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cigarette burns

Only Angels have wings, oder auch nicht, wie man in John Carpenters durchaus an alte Erfolge anknüpfendem Beitrag zur Masters of Horror-Serie plastisch studieren kann. Dort hängen die Engelsflügel nämlich über dem Kamin des großartigen, den eigentlichen Hauptdarsteller deutlich in den Schatten stellenden Udo Kier, und der dazugehörige Engel vegetiert angekettet mit blutigen Flügelstumpen im Nebenraum vor sich hin. Wer angesichts dessen glaubt, Udo Kier hätte etwa den Himmel geplündert und wolle sich zum neuen Herrscher der sichtbaren und unsichtbaren Welt aufschwingen, irrt sich gewaltig: Es handelt sich bei dem mitleiderregenden Himmelsgeschöpf nämlich um nichts anderes als eine Requisite aus einem Film, nicht irgendeinem Film, sondern derjenigen Mutter aller Snuff-Movies, die endgültig in die Lage sein wird, die Hölle zu öffnen und die Menschheit in Mord und Totschlag zu stürzen. Dessen letzte Kopie aufzufinden, wird nun zum Auftrag des drogenblassen Hauptdarstellers - ein Auftrag, der ihn durch die französische Snuff-Filmszene über die Frau des Regisseurs bis zurück in Udo Kiers Privatkino führt, wo der Film zu seinem furiosen Finale ansetzt: "La fin absolue du monde" inspiriert nicht nur Kiers schlitzäugigen Butler, seinen gelben Körper mal mit etwas anständiger Farbe zu versehen, sondern
bringt schließlich auch unseren Udo dazu, aus seinem innersten selbst heraus seinen ureigensten Film vorzuführen...
Fazit: Für Genießer, 8 von 10. Achtung: Die deutsche DVD-Version ist geschnitten!

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