Na wenn das mal nicht die ultimative TV-Serie für alle Horrorjunkies ist. Da treffen sich 13 der (angeblich) größten und beliebtesten Horror-Regisseure in einer Serie und stellen allesamt völlig eigenständige Beiträge auf die Beine, die dann unter dem Titel "Masters of Horror" im Fernsehen ausgestrahlt werden. Ungekürzt und unzensiert, mit Geschichten über Geister, Monster, Mythen und Mysterien. Mick Garris, der schlaue Fuchs dem diese eigentlich grandiose Idee eingefallen war, wurde schnell zu einem angesehenen Mann unter den Horrorfreaks und die Vorfreude war einfach riesig. Vielleicht zu riesig, denn nachdem man sich nun endlich alle 13 Episoden der ersten Staffel angesehen hat kommt die große Ernüchterung. Denn wirklich Meisterhaft sind hier nur die wenigsten Geschichten, einige sind sogar erschreckend mies geraten.
Doch bevor ich mich an das Besprechen der einzelnen Geschichten mache, erst einmal ein paar Worte zum Drumherum, genauer gesagt zum Vorspann, denn mehr Drumherum gibt es sonst nicht. Dieser ist zumindest sehr stimmig ausgefallen und klingt den Horrorfreund jedes Mal aufs Neue auf das ein, was da wohl jetzt gleich kommen mag. Man sieht tropfendes Blut, welches auf eine weiße Oberfläche fällt, ein Kreutz, gruselig anmutende Puppenköpfe, die auch noch zwinkern, und vieles mehr. Alles wunderbar verpackt in tolle visuelle Effekte und untermahlt mit einem wirklich eindringlichen Score. Der Eingang bildet jedenfalls schon mal ein klares Highlight. Schade nur, dass eben die meisten Episoden da nicht mithalten können.
Und somit komme ich jetzt nun zu den Besprechungen der einzelnen Episoden. Doch dazu noch ein paar Hinweise in eigener Sache:
1. Alle Episoden wurden zu unterschiedlichen Zeitpunkten (im Zeitraum von Mitte März - Anfang Juli) besprochen. Einige habe ich sofort nach dem Anschauen geschrieben, bei anderen liegen mitunter einige Tage dazwischen. Daher ist auch der Aufbau der einzelnen Besprechungen durchaus unterschiedlich. Des weiteren bin auch nicht nach der Reihenfolge der US-Ausstrahlung gegangen, sondern nach den VÖ-Terminen der Verleihscheiben. Alle Besprechungen basieren somit auf den Verleihscheiben von Splendid.
2. Ich habe mich bei allen Besprechungen bemüht sie möglichst kurz und kompakt zu halten, da ich der Meinung bin, dass 13 überlange Besprechungen mitunter nicht nur fehl am Platze sind, sondern auf die Dauer auch ermüden könnten, was ich aber vermeiden möchte. Desweiteren habe ich auch auf eine direkte Einleitung verzichtet, jede Besprechung fängt mit einer kurzen Inhaltsangabe an.
3. Jede Episode habe ich einzeln benotet und die Gesamtnote dann aus der Gesamtzahl der Punkte durch 13 errechnet. Da man die einzelnen Geschichten allesamt nicht miteinander vergleichen kann, ist es sowieso sehr mühsam überhaupt ein Gesamtfazit zu ziehen und ich denke mal, so kann man noch am besten erkennen, welche Episoden man, aus meiner Sicht, nicht verpassen sollte, und welche man getrost links liegen lassen darf.
Und nun viel Spaß beim schmökern!
Mick Garris - Chocolate
Ein Mann, Jamie, bekommt eines Tages mysteriöse Visionen von einer Frau und ihrem Leben. Für Minuten lang kann er sich nicht bewegen und fühlt in seinen Visionen das Leben der mysteriösen Frau so, als wäre es sein eigenes. Bis hin zu den Sinnen des Schmecken und Fühlens durchlebt er dabei jede Faser des Lebens dieser Frau. Um dem Spuk auf die Schliche zu kommen, beginnt er deshalb zu recherchieren und folgt einer heißen Spur. Doch als er schließlich die Frau aus seinen Visionen aufspüren kann, erfährt er ein dunkles Geheimnis und es kommt zum blutigen Showdown.
"Chocolate" ist die erste Episode der "Masters of Horror" Reihe, zumindest bei der Reihenfolge des dt. Anbieters Splendid, die mit Regisseur (und Iniziator der MoH-Serie) Mick Garris beginnt, der u.a. für Stephen King-Verfilmungen wie "Schlafwandler" und "The Stand" zuständig war. Leider aber ist dieser Start eher als misslungen zu betrachten, denn "Chocolate" ist ein ziemlich langweiliges und einfältiges Stück Horror geworden. Schon die Story mutet nicht sonderlich spannend an und das Drehbuch ist bis zum unbefriedigendem Ende sehr zerfahren und unlogisch ausgefallen und drückt sich zudem um jede Erklärung herum. Der Zuschauer erfährt weder die Gründe der merkwürdigen Vorfälle, noch warum es nun gerade Jamie trifft, der diese Visionen hat. Zwar ist das Anziehen der Spannungsschraube schon ab und an mal spürbar und die langsam aber stetig aufkommenden Spuren und Hinweise, auf den möglichen Ausgang der Story, kann man auch nicht übersehen, doch am Ende bleibt eben trotzdem nichts übrig, was einen irgendwie befriedigen könnte oder gar plausibel wäre. Da hätte man sich doch noch einiges mehr einfallen lassen können, denn das Potenzial ist durchaus vorhanden.
Was die Inszenierung angeht, so hält sich das Ganze dafür aber auf gutem TV-Niveau. Die Musikauswahl ist ansprechend, die Special Effekte sehen ganz nett aus, die wenigen Bluteffekte können überzeugen und auch sonst hat man sich bemüht eine ansprechende Arbeit abzuliefern, die durchaus auch für einige atmosphärische Stellen gut ist. Das zerfahrene Drehbuch kann sie aber nicht retten.
Genauso wenig wie die Darsteller, die leider ebenfalls nicht sonderlich überzeugen können. Hauptdarsteller Henry Thomas ist als Visions-Geplagter nicht sonderlich glaubwürdig geraten und wirkt die ganze Zeit über recht gelangweilt. Und auch Matt Frewer hat man schon viel öfter wesentlich besser gesehen. Ach und über die Nebendarsteller sollte man am besten gar kein Wort verlieren.
