böse Zungen würden behaupten, der Mann war nie besser... und ich tu’s auch, weil ich eine gemeine Sau bin. Seinen hölzernen Auftritt als "Dracula" in Todd Brownings überschätzter Universal-Adaption von 1931 kann die alte Morphium-Leiche locker wettmachen und sogar an seine Leistung aus "White Zombie" anknüpfen, nur dass der Film eben ernsthaft gut war. Ed Wood-Mainstay Tor Johnson stapft derweil als debiles Monster durch die Sets und reißt exakt denselben plumpen Part runter, wie schon in den anderen Streifen des Meisters, und über den Anblick freut man sich ja immer. Der restliche Cast ist nicht weiter nennenswert, insbesondere Helden-Nulpe Tony McCoy, der die Hauptrolle nur zugeschanzt bekam, weil sein Vater der im Scheitern befindliche Produktion im Gegenzug eine ordentliche Finanz-Spritze verpasst hatte. Fazit: Reine Schlock-Horror-Mischung mit ein paar beachtlichen atmosphärischen Sequenzen und einer memorablen Performance Lugosis. Der Beömmel-Faktor ist trotzdem ausreichend hoch, so isses nicht...
6/10