The Damned Thing
(Splendid)
Die Masters of Horror – Reihe ist momentan die beste Horror - Serie, welche es schafft, gelungene und pointierte Geschichten durch talentierte und bekannte Regiegrößen des Genres für ein erwachsenes Publikum filmisch umzusetzen. Begabte Schauspieler können hier ihr Talent in der kompakten Kurzform unter Beweis stellen, unterstützt von ambitionierten Effektkünstlern und hervorragenden Komponisten, was im Endergebnis nahezu immer ein besonderes Erlebnis für den geneigten Zuschauer darstellt. Gut, nicht jede Episode kann restlos begeistern, aber überdurchschnittlich hoch ist das bisher dargestellte Niveau dieser von Mick Garris produzierten Reihe. Konnte die erste Staffel eine Vielzahl an guten Beiträgen vorweisen, setzte sich die Messlatte damit für die nun gestartete zweite Staffel enorm hoch.
Der hier besprochene Kurzfilm The Damned Thing unter der Regie von keinem geringeren als Tobe Hooper (Texas Chainsaw Massacre, Poltergeist) bietet für ihn eine Rückkehr in texanische Gefilde, und schafft es, eine klassische Kurzgeschichte aus der Feder des berühmten Autoren Ambrose Bierce (1842-1914) durch die Bearbeitung von Autor und Drehbuchschreiber Richard Christian Matheson (Sohn von Richard Matheson, der unter anderem I Am Legend und die unglaubliche Geschichte des Mr. C. verfasste) spannend und fesselnd in die heutige Zeit zu übertragen. Die Geschichte führt uns in das Jahr 1981, wo wir der Familie Reedle beim gemütlichen Abendessen zusehen können. Die Familienidylle wird jäh unterbrochen, als der Familienvater plötzlich zum Gewehr greift, die Mutter erschießt, und den jungen Sohn Kevin durch die Felder jagt, wo er dann vor dessen Augen von einer unheimlichen Kreatur abgeschlachtet wird. Nun folgt ein Sprung in die Gegenwart, der Junge ist mittlerweile Mitte 30, wird von dem talentierten Sean Patrick Flanery (Der blutige Pfad Gottes) dargestellt, und ist örtlicher Sheriff einer Kleinstadt. Da sich der Jahrestag des blutigen und tragischen Vorfalles nähert, ist der eh schon depressive Kevin noch tiefer in seine paranoide, trübe Gedankenwelt versunken. Plötzlich ereignen sich unerklärliche Vorfälle. Es kommt zu brutalen Fällen von Selbsttötung und unerklärlicher Gewalt unter der örtlichen Bevölkerung, schnell verbreitet sich Angst und Schrecken, und dieser Ausnahmezustand scheint eng mit den familiären Vorfällen der Reedle- Familie zusammenzuhängen.
The Damned Thing ist eine der gelungensten Episoden der Masters of Horror - Reihe! Hooper schafft es, sein Publikum direkt zu Beginn am Kragen zu packen, und die nächste Stunde nicht mehr frei zu geben. Hypnotisiert verfolgt man das Geschehen rund um die brutalen Vorfälle und Gewalttaten der Dorfbevölkerung, und die Bemühungen des wohl schon lange nicht mehr so grandios und überzeugend spielenden Sean Patrick Flanery. Gelungene, extrem blutige Effekte paaren sich mit hervorragenden Nebendarstellern (Ted Raimi als Pastor ist hervorragend), eine beinah manische Kameraführung treibt den Zuschauer direkt ins Geschehen, getragen durch einen passenden Soundtrack. Bis in die Nebencharaktere ist jede Person penibel ausgearbeitet, so dass The Damned Thing beinahe Kinoqualitäten erreicht.
Fans dieser Serie werden über diese Episode begeistert sein, ich persönlich empfinde sie als eines der absoluten Highlights dieser Reihe.
CFS