Fazit für Chocolate: Relativ langweiliger und völlig zerfahrener (deutscher) Einstand in die "Masters of Horror"-Reihe, der vor allem durch sein löchriges Skript und seinem nichtssagenden Finale, in kaum einer Weise zu überzeugen vermag. Am Ende des ganzen Treibens bleiben zu viele Fragen unbeantwortet, da man sich leider nicht die Mühe gemacht hat, das konfuse Treiben zu erklären. Die Inszenierung kann da zwar einiges retten und leichte Anflüge von Spannung und Atmosphäre sind auch nicht zu leugnen, doch unterm Strich darf man diese Episode der großen 13 ruhig verpassen, zumal auch die Darsteller schon bessere Tage erlebt haben. So schwach hätte die Reihe bei uns jedenfalls nicht beginnen dürfen! (4/10)
John Carpenter - Cigarette Burns
Ein junger Kinobetreiber wird von einem Filmsammler beauftragt, ein ganz seltenes Stück Zelluloid aufzutreiben, um das sich viele Legenden drehen. Angeblich soll der Film die Menschen verrückt machen und wurde deshalb nach seiner Uraufführung nie wieder gezeigt. Aufgrund der gigantischen Prämie von 200.000 $ macht sich der Kinobetreiber also auf, um das mysteriöse Stück aufzuspüren. Doch schon bald merkt er, dass die Legenden stimmen und schon dem der den Film nur finden will, verrückt werden lässt. Eine blutige Odyssee beginnt.
Nachdem schwachen Start von Mick Garris macht John Carpenter, der mit Filmen wie "Halloween" oder "The Fog" früher grandiose Erfolge feierte in letzter Zeit aber auch viel Schrott ablieferte, nun beim hiesigen zweiten Streich der Horror-Reihe nahezu alles richtig. Die Story klingt zwar auf den ersten Blick ein wenig trashig, doch sie entpuppt sich als clever durchdachtes und dem Horror-Genre absolut ebenbürtiges Skript, dass von der ersten bis zur letzten Minute für Spannung sorgt. Die Suche nach dem Film entpuppt sich nicht nur für den Protagonisten als grausam, auch der Zuschauer kann sich durchgehend davor fürchten, im positiven Sinne, was da wohl als Nächstes kommt. Vorhersehbar ist die Geschichte kaum und die Handlung so fantasiereich und interessant gestaltet, dass einem die 60 Minuten Film (leider) wie im Fluge vergehen. Zwischendurch lassen die Drehbuchschreiber Scott Swan und Drew McWeeny zudem immer wieder ein paar deftige Spitzen gegen die flachgebügelte Ware aus Hollywood los, so das sogar manch Hollywood-kritischer Arthouse-Zuschauer seine Begeisterung finden dürfte. Dazu ein knackiges Finale und das Ganze ist geritzt.
In Sachen Inszenierung bekommt man ebenfalls typische Carpenter-Qualität geboten, so wie man sie sich von ihm nur wünschen kann. Angefangen bei der herrlich düsteren Ausleuchtung des Films, über die tolle Kulissenauswahl und einem, Carpenter-typischen, grandiosen Score, der durch seine minimalistischen Klänge wirklich eine großartige Stimmung und Atmosphäre erzeugt und eiskalt auf den Zuschauer einwirkt. Größtes Lob gebührt allerdings den Machern der Make-Up-Effekte, die hier, ganz in Tradition der "Tales from the Crypt"-Reihe, ein paar deftige Splattereffekte auf den Zuschauer loslassen, die man nie und nimmer in einer TV-Serie vermutet hätte. Über die bestialische Enthauptung einer Frau, bis hin zu Gedärmen im Filmprojektor sind hier einige wirklich deftige Effekte mit an Board, die man aber in der deutschen Fassung nur angedeutet bekommt. Zumindest diesen Film sollte man daher in der hiesigen Version meiden.
Darstellerisch steigert sich "Cigarette Burns" ebenfalls gegenüber "Chocolate", wobei es allerdings auch dieses mal nicht unbedingt die Leistungen gibt, die man von den jeweiligen Darstellern erwarten könnte. Norman Reedus macht, in der Rolle des langsam verrückt werdenden Kinobetreiber, zwar noch eine ganz ansehnliche Figur, aber in Filmen wie "Blade II" oder "8MM", hat man ihn doch schon besser gesehen. Dazu Udo Kier, ebenfalls nicht viel besser als "annehmbar" und weit entfernt von seinen früheren Leistungen. Schade eigentlich. Aber na ja, wir wollen bei einer TV-Serie mal nicht so streng sein!
Fazit für Cigarette Burns: Spannend, atmosphärisch, blutig und mit einer durch und durch cleveren Geschichte, die nicht nur für wunderbare Horror-Stimmung beim Zuschauer sorgt, sondern auch mit seinen kritischen Sprenkeln gegen Hollywood, ziemlich genau den Geist des anspruchsvollen Horror-Freaks trifft. Knackige Gore-Effekte und eine atmosphärisch dichte Inszenierung, ergeben wirklich exzellent wirkende 60 Minuten Film, die maximal von den durchschnittlichen Darstellerleistungen ein wenig geschmälert werden. Dieses "Master of Horror"-Stück sollte jedenfalls nicht in der heimischen Horrorsammlung fehlen! (8,5/10)
Dario Argento - Jenifer
Als Polizist Frank Spivey eines Tages einen Vorfall betrachtet, bei dem ein Mann ein junges Mädchen, Jenifer, mit einem Hackebeil erschlagen will, greift er beherzt ein und rettet das Mädchen. Und obwohl Jenifer ein völlig deformiertes Gesicht hat, adoptiert Frank sie. Doch schon bald soll er erkennen, dass die Tötung des Mädchens viel besser für alle Beteiligten gewesen wäre, denn Jenifer entwickelt sich zur blutrünstigen Bestie.
Mit "Jenifer" gibt nun auch Italiens Horrorspezialist Nr. 1, Dario Argento, seinen Beitrag zur "Masters of Horror"-Reihe ab. Der Mann der hinter modernen Klassikern wie "Suspiria" oder "Profondo Rosso" steht, bringt auch dieses mal wieder blutrünstigen Splatter und knackige Atmosphäre unter einen Hut. Dennoch bleibt "Jenifer" unterm Strich hinter den meisten Arbeiten Argentos zurück. Das liegt zum einen an der nicht allzu ausgeklügelten Geschichte, die selbst für Horrorverhältnisse recht dünn geraten ist und für Argento auch ungewohnt trashig daherkommt, wenn auch noch bei weitem nicht so schlimm, wie beim (gleich besprochenen) Beitrag von Landis. Zum anderen braucht seine Geschichte auch unnötig lange um in Fahrt zu kommen und bietet alles in allem höchstens Stoff für gut 40 Minuten Film. Alles wirkt etwas künstlich aufgeblasen, um auf die angepeilten 55-60 Minuten zu kommen, die ja jede Episode der MoH-Reihe einnehmen sollte. Dafür gibt es dann aber in der zweiten Hälfte wieder genügend Splatter-Effekte und eine knackige Atmosphäre, die die schlaffen Anfangsminuten gut ausbügeln können.
