Review

Masters of Horror ( Season 2 )

Oft ist es ganz gut, wenn man wenig Erwartungen in irgendetwas setzt,
denn ab und zu wird man dann doch tatsächlich positiv überrascht. Die
zweite Staffel des "Masters of Horror" Projektes

ist so ein Fall.


In meinen Augen war die erste Staffel eine mittlere Katastrophe. Das es kein Debakel wurde war John Carpenter´s "Cigarette Burns" und Dario Argento´s "Jenifer" zu
verdanken.

Für mich die einzigen Folgen, die man auch
wirklich mit Horror in Verbindung bringen konnte. Der Rest pendelte
irgendwo zwischen Langeweile und unerträglicher Langeweile.

Da machte meiner Ansicht nach auch der kontrovers diskutierte Takashi Miike
keine Ausnahme, wobei seine Episode immerhin optisch ein paar
Pluspunkte sammeln konnte. Aber insgesamt gesehen war ich von dem
Dargebotenen so enttäuscht, dass das Thema Masters of Horror für mich eigentlich vom Tisch war. EIGENTLICH.


Wie es der Zufall aber so will hatte ich in den letzten Wochen die

Gelegenheit, die neue Staffel bewundern zu dürfen und bin dabei zu
folgendem Ergebnis gekommen :


"The Damned Thing"


Regie : Tobe Hooper. Nun ja. Sein Season 1 - Machwerk war - milde ausgedrückt - erbärmlich und mit der schlechteste Beitrag.

Experiment gescheitert !


Vielleicht hat er seine Lehren daraus gezogen, denn sein neuer Beitrag
verzichtet sowohl auf hektische Schnitte, als auch auf optischen
Firlefanz und ist eine geradlinige, atmosphärisch gelungene , wenn auch
nicht unbedingt originelle Geschichte, die dem Überbegriff
Horror definitiv gerecht wird.


Es geht um Kevin, Sheriff in einer texanischen Kleinstadt, der als Kind
mitansehen musste wie sein Vater, von einer überirdischen Macht
getrieben, seine eigene Ehefrau erschießt, kurz darauf aber selbst
Opfer jener Macht wird. 24 Jahre steht das Provinzkaff erneut unter dem
Einfluss des Unbekannten und Kevin ist mitten drin.


Sean Patrick Flannery ( der junge TV- Indiana Jones
) macht seine Sache bemerkenswert gut und auch sonst gibt es an dieser
Episode nicht viel zu meckern. Ich fand sie kurzweilig,

mitunter recht blutig und selbst die CGI Effekte sind überdurchnittlich
gut für eine TV - Serie. Zwar wird das ganze auf Dauer sehr
vorhersehbar, aber für mich trotzdem zufriedenstellend.


Fazit : 6 / 10





"Family"


Ein erstes, wenn nicht vielleicht sogar DAS Highlight, bildet die von John Landis inszenierte Episode "Family".



George Wendt
, vielen aus der TV-Serie "Cheers" bekannt,

verkörpert darin den einsamen, scheinbar schüchternen und charmanten
Harold. Der nette Nachbar von nebenan, der insgeheim allerdings Leuten
auflauert, diese in seinem Keller mit Säure zersetzt und die
übrigbleibenden Gerippe so zusammenbastelt, dass er nur noch einen
Schuss Fantasie benötigt, um sich eine real existierende Familie
einzubilden.

Als er jedoch neue Nachbarn in Form eines alleinstehenden Ehepaares bekommt, gerät seine Scheinwelt langsam aus den Fugen.


Landis setzt in seinem Beitrag nur ganz selten auf blutige

Effekte, dafür bietet er einen behutsam aufgebauten, spannend und
gleichzeitig zynischen Affront gegen den American Way of

Life inklusive Auflösung, die es in sich hat.


Fazit : 9 / 10





"The V-Word"


Ernest Dickerson, in guter Erinnerung als Regisseur von "Ritter der Dämonen", in schlechter als Macher des Hip Hop Horror Quarks "Bones", ist der erste Debütant der neuen Staffel.


Seine Episode handelt von zwei gelangweilten Jungs, die sich aus
Neugier nachts einfach mal auf den Weg in das naheliegende
Bestattungsinstitut machen, um zu sehen wie der tote Körper eines
kürzlich verstorbenen Bekannten aussieht. Allerdings bekommen die
beiden nicht unbedingt das zu sehen, was sie sehen wollten, sondern
stehen schon bald vor einem

leibhaftigen Vampir ( Michael Ironside ).


