Review

Pelts von D.Argento

Der zweite Reigen der Horrorserie, bei der sich einige Regisseure selbst feiern dürfen, hält so manches an Hardboiled Splatter bereit, bestes Beispiel dafür bietet "Pelts" von Dario Argento!
Wie schon in der ersten Staffel kann man von Argentos geliebten Cinemascope-Stil und den legendären Kamerafahrten nicht mal mehr einen Hauch erahnen, eine solide Gorestory nach David J. Shows (einem der sogenannten Splatterpunk-Autoren der Neunziger) Vorlage ist es doch geworden. Auch wenn die inhaltliche Ebene leicht schwächelt - es wird weder die seltsame Faszination für all die Pelzchen, noch die Rolle der "Hexe", noch die eigentliche Motivation der vielen Selbsttötungen besonders klar herausgearbeitete - formell, schauspielerisch, musikalisch (Simonetti) und FX-technisch (Ex-KNB) funktioniert es für sechzig Minuten ziemlich gut. Länger hätte auch Argento das etwas mickrige Gerüst der Handlung nicht aufrecht erhalten können, denn dann wäre der Zeitpunkt gekommen, wo die ersten Zuschauer nach dem Sinn von dem Ganzen gefragt hätten. Stattdessen gibt es voll Pulle Splatter, teilweise gut knallig, teilweise zähe und unnötige - von "Saw" und Konsorten beeinflusste - Selbstverstümmelungen, die nicht mehr so viel mit Spass am Effekt zu tun haben.
Ob die Halber-Kopf-durch-Bärenfalle-ab-Aktion eine späte Wiedergutmachung für die Produktionsbedingten Spareffekte in Argentos "Trauma"="Aura" darstellen (dort war ein ähnlicher Effekt mit der "fliegenden Guillotine" geplant und von Savini vorbereitet worden, hatte aber keine Chance bei den Produzenten), wer weiß?
Fazit: derb, hart, blutig, aber auch teilweise gut unterhaltend, vor allem wegen Meat Loaf in bester Spiellaune
Der Rezension lag die US-DVD (unrated) zugrunde.

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