Sowieso hat Argento in punkto Inszenierung so gut wie alles richtig gemacht. Die Splattereffekte sehen wirklich allesamt recht lecker aus und erinnern an die gute Old-School-Manier aus den 70ern und 80ern, sprich frei von jeglichen Computereffekten. Gewohnt derbe geht es dabei zur Sache, wenn Jenifer u.a. das Haustier oder das Nachbarskind förmlich ausweidet und verspeist. Dazu gibt es dann auch noch ein paar leckere Erotikszenen, die ebenfalls schön anzusehen sind. Umgeben von einer, nach einiger Zeit endlich aufgekommenen, knackigen Atmosphäre, die vor allem durch die gelungene Ausleuchtung und den knackigen Score erschaffen wird. Hätte eben alles bloß gleich von Anfang an so sein müssen. Aber nun gut.
Zu den Darstellern sei noch gesagt, dass sie ihre Sache allesamt recht annehmbar machen und besser sind, als bei den meisten Episoden. Jenifer-Darstellerin Carrie Anne Fleming ist wirklich schön eklig und gruselig in ihrem Tun und sieht (abgesehen von ihrem Gesicht) auch ziemlich lecker aus und Hauptdarsteller Steven Weber wirkt ebenfalls überzeugend. So muss das sein!
Fazit für Jenifer: Blutiger und atmosphärischer Beitrag zur "Masters of Horror"-Reihe, der von Argento sehr gut ins Szene gesetzt wurde. Auch wenn das Skript alles in allem ziemlich trashig ausgefallen ist und das Ganze treiben etwas zu lange braucht, um in Fahrt zu kommen, so ist Argentos Beitrag unterm Strich dennoch zu den Überdurchschnittlichen zu zählen. Auch wenn man von Argento durchaus mehr erwarten durfte, so kann man mit sich mit seinem "Jenifer doch soweit zufrieden geben, wenn man den trägen Anfang und die trashigen Details der Story überwunden hat. (6/10)
John Landis - Deer Woman
Eine grauenhafte Mordserie nimmt seinen Lauf. Immer mehr Männer werden im Zustand der Erregung zu blutigem Matsch verarbeitet. Da auf den Leichen jeweils Hufspuren und Haare eines Hirsches vor zu finden sind geht man davon aus, dass wohl ein Tier der brutale Killer ist. Nur Detective Faraday glaubt nicht so ganz an diese Sache und geht der Spur einer Frau nach, die mit all den getöteten Männern kurz vor ihrem Ableben zusammen war. Dabei findet er ein furchtbares Geheimnis heraus, das mit einer alten indianischen Legende zu tun hat: Der sogenannten Hirschfrau...
Nachdem uns John Carpenter mit "Cigarette Burns" einen hochgradigen Beitrag der Masters of Horror-Reihe lieferte und Dario Argentos Werk auch so weit in Ordnung ist, soll es nun mit dem vierten, hier zu Lande vertriebenen, Beitrag wieder Bergab gehen. Lohn Landis, bekannt für Horrorkomödien wie "American Werwolf", fügt seinem Beitrag nämlich eine komische Note mit hinzu und das mag hier nicht funktionieren. Mehr noch, "Deer Woman" ist eigentlich Trash pur in allen Belangen. Schon seine Geschichte um eine Frau mit zwei Hirschfüßen ist nur so durchtränkt mit allerlei Blödsinn. Vor allem wenn er seinen Detektiven in einzelnen Phasen darüber nachdenken lässt, wie die Hirschhufe auf die Leichen gekommen sind, und dabei einige abstruse Phrasen, wie das Verprügeln eines der Opfer mit einem abgetrennten Hirschfuß, durchdacht und gezeigt werden, schüttelt der Zuschauer nur den Kopf. Dazu gibt es einige nackte Brüste, natürlich viel blutiges Gemansche und wirklich eine abstruse Idee nach der anderen. Und als Krönung gibt es dann noch eines der abgehaktesten Enden der Filmgeschichte. Nach Spannung und Atmosphäre sollte man dabei gleich gar nicht Ausschau halten, denn die gibt es bei "Deer Woman" nicht. "Deer Woman" ist einfach nur trashige Unterhaltung pur und die passt bei einer Reihe, wo es eigentlich um die Besten der Besten geht, einfach nicht dazu.
Und nicht nur der Filminhalt ist Trash pur, auch die Inszenierung wirkt billig. Egal ob man sich da nun die Spezialeffekte oder die Make-Up-Effekte vornimmt, hier wurde mit spürbar wenig Aufwand inszeniert. Besonders schlimm sind da vor allem die computeranimierten Hirsche, die nicht nur scheinheilig an Filme wie "Ring 2" erinnern, sondern auch wirklich so drastisch billig und schluderig animiert wurden, das man sich in alte Commodore-Zeiten zurück versetzt fühlt. Das hätte doch wesentlich besser aussehen können, selbst bei einem TV-Produkt. Einzig und allein der Score kann überzeugen und könnte somit eigentlich für ein paar atmosphärische Momente gut sein. Aber durch das dämliche Drumherum, werden diese auch gleich wieder zerstört.
Darstellermäßig gibt es nicht viel zu erwähnen. Im Gegensatz zu Carpenter und Garris setzt Landis auf keine sonderlich bekannten Geschichte, sondern nur auf ein paar Schauspiel-Laien, die sich ihrer trashigen Umgebung anpassen. Am meisten gefällt einem da noch Cinthia Moura, aber nicht weil sie sonderlich gut schauspielern kann, sondern weil sie wirklich verdammt sexy aussieht und die Klappe hält!;)
Fazit für Deer Woman: Trashiger und völlig unpassender Beitrag von Horror-Comedy-Spezialist John Landis, der mit seinem blödsinnigen Inhalt, sowie der dürftig billigen Inszenierung doch sehr enttäuscht und auch kaum für Horror-Unterhaltung sorgen kann. Wäre "Deer Woman" von einem anderen Regisseur und nicht in der Mitte einer großen Horror-Reihe geplant gewesen, dann könnte es für Trash-Freaks durchaus annehmbare Kost sein. Doch hier wirkt "Deer Woman" einfach nur vollkommen fehl am Platz. (3/10)
Stuart Gordon - Dreams in the Witch House
Ein junger Student mietet sich in einer Mietswohnung ein, welche in einem heruntergekommenen Haus liegt. Während er sich Anfangs nur über den grimmigen Vermieter ärgern muss, kriegt er es schon bald mit etwas noch Unheimlicheren zu tun. Grausige Alpträume plagen ihn, die allerdings realer sind, als sie eigentlich sein dürften. Erst nur eine sprechende Ratte, danach eine grausige Hexe, die von ihm ein gar unaussprechliches Opfer fordert. Kann er sich dennoch gegen das überirdische Böse des Hauses zur wehr setzen?
Stuart Gordon, der Meister der u. a. hinter "Re-Animator" steckt, hat sich für seinen Part der MoH-Reihe eine weitere Geschichte von H.P. Lovecraft, rund um das berühmte Buch der Toten, dem Necronomicon, zur Brust genommen und damit wohl einen der besten Teile der Reihe geschaffen. Auch wenn es der Geschichte, um einen jungen Mann in einem Gruselhaus, spürbar an Innovationen fehlt, so spielt Gordon doch gekonnt mit all den Stärken, welche die besten Filme des Genres "Haunted House"-Movie so zu bieten haben. Es gibt schaurige Vorkommnisse, einige clevere Ideen und eine ganz passable Auflösung des Spukes. Da kann man auch locker über die üblichen Krankheiten des Genres, wie fehlende Logik etc., locker hinwegsehen.