"The V-Word" behandelt das klassische Vampirthema, verschwendet
die ersten 20 Minuten aber damit die beiden Protagonisten auf ihrem Weg
durch dunkle Räume, knarrende Treppen und kalte Gänge zu begleiten. Das
hätte man spannend inszenieren können, ich für meinen Teil finde es
dagegen ziemlich langweilig.

Mit dem Auftritt von Michael Ironside kommt dann aber endlich
etwas Leben in die Bude und das Finale strotzt nur so vor Splatter- und
Gore-Einlagen. Dies täuscht zwar nicht über die dünne Story und
stellenweise langatmige
Inszenierung hinweg, macht das Ganze aber für Freunde blutiger Details
( wie mich ) zu einer richtig lohnenswerten Sache.


Fazit 6,5 / 10




"Sounds like"


Brad Anderson, ebenfalls neu im Regie-Team und positiv mit "The Machinist" aufgefallen, hat sich die E.A. Poe Geschichte "The Tell-Tale Heart" als
Vorlage genommen und beleuchtet das Leben von Larry Pierce, einem
Büroangestellten, der seit dem Tod seines Sohnes über ein
außergewöhnlich gutes Gehör verfügt. Allerdings stellt sich schnell
heraus, dass diese

Fähigkeit keine Gabe, sondern ein Fluch ist, der Larry langsam aber sicher in den Wahnsinn treibt.


Klar, dass diese Thematik dafür prädestiniert ist einen Soundeffekt
nach dem anderen zu erzeugen, aber leider war es das dann auch schon.
Viel mehr passiert in "Sounds like"

eigentlich nicht, desweiteren ist von einer sichtbaren Handlung genauso
wenig zu spüren wie von einer plausiblen Auflösung. Logisch, wo nichts
ist, kann nichts werden.



Vielmehr skizziert Anderson ein auf 60 Minuten gedehntes,

überraschungsarmes Psychogramm, dass vielversprechend beginnt, es aber
verpasst den Zuschauer zu fesseln. Engagierte, aber gänzlich
deplatzierte Episode, die das Thema der Reihe komplett verfehlt.


Fazit : 3,5 / 10




"Pro-Life"


Den meiner Meinung nach grössten Aussetzer der Staffel präsentiert ironischerweise John Carpenter.

War "Cigarette Burns" in Staffel 1 noch einer der ganz wenigen Lichtblicke, so ist sein jetziger Beitrag "Pro-Life" ein noch viel größeres Nichts als der eben angesprochene "Sounds like".


Dwayne ( Ron "Hellboy" Perlman ), ein genauso glaübiger wie

gefährlicher Katholik, der versucht mit seinen 3 Söhnen die 15-jährige
Tochter Angelique aus einer Frauenklinik zu "befreien"; notfalls auch
mit Gewalt.

Hintergrund dieses Planes ist die Tatsache, dass Angelique

neulich beim Schaukeln vom Teufel höchstpersönlich geschwängert wurde
und die vier eine eventuelle Abtreibung des Antichristen verhindern
wollen. Dafür haben sie allerdings keine neun Monate, sondern nur eine
Woche Zeit. Denn der Kerl hat´s verdammt eilig


Klingt genauso bescheuert wie es ist ! Back to the "Ghosts of Mars" Roots sozusagen. Mal abgesehen davon habe ich mich gefragt, was Carpenter mit diesem Murks bezwecken bzw. aussagen will.

PRO LIFE
: Ein Plädoyer gegen Abtreibung ? Keinen blassen Schimmer !

Neben inhaltlichen Schwächen ( milde ausgedrückt ), ist "Pro-Life" zusätzlich
zerfressen von Logiklöchern, krassen Regiefehlern ( weggeschossene
Schädeldecke ist kurz darauf wieder vorhanden, Toter liegt ständig in

anderer Pose auf dem Boden ... ), sowie CGI-Effekte der untersten
Schublade.

Selbst in den Schießereien bleiben einem die Effektchen

nicht erspart. Stinklangweilig ist das Ganze auch noch !

So sehr ich es auch versuche,
an dieser Folge kann ich nicht das Geringste finden, dass auch nur
ansatzweise positiv zu bewerten wäre.

Somit :


Fazit : 1 / 10




"Pelts"


Soviel vorweg : Im Gegensatz zu Carpenter hat Argento nichts von seiner Qualität eingebüst und liefert mit "Pelts" in meinen Augen den derbsten Beitrag der neuen Staffel ab.


