The Washingtonians
(Splendid)
Die Masters of Horror-Reihe, mittlerweile in der zweiten Staffel, ist immer wieder für Überraschungen gut. Auch in der zweiten Staffel reicht die Qualität von „guter Unterhaltung“ bis zum „absoluten Geheimtipp“. Erstaunlicherweise sind bisher immer die Episoden intensiv im Gedächtnis hängen geblieben, welche mit einem politischen Hintergrund eine morbide, sehr makabre Sicht auf ein Gesellschaftsbild gerichtet hat. War dies in der ersten Staffel die grandiose Episode Homecoming von Joe Dante, so ist dies in der zweiten Staffel die vorliegende Veröffentlichung The Washingtonians.
Peter Medak (Species 2, Romeos Bleeding) gibt hier als Regisseur seinen Einstand im Masters of Horror – Team, und schafft es direkt, einen Beitrag abzuliefern, der direkt eines der Highlights dieser Reihe ist.
Der junge Mike Franks (dargestellt vom Drehbuchautoren der Geschichte Johnathon Schaech) zieht mit Frau und Tochter in das soeben geerbte Haus der verstorbenen Mutter. Dort trifft man schnell auf eine Gruppe älterer Damen und Herren, welche alle einen verschrobenen, beinahe unheimlichen Eindruck hinterlassen. Bei der Haushaltsauflösung stößt die Familie auf ein dunkles Geheimnis, welches die amerikanische Geschichte komplett verändern kann. George Washington frönte in seinem Privatleben dem Verzehr von frischem Menschenfleisch. Um ihn herum gründete sich eine geheime Gesellschaft, die Washingtonians, die gegenwärtig immer noch existiert, welche nicht nur das Geheimnis wahren wollen, sondern auch ihrem Gründervater zu Ehren regelmäßig gemeinsame spezielle Mahlzeiten in einem antiken Esszimmer zu sich nehmen.
Was The Washingtonians hier serviert, ist böseste Horrorgroteske vom Feinsten. Die Vorstellung, toupierte, gepuderte und maskierte ältere Herrschaften stürzen sich auf festlich servierte und zubereitete menschliche Leichen, um diese zu verspeisen, da bleibt dem Zuschauer an vielen Stellen das Lachen im Halse stecken. Grotesk, blutig, absurd und dabei sehr, sehr witzig.
Die Veröffentlichung aus dem Hause Splendid wird in einem ansprechenden Steelbook ausgeliefert. Im Bonusbereich findet man neben der obligatorischen Programmschau noch einen Audiokommentar, ein informatives Making of, Outtakes (welche die witzigen Momente der Statisten beim Fleischverzehr zeigt) so wie Features über die mittelalterlichen Kostüme, Perücken und die Effekte.
Wer schon immer sehen wollte, was entstehen kann, wenn Ravenous auf Rosemarys Baby trifft, was die amerikanischen Gründerväter so getrieben haben und wie ein SWAT – Team ein Kostümfest stürmt, der ist mit dieser Veröffentlichung bestens bedient. Für mich ist es auf jeden Fall einer meiner Favoriten der an Highlights schon reichen Serie!
CFS