Denn Stuart Gordons Schauerstück ist wirklich wunderbar gruselig geraten, was vor allem an der tollen Inszenierung liegen mag, die sogar, im Gegensatz zu den meisten Teilen der Reihe, spürbar über normales TV-Niveau hinausragt. Wenn der Hauptprotagonist hier seine ersten Alpträume kriegt, kribbelt es in der Luft nur so vor Atmosphäre, vor allem wenn man ein richtiges Soundsystem sein eigen nennt. Unheimliche Geräusche aus allen Ecken und Enden des Zimmers verfehlen ihre Wirkung eben nur selten. Ordentliche Spezialeffekte, sowie einige grandios gelungene und wirklich heftig blutige Make-Up- und Splatter-Effekte unterstreichen diese Stimmung noch. Und wenn dann der stimmig-schaurige Score erklingt, dann kann man sich selbst als Horrorfreak nur noch unter einer Decke verkriechen. Für schaurig schöne Fröstelstimmung ist bei dieser Episode jedenfalls gesorgt.
Nur zwei kleinere Details verhageln einem den überpositiven Eindruck ein wenig. Das ist zum einen die sprechende und mit einem Menschengesicht ausgestattete Ratte, die einem einfach nur lächerlich in Erinnerung bleibt. Zum anderen sind es auch einzelne kleinere Längen am Anfang. Bevor es so richtig schön gruselig wird, vergeht leider doch ein wenig Zeit, die sich teils wie ein Kaugummi zieht. Wenn es dann aber erst einmal losgeht, dann richtig.
Und auch die wenigen Schauspieler heben sich mal ein wenig, über das Niveau der restlichen Darsteller der Reihe, hinaus. Ezra Godden macht als Alptraumgeplagter Student seine Sache jedenfalls mehr als gut und auch seine Kollegen können überzeugen. Vor allem der Darsteller des süffigen Vermieters, Jay Brazeau, hat es wirklich drauf. Gut so!
Fazit für Dreams in the Witch House: Gordons Beitrag zur MoH-Reihe ist endlich mal wieder einer der Besseren geworden. "Dreams in the Witch House" besitzt mit seiner spannenden Story, einer eiskalten und sehr schaurigen Atmosphäre, sowie exzellenten Gore-Effekte, genau all die Details, die ein guter Horrorfilm braucht. Währen da nicht diese lächerlich wirkende Ratte, sowie einige Längen zu Beginn des Films, gewesen, dann wäre für Gordons Beitrag eine Wertung in den Höchstregionen durchaus drinnen gewesen. Somit reicht es zwar "nur" zu einem "sehr gut", aber die Zuversicht wächst, dass die Reihe vielleicht doch noch einige überzeugende Episoden auf Lager hat. (8/10)
Joe Dante - Homecoming
Merkwürdige Vorfälle im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Im Krieg gefallene Soldaten erheben sich plötzlich aus ihren Gräbern und keiner weiß so recht warum eigentlich. Denn die Untoten begehen keine sonderlich grauenhaften Bluttaten oder sonstige Grausamkeiten, sondern stolzieren eigentlich nur in der Gegend herum. Bis die Wahl des US-Präsidenten näher rückt und sich das Geheimnis um die Heimkehrer lüftet.
Oh ha, Joe Dantes Beitrag zur durchwachsenen "Masters of Horror"-Reihe ist definitiv der mutigste Beitrag, dass muss man ihm schon lassen. Denn Dante rechnet in seiner Zombie-Mär mit Busch und seinem umstrittenen Irak-Krieg, der ja unter dem Vorwand von angeblich vorhandenen Atomwaffen geführt wurde, ab. Er lässt gefallene Soldaten wieder auferstehen, die sich für das Unrecht, was ihnen durch diesen Irak-Krieg zugefügt wurde, rächen wollen, allerdings nicht auf gorigem Wege, sondern auf patriotischem. Gut, gegen die politische Gesinnung von Dante kann man sicherlich nicht allzu viel sagen, war der Irak-Krieg doch in mancher Hinsicht wirklich nicht das, was der US-Präsident der weltlichen Nation vorgemacht hat. Doch wirklich glaubwürdig kommt Dantes Kritik nicht rüber, was vor allem an der Tatsache liegt, dass seine Zombie-Geschichte nach gut der Hälfte fast nur noch lächerlich wirkt und sich sogar nem gewissen Trash-Appeal nicht verwehren kann, auch wenn dieser natürlich nicht gewollt ist. (Spoiler) Untote Soldatenzombies, die ihren Präsidenten abwählen möchten, nur um danach ihre Ruhe zu finden, wirken nun mal nicht sonderlich glaubwürdig sondern eher lächerlich. (Spoiler Ende) Zudem kommen noch viele Ungereimtheiten und Handlungslücken mit hinzu, die ebenfalls nicht ungeachtet bleiben können. Sprich die Kritik ist zwar durchaus mutig, aber eben nicht sonderlich passend, bei einer Reihe die hauptsächlich gruselig unterhalten soll, und schon gar nicht in dieser Form.
Und weil Dante seiner Kritik soviel Freiraum lässt, kommt der Horror, für den diese Reihe nun mal stehen soll, auch viel zu kurz. Zwar können in den Anfangsszenen noch ein paar atmosphärische Momente ausgemacht werden, doch verschwinden diese spätestens nach gut 20 Minuten vollkommen von der Bildfläche. Spannung und Grusel sind nach der viel zu schnellen Aufklärung der "Warum?"-Frage vorbei und auch eine kleinere Wendung kurz vor Schluss, kann das Ruder nicht mehr herum reißen. Gore-Effekte sind des weiteren ebenfalls mehr als Rar gesät. Und die Tatsache, dass die Zombies hier sogar ganz normal sprechen können, dürfte vielen Zombie-Fans ebenfalls sauer aufstoßen.
Wirklich gelungen kann man da höchstens einzelne Inszenierungspunkte nennen, zum Beispiel die schaurig-schöne Maske der Untoten, die wirklich rundum gelungen sind. Auch die wenigen Bluteefekte sehen ordentlich aus und der (viel zu selten spielende) Score-Track kann für ein paar Atmosphäre-Sprenkel gut sein. Na wenigstens etwas.
Darstellerisch befindet sich alles auf typischen Durchschnittsniveau, wobei keiner der Darsteller sonderlich positiv oder negativ herausreist. Man kann soweit zufrieden sein, sollte aber nicht mehr als das Übliche erwarten.