Meat Loaf spielt darin Jake Feldman, einen auf Pelze

spezialisierten Geschäftsmann, der es auf seine lokale

Lieblingsstripperin abgesehen hat. Die Gute jedoch will mit ihm im
privaten Bereich nichts zu tun haben, es sei denn die

Vermögensverhältnisse würden stimmen. Mit Hilfe einer abgelegenen Wachbärfarm und den dort gehaltenen Exemplaren
scheint dieses Problem schnell gelöst, denn das edle und
außergewöhnliche Fell der Tiere ist schwer
angesagt.

Doch leider auch schwer tragbar ...


Hier wird zerquetscht, zerfetzt, geschlitzt und gehäutet wo es gerade passt und somit dürfte "Pelts" für den deutschen Markt wohl in voller Länge gänzlich ungeeignet sein.

Dabei ist sein Beitrag eine bittere, schwarzhumorige Abrechnung mit der
Mode- und
Pelzindustrie, die gekonnt mit Symbolik spielt. Das einzige Manko, dass
die Folge vielleicht hat, ist der etwas schleppende Beginn, aber dafür
entschädigt das beinharte Finale in jedem Fall. Einer der besten
Beiträge der zweiten Staffel.


Fazit : 8,5 / 10




"The Screwfly Solution"


Bei Joe Dante bin ich immer skeptisch. Bin kein Fan seiner Filme und fand "Homecoming" schlichtweg erbärmlich. Seine Season 1-Episode war das plakativ, naive Werk eines

frustrierten Amerikaners, dem jeglicher satirische Wert fehlte. Seine
Intension Horror mit sozialkritischem Unterton zu verbinden hat dennoch Respekt verdient und mit "The Screwfly Solution"
gelingt ihm nun auch dieser Spagat, da er sich mehr auf den
sozialwissenschaftlichen Aspekt konzentriert und weniger auf
polit-kritische Floskeln.


Dante entwirft ein Zukunftsszenario, in dem ein durch

Schmeißfliegen verursachtes Virus den Männern ihre Potenz nimmt,
gleichzeitig aber deren Aggression und Tötungsdrang gegenüber dem
weiblichen Geschlecht stärkt. Dieses Virus entwickelt sich innerhalb
weniger Wochen zu einer Epidemie, die bald die ganze Welt betrifft.


Jason Priestley ( "Beverly Hills 90210" ) ist eine echte

Überraschung in dieser Episode, denn er spielt seine Rolle so

überzeugend, dass ich ihn über die kompletten 60 Minuten zu keinem
Zeitpunkt mit seinen Soap-Schandtaten in Verbindung gebracht habe.
Respekt !

Desweiteren funktioniert "The Screwfly Solution" allgemein sowohl als Endzeit-Szenario a la "28 Days Later"
als auch als Satire auf den Geschlechterkampf.

Die erkennbaren Anspielungen auf den HIV Virus und dessen Verbreitung lässt die Folge
für mich aber insgesamt doch eher als ernsten und warnenden Beitrag
erscheinen.

Abzüge gibt es für ein paar unnötige Alien Anspielungen und

die Tatsache, dass man auch hier über die Klassifizierung HORROR
streiten kann.

Trotzdem :


Fazit : 7,5 / 10




"Valerie on the Stairs"


Schöpfer Mick Garris lässt es sich auch diesmal nicht nehmen

höchstpersönlich als Regisseur aufzutreten. Leider ist sein neuer

Beitrag genauso unspektakulär wie sein letzter.


Rob Hanisse ist ein Autor, der bislang noch nichts veröffentlicht hat
und sich in einer Art Schriftstellerkommune niederlässt. Sein Ziel ist
es, ein romantisches Stück Literatur auf Papier zu bringen, jedoch
scheint die Kommune ein düsteres Geheimnis zu haben. Nachts begegnet
ihm der Geist der mysteriösen Valerie, welcher ihn um Hilfe bittet und
auch die anderen Schriftsteller scheinen mehr zu wissen als sie zugeben
wollen.


Irgendwie hat  Mick Garris kein Talent darin Spannung

zu erzeugen, was in diesem Fall vielleicht an der langen Vorlaufszeit
liegen könnte.

Seine Story kommt einfach nicht in die Gänge. Das war

das Problem von "Chocolate", das ist das Problem von "Valerie on the Stairs". Da hilft auch der prominente Nebendarsteller Christopher Lloyd aus "Zurück in die Zukunft" nichts.

Seine Episode ist nicht wirklich schlecht, aber ungemein belanglos und blutleer. Garris scheitert auch diesmal an seinen eigenen Vorgaben.


Fazit : 4,5 / 10




"Right to die"


Rob Schmidt ( "Wrong Turn" ) ist ein weiterer Neuling im Aufgebot.


