Review

Masters of Horror Staffel 1

Bislang gesehen (in der englischsprachigen Originalversion und ungekürzt):

"Deer Woman", welcher als Horrorfilm eher enttäuscht, da quasi keinerlei Spannung vorhanden ist. Es gibt einige Gore-Effekte, die sieht man heutzutage aber schon beinahe in jeder beliebigen Gerichtsmediziner TV-Serie und sollten für sich allein genommen ohnehin kein Maßstab sein. Die weibliche Hauptdarstellerin ist sehr ansehnlich und obwohl sie kurz nackt zu sehen ist, wurde das erotische Potential, welches in ihrer Rolle steckt, nur angedeutet, nicht aber ausgereizt. Kurze, plakative Schauwerte, die nicht nachwirken, somit eine kurzfristig Angelegenheit fürs Auge, nicht aber fürs Hirn. Schade! Erzähltechnisch bietet "Deer Woman" ein paar nette Einfälle, doch aufgrund der mangelnden Spannung im besten Fall Durchschnittskost. Oberflächliche Mystik und eine Prise Selbstironie anstelle von Gänsehaut und Thrill. Fazit: 5/10 Punkten.

"Incidents on and off a mountain road", bietet da schon wesentlich mehr für den geneigten Freund des Horrorfilms. Blutig und stellenweise auch derb (inkl. einer angedeuteten "Augenszene") kommt der Film daher und wird mittels episodenhafter Rückblendetechnik erzählt. Es dauert eine Weile, bis man den Zusammenhang zwischen dem tragischen Beziehungsdrama und dem "irren-Hinterwäldler-Mörder-Szenario" erahnt. Optisch ansehnlich umgesetzt, spannungstechnisch im grünen Bereich, nette, halbwegs originelle Variante der bekannten Thematik in interessanter Erzählmanier dargestellt. Fazit: 7/10 Punkten.

"Cigarette Burns" bietet inhaltlich eine Auseinandersetzung mit dem Medium Film. Ähnlich wie bei "Die Neun Pforten", macht sich der Protagonist auf die Suche, allerdings nicht nach einem Buch, sondern nach einem verschollenen Film, mit geradezu unglaublicher Wirkung auf den Zuschauer. "Cigarette Burns" ist der Beweis, wie weit der überwiegend doch sehr seichte Film von Polanski dabei unter seinen Möglichkeiten geblieben ist. "Cigarette Burns" ist tragisch, brutal und poetisch, aufgrund interessanter Wendungen spannend bis zum Schluß und stellt nebenbei noch eine gewisse Homage an die Macht des Films dar - aber gleichzeitig auch eine Warnung vor der Möglichkeit des Mißbrauchs, wenn die soziale Verantwortung des Künstlers außer Kraft tritt. Fazit: 8/10 Punkten.

Fortsetzung folgt.

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