Fazit für Homecoming: Joe Dantes Versuch, seine Meinung zum Irak-Krieg in einer Horrorepisode der MoH-Reihe unter zu bringen, scheitert leider kläglich an der viel zu trashig wirkenden Kombination aus harmlosen Zombies, die so gar nicht böse sind, und zahnloser Kritik am US-Kriegssystem, die nur selten irgendwie glaubwürdig wirkt. Des weiteren lässt er dabei auch das eigentliche Ziel der MoH-Reihe, wohliges Grusel und Grauen zu verbreiten, ab der zweiten Filmhälfte wirklich völlig außer Acht und kann somit maximal durch die guten Masken der Zombies, sowie dem wohligen Score-Track und einzelner atmosphärischer Momente am Anfang, etwas retten. Unterm Strich aber ein weiterer unterdurchschnittlicher Moment, der doch so groß angekündigten Horror-Reihe. (4/10)
Don Coscarelli - Incident on and Off a Mountain Road
Eine junge Frau und der Schrecken der Nacht. Auf ihrem Weg auf einer Landstraße erleidet sie einen fürchterlichen Unfall, bei dem sie aber nur leicht verletzt wird. Der Unfallgegner allerdings scheint sich doch etwas schwerer verletzt zu haben, sind doch Blutspuren auf seinem Sitz vorzufinden, doch vom Gegner selber fehlt jede Spur. Als sich die Frau daraufhin aufmacht, im angrenzenden Waldgebiet den Verletzten zu suchen, merkt sie schnell, dass sie dort nicht den Gesuchten vorfinden wird, sondern das unsagbare Grauen.
Don Coscarelli dürfte vielen Horrorfreaks nur zu gut in Erinnerung sein, mit seinen gruseligen Tall Man-Filmen "Phantasm", im Deutschen ganz simpel mit "Das Böse" übersetzt. Klar, dass auch er einen Part rund um die Meister des Horrors kriegen musste und mit seinem Beitrag, der bei uns die goldene Mitte kürt und im US-Fernsehen als Pilotfilm an den start ging, lieferte er auch wirklich wieder allerfeinste Ware ab, die man von ihm nur erwarten kann. Die Story zu Incident..., strotzt nur so von fantastischen Begebenheiten, die dem Zuschauer so richtig schön in die Glieder fahren kann. Im Grunde zwar ein weiterer Vertreter des, seit "Wrong Turn" wieder salonfähigen, dunkelstem Backwoodhorror, diesesmal aber versetzt mit einer Prise Road-Movie-Horror. Und diese Mischung gelingt wirklich bravourös.
Vor allem auch deshalb, weil Coscarelli seinen Teil der Reihe in so derart dunkle und erschaudernde Bilder taucht, dass es dem Horrorfreak ganz warm uns Herz wird, obwohl es ihm doch am ganzen Körper fröstelt. Die Wälder, die Coscarelli hier zeigt, sind wirklich schwärzer als schwarz, die Geräuschkulisse ist in jeder Hinsicht perfekt, genauso wie die temporeichen Kamerafahrten und der gut gesetzte Schnitt. Wer sich in einer Horrorgeschichte richtig hineinversetzen kann, der wird hier sicher nicht eher zur Ruhe kommen, bevor der Abspann beginnt zu laufen. Und für eine ordentliche Portion Splatter ist natürlich auch gesorgt.
Einzelne kleinere Erholungsphasen bietet der Film nur immer dann, wenn sich unsere "Heldin" an einige Szenen aus ihrer Vergangenheit mit ihrem Mann zurück erinnert. Zwar wird aus den anfänglich sehr ruhig gehaltenen Szenen auch schnell etwas bedrohliches, doch jedesmal wenn der Knall ertönt und die beissene Atmosphäre im Wald für kurz unterbrechen, mag man sich schon fast in Sicherheit wägen. Jedenfalls sind diese kurzen Unterbrechungen ideal gesetzt worden und stören wirklich zu keinem Augenblick, eher im Gegenteil.
Was die Darsteller angeht, so gibt es im Grunde eigentlich nur die Hauptdarstellerin zu betrachten, die bei ihrem Sprint durch den gruseligen Wald wirklich eine ideale Performance abliefert. Ansonsten gibt es für einige Zeit natürlich den Darsteller des Monstrums zu betrachten und den ihres Mannes, die aber beide ebenfalls überzeugen. Größten Grund zur Freude gibt es für den Horrorfan aber dann, wenn der wunderbare Angus Scrimm seinen Auftritt hat, der auch hier wieder sein ideales Können unter Beweis stellt, ungewöhnlich schaurige Figuren darzustellen, auch wenn dieser hier natürlich nicht die Bösartigkeit eines Tall-Mans hat. Aber sein kurzer Part ist wirklich Gold wert und man kann nur hoffen, dass in Coscarelli auch in späteren Projekten noch einsetzen wird.
Fazit für Incident On and Off a Mountain Road: Düster, schauriger und wirklich extrem atmosphärischer Backwood-Horror, der von einem hochtalentierten Don Coscarelli wirklich ideal in Szene gesetzt wurde. Die nette Story, der dunkle Wald, das hohe Tempo, sowie eine zutiefst atmosphärische Soundumgebung, ergeben wirklich ein wunderes Stück aus der MoH-Reihe, das, zusammen mit seinen Splattermomenten, wirklich genau das bietet, was anspruchsvolle Horrorfans haben wollen. Für mich ist Coscarellis Beitrag jedenfalls einer der Besten, wenn nicht sogar der Beste überhaupt. Währen alle Episoden so ausgefallen, wie "Incident...", dann hätten wir es hier wirklich mit einer Top-Serie zu tun gehabt. Eine Must-to-See-Episode! (9/10)
Lucky McKee - Sick Girl
Die junge Insektenforscherin Ida Teeter erhält eines Tages ein mysteriöses Paket zugeschickt, in dem sich ein undefinierbares Insekt befindet. Dieses Insekt beißt eines Tages Misty, die lesbische Freundin von Ida. Fortan macht diese unerklärliche Veränderungen durch, wird roh und gewalttätig. Doch was hat es mit dem Insekt auf sich?
Nachdem uns Coscarelli mit "Incident on and off a Mountain Road" definitiv eines der absoluten Highlights der Reihe präsentiert hat, geht es nun mit "Sick Girl" wieder komplett in die andere Richtung. Eigentlich sollte ja erst Miikes umstrittenes "Imprint" darauf folgen, doch da es damit (die erwarteten) Probleme bei der Freigabe gab, wurde "Sick Girl" vorgezogen. Doch "Sick Girl" entpuppt sich als absoluter Tiefpunkt der Reihe, der übler kaum noch sein kann.