Er erzählt die Geschichte eines Paares, deren Ehe durch diverse

Seitensprünge seinerseits ziemlich am Ende ist. Eines Abends haben die
beiden einen Autounfall. Beide überleben, doch

er hat zwei gute Gründe seine eingeklemmte Frau den Flammen des Autos,
sowie seines Feuerzeuges zu überlassen. Zum einen verfügt sie über ein
stattliches Familienvermögen, zum anderen hat sie ihm kurz zuvor
mitgeteilt die Scheidung einzureichen. Da käme so ein erzwungenes Erbe
doch gerade recht. Zu seinem Unglück überlebt sie aber auch das und
wird fortan künstlich am

Leben erhalten. Natürlich möchte er sie nicht leiden lassen :) und
befürwortet das Ausschalten der lebenserhaltenen Geräte, doch da hat er
seine Rechnung ohne seine Schwiegermutter

gemacht, die ahnt, dass es ihm nur ums Geld geht. Seine Meinung ändert
sich aber ebenfalls schlagartig, als er herausbekommt, dass die
komatöse Gattin ihn immer genau dann als rachedürstiger Geist verfolgt, wenn ihr Herz aufhört zu
schlagen. Das nennt man wohl Pech ...


Schmidt inszeniert einen augenzwinkernden, dennoch mit einer

ethischen Botschaft verankerten, Beitrag, der alles hat, was diese

Reihe braucht. Humor, Spannung, etwas Splatter, nackte Haut

( in verschiedenen Variationen ! ), hintergründige Anspielungen, sowie ein sehr gelungenes Finish.

Ähnlich wie "Family" würde ich auch diese Episode in ihrem Aufbau mit "Geschichten aus der Gruft" vergleichen.

Guter Einstieg Mr. Schmidt !


Fazit : 8 / 10




"We all scream for Ice Cream"


Einen weiteren Aussetzer ( der letzte !! ) liefert Regie-Routinier Tom Holland ( "Fright Night" ). Ich sag´s ganz ehrlich : Ich mochte keinen seiner Filme und ich mag auch diese MoH - Folge nicht !


Layne Bannixter kehrt nach Jahren zurück in seine Heimatstadt, wo er
einst als Kind in einen üblen Unfall verwickelt war. Er und seine
Freunde waren damals direkt wie indirekt am Tod des

als Clown geschminkten Eisverkaüfers Buster verwickelt. Jahre später sinnt dieser nun als Geist auf Rache ...


... und sieht aus wie Pennywise aus "Es" ! Und das ist nicht die einzige Parallele, die auf altbekannte Stephen King

Geschichten zutrifft. Ich habe keine eigene bzw. neue Idee gezählt,
die
komplette Episode ist so langweilig und zäh, dass es wehtut und wenn
Buster´s Opfer zu Eis zerschmelzen, ist das für mich einfach nur
dämlich. Das Schlimme daran : Frei von Ironie ! Im Hinblick auf ein
Gesamtfazit der Staffel habe ich dieses Machwerk stets vergessen. Aus
gutem Grund !


Fazit : 2 / 10




"The Black Cat"


Stuart Gordon hat eine grosse Fangemeinde. Alleine die "Re-Animator" Reihe hat ihm einen guten Ruf beschert und auch "Dreams in the Witch House" aus der ersten

Staffel hat allseits Zustimmung erhalten. Ganz ehrlich : Ich halte ihn
für überschätzt ! Wirklich Grosses hat er in meinen Augen nicht
geleistet. Mir persönlich hat von seinen Filmen "King of the Ants" noch am besten gefallen.


In "The Black Cat" schlägt Gordon nun den "Haeckels Tale" Weg ein und verlagert die Story ins 19. Jahrhundert. Seine Hauptfigur ist Edgar Allen Poe höchstpersönlich ( toll gespielt von Gordon´s Liebling Jeffrey Combs
), der kurz vor dem Ruin steht, alkoholabhängig geworden ist und sowohl
mit seiner an Schwindsucht erkrankten Frau, als auch mit seiner

diabolisch anmutenden schwarzen Katze zu kämpfen hat. Diese Katze ist für Poe der
Auslöser allen Übels und verantwortlich für die Situation seiner Frau.


Könnte da in der Tat was dran sein ?


Auf diese Frage richtet Gordon sein Hauptaugenmerk, versteift

sich Gott sei Dank aber nicht zu einseitig darauf, sondern lässt auch
Platz für Nebenhandlungsstränge wie zum Beispiel der

psychische Verfall Poe´s und seiner Frau Virginia.

Die Grundidee, Poe selbst in seine eigene Kurzgeschichte "The Black Cat" einzubauen, ist ein interresanter Kniff der funktioniert.



