Review

Jenifer

Dario Argento "Jenifer"

Nach dem schwachen "Card Player" und dem eher belanglosen "Do you like Hitchcock" war es nun an der Zeit mal wieder etwas brauchbares vom Altmeister zu sehen. Aber mit "Jenifer" hat sich Argento keinen Gefallen getan und dem Zuschauer auch nicht. Die Idee vom schutzlosen Wesen, dass Menschen in seinen Bann zieht und gleichzeitig auch deren Untergang bedeutet, ist eigentlich gar nicht so übel, aber leider ist die Umsetzung der Geschichte nicht besonders gut gelungen, denn Argento erzählt diese einfach viel zu lieblos und vorallem in einem 0815 Stil, der mir vom Altmeister bis Dato nicht bekannt war. Jeder andere Regisseur hätte das genauso hinbekommen und genau dieser Punkt hat mich an "Jenifer" extrem enttäuscht. Argento ist eigentlich für eine einzigartige Erzählweise und vorallem für eine unverkennbare Kameraführung bekannt; nichts davon ist bei "Jenifer" wiederzufinden. Der Film plätschert langweilig vor sich hin und führt schließlich zu einem vorhersehbaren und blödsinnigem Ende. (blödsinnig, weil man genau so ein Ende erwartet) Mag sein, dass Argento für die Story nichts kann, aber ich hatte wenigstens erwartet ein bisschen italienische Filmkunst zu sehen, die mir doch in den Alten Zeiten allzuoft geboten wurde.
Alles was an diesem Machwerk schockt ist die widerliche Visage von Jenifer und ihr ab und zu durchdringender kannibalistischer Drang. Ansonsten bleibt Simonettis Filmmusik zu erwähnen, die tatsächlich ein bisschen an alte Argento Zeiten erinnert und ein gewisses nostalgisches Flair verbreitet. Viel mehr gibts zu "Jenifer" leider nicht zu sagen.
Das war nix Mr. Tenebrae!

Hoffentlich kann Argento mit seinem kommenden Werk "The Third Mother" wieder überzeugen, sonst ist das Guthaben langsam verbraucht und ich werde das Zepter an Mr. Alexandre Aja überreichen. Die alten Werke wie "Deep Red", "Tenebrae", "Phenomena", "Suspiria" und "Inferno" sind zweifelsohne meisterhafte Kultklassiker, aber irgendwann kommt für jeden die Zeit des Abschieds und nach dem momentanen Stand hätte Argento nach "Sleepless" besser aufgehört.

3/10

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