Im Grunde sollte der Beitrag von Lucky McKee als eine Art Insektenhorror daherkommen, doch was er uns präsentiert ist nichts anderes, als eine dämlich und völlig peinlich geratene feminine Lesben-Komödie, mit Horroranleihen. Nahezu 37 Minuten (von insgesamt 57) ist erst einmal absolut nichts von so etwas wie Horror zu spüren, bevor es dann mal ganz kurz dazu kommt. Man sieht eigentlich nur Hauptfigur Ida dabei zu, wie sie ihre Flamme aufreißt und mit ihr allerhand schlüpfrige Sachen vollführt. Zwar blinzelt hier und da, vor allem am Anfang, so etwas wie Predator"-Stimmung auf, wenn McKee seine Geschichte kurzerhand mal aus der Sicht des Insektes erzählt, doch bald wirken diese (miesen) Effekte eher lästich als unterhaltsam. Zudem wurde das Treiben dann noch vollgestopft mit allerhand blöden Dialogen der Marke Teeniecomedy und mit allerlei groben Umfug, der in einer Meister-Reihe absolut nichts zu suchen hat.
Erst sehr viel später soll es dann mal zu ein paar Schauermomenten kommen, die allerdings ebenfalls allesamt mehr als peinlich ausgefallen sind. Die Effekte sind mies, Atmosphäre und Spannung gibt es nicht und wer wenigstens auf ein paar Bluteffekte gehofft hat, wird ebenfalls bitter enttäuscht. Wenn es hoch kommt, dann stecken hier maximal 5 Minuten drin, die man annähernd als Horror bezeichnen kann. Ansonsten wirklich nur stinklangweiliges und megapeinliches Sexcomedy-Geplenkel, nur ohne Sex!
Ebenfalls grottig sind die Darsteller ausgefallen. "Herr las Hirn vom Himmel fallen", ist so ziemlich das Einzigste was man sich dabei denkt, wenn man Darstellerinnen wie Angela Bettis und Misty Mundae dabei zusehen muss, wie sie sich hier zum Obst machen. Furchtbar peinlich wird es vor allem immer dann, wenn Bettis anfängt irgendwelche komischen Stimmen nachzumachen. Auch in diesem Punkt der absolute Tiefpunkt der MoH-Reihe!
Fazit für Sick Girl: Nach Coscarellis Höhepunkt, nun der absolute Tiefpunkt durch Lucky McKee, dem Regisseur der u.a. hinter dem schlaffen "May" steckt. Horror gibt es hier maximal ein paar Minuten lang, ansonsten ist "Sick Girl" mehr eine dusselige Sex-Laber-Comedy geworden, als irgendwas, was auch nur annähernd in die MoH-Reihe gehört. Keinerlei Atmosphäre, ein absoluter Nullpunkt in Sachen Spannung und Effekte zum davonlaufen. Zudem übelst versalzen mit Darstellerinnen der Marke "Schieß mich tot". Pfui, Teufel! Hoffentlich kriegt McKee in Season 2 keinen erneuten Auftritt geboten, denn sein Beitrag war wirklich furchtbar! (2/10)
John McNaughton - Haeckel's Tale
Der junge Wissenschaftler Dr. Haeckel macht sich eines Tages auf die Reise an das Sterbebett seines toten Vaters. Unterwegs kommt er dabei an einer, in einem Waldgebiet liegenden, Hütte vorbei, in dieser er sich auch nächtlich zur Ruhe legen will. Der Besitzer der Hütte warnt ihn allerdings während des Nachts nicht nach draußen zu gehen. Als in der Nacht allerdings merkwürdige Geräusche und Schreie aus dem Wald zu hören sind, macht sich Haeckel dennoch auf die Suche nach dem Ursprung der Geräusche und gerät dabei in eine Orgie, die abscheulicher kaum sein könnte.
"Wild Things"-Regisseur John McNaughton, eigentlich nicht unbedingt einer DER Horrorregisseure, wagt sich mit seinem Part zur Serie nun an eine Geschichte von "Clive Barker", dessen Storys ja schon des öfteren Einzug in die Filmgeschichte erhielten, welche er auch schon selbst verfilmte ("Hellraiser") und deshalb vielleicht am Ende doch die bessere Wahl gewesen wäre (warum hat er eigentlich keinen Auftritt in dieser Show?). Aber McNaughton macht seine Sache dennoch gut und bringt mit seinem "Haeckels Tale" einen weiteren guten Part in die durchwachsene Serie ein.
Vor allem in Punkto Atmosphäre kann Naughton gut punkten. Die Waldatmosphäre macht was her, die heruntergekommene Hütte ebenfalls und im grausigen Finale wirft er alle Tabus über Bord und setzt mit einem genauso ekelerregenden wie faszinierenden Abschluss, die Geschichte in ein wunderbar gespenstisches Licht, vor allem für alle Freunde der härteren Unterhaltung. Splatter- und Gore-Einlagen gibt es auch einige, womit nun auch der Splatterfreak seine Freude haben kann. Somit eine wirklich schaurige Geschichte, die einfach gut umgesetzt wurde.
Schade nur, dass sich der Anfang etwas sehr in die Länge zieht. Bevor Haeckel in der gruseligen Hütte ankommt vergehen doch gut 20 Minuten und bis er sich in den fürchterlichen Wald begibt ebenfalls noch mal ein paar. Hier hätte es doch wieder etwas kompakter zur Sache gehen können, doch die Laufzeit muss nun einmal ausgefüllt werden. Na ja, kann man nichts machen.
Zu den Darstellern sei noch gesagt, dass sie ihre Sache allesamt recht überzeugend machen. Hauptdarsteller Derek Cecil gibt einen recht ordentlichen Dr. Haeckel ab und auch der Rest geht soweit in Ordnung. Mag man, nach so mancher Leistung aus den anderen MoH-Filmen, kaum glauben.
Fazit für Haeckel's Tale: Atmosphärischer und gelungener Beitrag von John McNaughton, der durch seine gute Wahl, einer interessanten Clive Barker-Geschichte, schon vieles richtig gemacht hat und auch mit seiner Umsetzung überzeugen kann. Einige Längen am Anfang stören zwar, doch dafür ist der Spannungs- und Atmosphäre-Pegel im zweiten Teil doch so hoch, dass man dennoch ganz zufrieden damit sein darf. McNaughton darf in Season 2 jedenfalls gerne wiederkommen. (7/10)
Tobe Hooper - Dance of the Dead
Die junge Peggy hat es satt, mit ihrer Mutter in einem heruntergekommenen Cafe zu arbeiten. Eines Tages lernt sie einige junge Typen aus der Großstadt kennen, welche sie zu einer Party in der wohl angesagtesten Diskothek überhaupt einladen. Ganz angetan von dem Gedanken endlich einmal "raus" zu kommen, willigt sie ein. Doch schon bald soll sie merken, dass diese Party keine ganze gewöhnliche Party ist, sondern eine, auf der die Toten das Tanzbein schwingen.
Tope Hooper gilt für viele Cineasten zu einem der überschätztesten Horrorregisseure überhaupt, hat er doch gerade einmal mit "Blutgericht in Texas" und "Poltergeist" überzeugen können, während seine restlichen Filme eher nicht der Rede wert waren. Und genauso ist es auch mit seinem Part zur Horrorreihe, dem sehr unausgegorenen "Dance of the Dead", einem wirklich sterbenslangweiligen Beitrag.