Die schauspierischen Leistungen, allen voran Combs, sind weit über Serienstandard. Allgemein hat diese Episode erstaunlich wenig Seriencharakter, auch optisch.

Was eine höhere Note allerdings verhindert sind gelegentliche Längen
und das Ende, dass zwar plausibel, mir aber etwas zuviel des Guten ist.


"The Black Cat"
wäre auf 35-40 Minuten besser zugeschnitten gewesen, ist aber dennoch eine durchaus gelungene Episode, die für Gordon -Verhältnisse aber ertaunlich milde daherkommt.


Fazit : 6,5 / 10




"The Washingtonians"


Zugegeben, der Name Peter Medak hat mir spontan überhaupt nichts
gesagt. Nach eifriger Recherche habe ich erstaunt festgestellt, dass
der gute Mann schon seit Mitte der 60er Jahre

als Regisseur aktiv ist und sich mit Serien gut auskennt. Unter anderem hat er bei Folgen für "Magnum", "Remington Steele" und "Tales from the Crypt" Regie geführt. Die Auswahl an Filmen ist eher begrenzt, aber "Romeo is Bleeding" mit Gary Oldman und "Species 2" dürften dem ein oder anderen noch in Erinnerung sein. Zweifelhalft, ob auch in guter.

Ich jedenfalls hatte keine Ahnung, was er bislang so geleistet hat.



Nach all der Info bin ich umso erstaunter ob des Resultats.

"The Washingtonians" ist eine bissige anti-amerikanische Kannibalengeschichte, die es wirklich in sich hat.

Mike Franks reist mit seiner Frau und der 10-jährigen Tochter zur
Beerdigung seiner Grossmutter in deren Heimatort. Im Keller ihres
Hauses macht er dann eine erstaunliche Entdeckung.

Er findet im Bildrahmen eines George Washington Porträts einen

persönlich verfassten Brief des Gründungsvaters, in dem er zugibt
Kannibale gewesen zu sein.

Das rückt natürlich das ganze Bild der Gründung Amerikas in ein fahles
Licht. Leider kann er diesen Fund nicht für sich behalten und hat bald
sehr mysteriöse Erscheinungen an den Hacken kleben : Die Washingtonians.


Super Folge ! Mit "Family" die beste würde ich sagen. Kurzweilig, sehr spannend, krass ( beinhaltet Szenen, wegen denen Romero´s "Dawn of the Dead" bis heute beschlagnahmt ist )

und ab dem Auftauchen von Saul Rubinek ( "True Romance" ) als Historiker auch noch zum Schreien komisch. So soll´s sein.


Fazit : 9 / 10





"The Dream Cruise"


Traditionen soll man pflegen und so setzt auch in Staffel 2 ein asiatischer Regisseur den Schlusspunkt. "Ring 0"-Regisseur Norio Tsuruta schickt darin einen amerikanischen Anwalt in

Tokio auf einen gespentischen Schiffsausflug.


Anwalt Jack hat einen reichen japanischen Mandaten an der Angel, der
ihn nun geschäftlich auf seine Yacht einläd, um Formalitäten zu klären.
Das üble daran ist, dass Jack schon längst ein Verhältnis mit dessen
Frau angefangen hat und befürchtet, dass sein Mandant etwas ahnen
könnte.

Wie sich später aber herausstellen wird, wird das seine kleinste Sorge
bleiben, denn nach einem kleinen unfreiwilligem Stop auf hoher See hat
sich sowohl der japanische Geschäftsmann, als

auch die gesamte Situation auf dem Schiff verändert.

"Ich sehe tote Menschen".


Größtenteils läuft die Geschichte nach Schema "The Ring" oder "The Grudge", mit einem kleinen Zusatz : Spannung. Die Schockeffekte sitzen, zeigen Wirkung und machen "The Dream Cruise" nach
eher behutsamen ersten 20 Minuten zu einem echten Erlebnis. Das ist
zwar weder originell noch revolutionär, aber immerhin HORROR. Auch
optisch überzeugend; man könnte meinen, es handle sich um einen
Spielfilm.


Fazit : 7,5 / 10




Im Gesamtbild ist die neue Staffel in meinen Augen eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorgänger.


Positive Überraschung !


Wenn man "Pro-Life" und "We all scream for Ice Cream" mal außer Acht lässt, bin ich wirklich sehr zufrieden.

2 grottige Folgen sind auf jeden Fall noch zu verschmerzen; die

Treffer-Quote bleibt dennoch sehr gut. Da sehe ich einer

eventuellen dritten Staffel doch wieder mit freudigerer Erwartung

entgegen !




Gesamtfazit : 7 / 10

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