Bei "Dance of the Dead" will wirklich nichts gelingen. Die Story ist krude, völlig blödsinnig und hat eigentlich keinerlei Elemente, die irgendwo für Spannung sorgen könnten. Zwar mag die Idee mit den (nicht wirklich) tanzenden Toten erst einmal eine ganz nette sein, doch der ganze Kauderwelch, der um die wenigen "Tanzszenen" gestrickt wurde, ist einfach nur plump und ohne jedwede Innovation.
Spannung und Atmosphäre kommen ebenfalls nicht auf, was vor allem auch an der Kopfschmerzen bereitenden Inszenierung seitens Hooper liegt. In übelster MTV-Videoclip-Manier spult er seine lahme Story ab, immer wieder unterbrochen von einigen grottigen Diskoszenen, die zwar durch ihre Musik gefallen können, aber ansonsten eher Epilepsie-Anfälle auslösen könnten, selbst bei Menschen, die sonst nicht davon befallen sind. Gore- und Splatter sind zudem ebenfalls nicht auszumachen.
Und auch bei den Darstellern herrscht wieder Trauerstimmung. Robert Englund sticht zwar durchaus als harrscher und bösartiger Diskobesitzer hervor, bleibt aber alles in allem hinter seinen sonstigen Leistungen zurück. Die Teenies sind mal wieder allesamt von der untalentiertesten Sorte und gehören eigentlich keinesfalls vor die Kamera. Und dieses mal kann man sich nicht mal darauf verlassen, dass sie bald ins Graß beißen. Zumindest diese Tatsache hätte man wirklich vermeiden können.;)
Fazit für Dance of the Dead: Lahmarschiger Horrorschnulli, der durch seine krude Story, dem fehlen jedweder Horrorelemente wie Atmosphäre, Spannung, Gore und/oder Splatter, wieder einmal das qualitative Niveau der Serie nach unten dreht. Einzig und allein die unterhaltsame Mucke, sowie ein akzeptabler Robert Englund können da noch ein wenig retten. Ansonsten hat aber Tobe Hooper sich mit diesem Streifen keinen Gefallen getan und seinen Fans erst recht nicht. Ein weitere Episode der, nun schon längst mehr als nur durchwachsenen, Horrorserie der (angeblichen) Meister des Horrors. (3/10)
Larry Cohen - Pick me up
Zwei Mörder sind auf den Straßen unterwegs. Einer fährt einen Truck und nimmt liebend gerne Tramper auf, denen er dann zu einem späteren Zeitpunkt den Garaus macht. Der andere ist Tramper und sucht seine Opfer vorzüglich unter den Fahrern, die ihn mitnehmen. Nicht allzu lange soll es dauern, bis die beiden aufeinander treffen und eine mörderische Fahrt, in der zwischendurch auch die ganze Besatzung eines Busausflugs dran glauben muss, nimmt seinen Lauf.
Larry Cohen dürfte wohl vor allem unter B-Movie-Anhängern bekannt sein, vor allem mit seiner durchwachsenen und trashigen, aber alles in allem dennoch recht unterhaltsamen Wiegen-Trilogie. Mit "Pick me Up" darf er sich nun auch unter die Meister des Horrors begeben und sein "Pick me Up" ist auch wirklich der nächste gelungenen Beitrag der Reihe. Schon was die Geschichte angeht, kann man von einer guten, in dieser Form noch nicht da gewesenen Idee sprechen, in der man zwei, eigentlich völlig gegensätzliche, Mörder auf einander loslässt. Der daraus entstehende Spannungsbogen ist beachtlich und die üblichen Logiklücken kann man locker übersehen.
Dabei ist es natürlich vor allem auch die herrlich dreckig geratene Road-Movie-Atmosphäre, die Cohen durch seine stimmigen Bilder aufbauen kann. Bis zum Ende weiß man wirklich nicht so recht, wie das ganze Treiben ausgeht, nur das es wohl verdammt blutig und brutal werden wird, so wie man es bei Cohens Filmen gewohnt ist. Cohen nimmt wirklich kein Blatt vor den Mund und stellt sein Psychoduell, vor allem im späteren Teil des Films, wirklich schön kalt und bissig da.
Schade nur, dass sich bei den Darstellern allenfalls die beiden Hauptdarsteller beweisen können. Beiden nimmt man den Psychopathen locker ab. Anders dagegen die Nebendarsteller, allen voran die der Bustouristen, die mit ihrem staksigen Auftreten wieder einmal nicht über das normale Horrorniveau kommen. Aber nun gut.
Fazit für Pick me up: Larry Cohens Beitrag darf sich, ohne Frage, zu den guten Teilen der Reihe gesellen. Die Story wirkt unverbraucht und hat tolle Ideen, der Spannungsbogen stimmt und auch die Atmosphäre ist knisternd. Schade nur das die Nebendarsteller hier völlig blass bleiben und sich maximal die beiden Hauptdarsteller beweisen können. Ansonsten aber ein weiterer Teil der MoH-Reihe, den man sich nicht entgehen lassen sollte! (7,5/10)
Willam Malone - Fary Haired Child
Ein junges, schüchternes Mädchen wird auf ihrem Nachhauseweg von einem Pick-Up angefahren und in ein abgelegenes Haus entführt. Dort wird sie in einen Keller gesperrt, in dem sie auf Johnny trifft, der sich an nichts erinnern kann. Überall stehen Warnungen an die Wand geschrieben, dass schon bald "ES" erwacht. Und als dieses ominöse Wesen dann erwacht, kommt ein gar hässliches Geheimnis ans Licht...
Willam Malone ist vor allem für sein gruselig gutes Remake "House on Haunted Hill" bekannt, aber auch für den (in meinen Augen nicht wirklichen) IMDB-Bottom-100-Film "Fear Dot Com". Seine Anwesenheit in der MoH-Reihe wirkt deshalb wohl ein wenig sonderbar, hat er doch noch gar nicht sooo viel Gutes auf die Reihe gebracht. Vor allem aber sind seine Filme laut und übertönen so meist die fadenscheinheilige Story. Und nicht anders geht Malone auch bei seinem Beitrag um, und das, ähnlich wie bei HoHH, wieder mehr als gekonnt.
Während die Geschichte nämlich alles andere als originell ist, meist holprig wirkt und irgendwie auch nicht gerade mit einer befriedigenden Auflösung protzen kann, so sind es bei Malones Episode vor allem die akustischen- als auch visionellen Schauwerte, die diesen Teil zu einem der Gelungensten in der ganzen Reihe machen. Schon am Anfang knallt und donnert es gar häftig durchs ganze Zimmer und das lässt bis zum eiskalten Schluss auch nicht nach. Furchteinflößende, kühle Kulissen treiben dem Zuschauer die Angst durch Mark und Bein und die Atmosphäre kommt zu einem Höhepunkt nach dem anderen.
Des weiteren muss man der Geschichte auch einfach, trotz der geringen Tiefe, eine gewisse Spannung zuschreiben. Denn die Vorkommnisse sind allesamt schön mysteriös und einige geschickte Wendungen kommen ebenfalls recht gut beim Publikum an. Nur das eben der Schluss mal wieder so fad ist, dass hätte es nicht gebraucht. Des weiteren sollten auch Splatter- und Gorefreaks dieses mal nicht allzu viel erwarten. Denn Blut spritzt alles in allem nur recht selten. Allerdings stört das, bei dieser beisenden Atmosphäre, wirklich kaum.
Zu den Hauptdarstellern kann man soweit nichts sonderliches berichten. Alle machen ihre Sache soweit dem Genre angemessen gut. Jemand Bekanntes gibt es jedenfalls nicht auszumachen, weshalb wohl auch die Erwartungen nicht unbedingt die Größten sein dürften. Man kann zufrieden sein.
Fazit für Fair Haired Child: Spannender und atmosphärischer Schocker, der ganz in der Tradition von "House on Haunted Hill" daherkommt und vom Regisseur exzellent in Szene gesetzt wurde. Auch wenn die Story mal wieder dünn und löchrig erscheint, so kann dieses mal die grandios dichte Atmosphäre, sowie der gute Spannungsbogen so viel vom dadurch verlorenen Boden gut machen, dass "Fair Haired Child" unterm Strich dennoch zu den besten Episoden der gesamten Reihe zählt. Sollte man nicht verpassen! (8/10)
Takeshi Mike - Imprint
Ein Mann ist auf der Suche nach seiner Frau, einer japanischen Prostituierten, die er vor vielen Jahren in Japan zurück gelassen hatte. Bei seiner Suche trifft er dabei auf eine mysteriöse Frau, die genau zu wissen scheint, was er sucht. In Gesprächen mit ihr muss er dabei in bildgewaltigen Rückblicken erkennen, dass seine Frau seitdem viele Leiden und Qualen über sich ergehen lassen musste. Und ein letzter Schrecken steht noch aus.
Takeshi Miike, sowohl in der Reihenfolge der US-Ausstrahlung, als auch bei uns im Verleih, der letzte Titel der ersten MoH-Staffel, ist zugleich das Sorgenkind von MoH. Denn wer Miikes Filme kennt, der weiß wie brutal und hart seine Bildersprache mitunter auch sein kann, und das er damit nicht nur bei den deutschen Zensurbehörden immer wieder aneckt. Und da den Regisseuren der Reihe allesamt freie Hand bei der Wahl der Härte gelassen wurde, so tobte sich natürlich auch Miike aus, und zwar so sehr, dass sein Beitrag in Amerika gar nicht erst ausgestrahlt wurde und bei uns wieder einmal um ganze 6 Minuten gekürzt wurde.
Was auch kein Wunder ist, ist doch "Imprint" wirklich ein Miike durch und durch. Das fängt schon bei der Geschichte an, die anders ist als die Anderen. Dieses mal geht das Grauen weniger von Geistern, Monstern o.Ä. aus, sondern es ist hier vor allem die Bestie Mensch, die den Nervenkitzel herausfordert. Größtenteils in Rückblenden erzählt, wirkt die eigentliche Geschichte des Mannes fast nur wie ein Aufhänger, für all die drastischen Leiden, die in den Flashbacks erzählt werden.
Dabei ist es natürlich erst einmal etwas fragwürdig, ob Mike mit seiner Extreme (die in der dt. Fassung zwar nur angedeutet zu sehen-, aber immer noch spürbar vorhanden ist), manchmal nicht doch etwas zu weit geht. Das Leiden der Frau, welches er hier wirklich genüsslichst auswalzt, dürfte selbst abgebrühten Horrorfreaks manchmal etwas an die Nieren gehen. Zeitweise jagt ein Folterszenario das Nächste. Aber Miike wäre nicht Miike, wenn er seine Folter nicht in elegante Bilder legen würde.
Und die haben es wirklich in sich. Optisch gesehen ist dieser Beitrag vielleicht sogar der Schönste der ganzen Reihe. Die Kostüme, die Kulissen, das perfekte Spiel mit den (vorzüglich roten) Farbfiltern, hat wirklich tierisch viel Potenzial für eine mitunter eiskalte Atmosphäre. In keinster Weise hat man hierbei das Gefühl vor einer TV-Serie zu sitzen, sondern hier macht sich echt Kinoatmosphäre breit, die Miike wirklich ideal zur Geltung bringt. Gut so!
Schade nur, dass "Imprint" am Anfang ein wenig braucht, um in Fahrt zu kommen. Während es in der zweiten Hälfte doch mitunter spürbar temporeich zur Sache geht, so ziehen sich seine Anfangsminuten etwas spürbar in die Länge, was der ungewöhnlich langen Laufzeit von 63 Minuten (in der ungekürzten Version) nicht unbedingt gut tut. Da hätte es dann doch etwas flotter zur Sache gehen dürfen, aber nun gut.
Die Darsteller machen ihre Sache dafür allesamt sehr gut, auch wenn man sie als Asia-Unkundiger allesamt nicht kennt. Durchgehend glaubwürdig und mit spürbarer Lust am Schauspielern, können aber wirklich alle in ihrem Spiel überzeugen.
Fazit für Imprint: Takeshi Miikes "Imprint" bildet den rasanten, blutigen und mitunter ungemein harten Abschluss, der nun mehr als durchwachsenen MoH-Reihe! Die Story ist ungewöhnlich, die Folterszenarien hart und die Bildersprache mitunter so wunderbar geraten, dass man sie, trotz des grausigen Treibens, nur als sehr schön bezeichnen kann. Nur einige Längen zu Beginn hätten nicht unbedingt sein müssen, ansonsten überzeugt der gut gespielte Beitrag von Miike wirklich rundum. Definitiv einer der Top-3-Beiträge der gesamten Staffel und das schon in der gekürzten deutschen Fassung! (8,5/10)
Gesamtfazit für Season 1: Ungemein durchwachsene erste Staffel, der hochgehypten und mit größten Erwartungen behaftetem Horror-TV-Reihe "Masters of Horror", die nicht nur einige äußerst fragwürdige Horror(!)-Regisseure mit an Bord hat, sondern, in einer Reihe der Besten, auch mit viel zu viel durchschnittlicher bis schlechter Ware eher enttäuscht als überrascht. Zwar gibt es mit insgesamt 8 gut verdaulichen Episoden immer noch mehr Gutes als Schlechtes zu sehen, aber wirklich meisterhaft sind auch hiervon nur insgesamt 3 Episoden ("Cigarette Burns", "Incident On and Off a Mountain Road", "Imprint") und das ist einfach zu wenig. Zumal es eben auch noch 5 miese bis ganz miese Episoden (absolut furchtbar: "Sick Girl") zu betrachten gibt. Alles in allem ist der Titel "Masters of Horror" somit zumindest der ersten Staffel abzuerkennen und man kann nur hoffen, das die kommende Season 2 dem Titel da mehr gerecht wird. Season 1 schafft dies jedenfalls nur Phasenweise.
Komplettwertung: 6/10 Punkte