Review

Staffel 2 (part 1)

Master of Horror (Season 2 – 1. Teil)

Ehrlich gesagt war ich von den meisten Folgen der 1. Season nicht sonderlich angetan, von dem her waren meine Erwartungen an Nummero 2 nicht gerade hochgesteckt. Dementsprechend überrascht war ich dann, als ich (zumindest der ersten Hälfte) ein beinahe durchgehend hohes Niveau zugestehen musste. Ja, bisher bin ich mit Season 2 sehr zufrieden:

Pelts

Den guten Argento hatte ich ja mittlerweile schon so gut wie abgeschrieben (Phantom der Oper hatte zwar schöne Bilder und einen wunderbaren Score, der Film selbst jedoch …). Leider muss man sagen, findet der gute Dario auch mit Pelts nicht mehr zurück zu seinen Wurzeln. Die Produktion ist zwar gut, die Effekte wunderbar und die Story (wie schon bei all seinen Filmen zuvor) kaum der Rede wert, dennoch atmosphärisch, aber die unverwechselbaren Argento-Farbspielereien, die grandiosen Bilder die sich ins Gehirn einbrennen, die lässt er weiterhin vermissen. Nichtsdestotrotz ist Pelts ein guter Film, der angenehm splattert (wohlgemerkt nur in der uncut) und einwandfrei unterhält.
(8/10)

Pro Life

John Carpenter hat es da schon schwerer. Schließlich fand ich seinen Ach-so-tollen The Thing schon maßlos überschätzt. Mit Pro Life jedoch sieht es noch schlimmer aus. Klar die Schauspieler sind toll, die Idee nicht schlecht – aber 1. die „Gore“-Szenen sehen Dank Computer richtig mies aus und die Inszenierung ist gelinde gesagt mau. Ganz zu schweigen von der halbherzigen Gesellschaftskritik (Amis und ihre Abtreibungsgeschichten). Hak ich jetzt mal als Ausrutscher ab.
(5/10)

Family

Ah, dieser wunderbare John Landis. Seit Amazonen auf dem Mond lass auf diesen Herrn nichts mehr kommen. Und auch in seinem MOH Beitrag spart er nicht an (sickem) Humor. Die Schauspieler, allen voran der dicke Norman Bates-Ersatz, machen ihre Sache sehr gut, die Story ist Dank finalem Twist, sehr unterhaltend. Außerdem gibt es ein paar erstens urkomische und zweitens grandios gemachte Szenen (die Frage, die sich stellt ist nun „PC or not PC ?“). Family mag dem ein oder anderen zu „harmlos“ erscheinen, ich abllerdings hab ihn sehr genossen.
(9/10)

Right to die

Hmm, da scheiden sich jetzt auch bei mir die Geister. Der gute Rob Schmidt sagt mir jetzt erstmal gar nichts als Regisseur – dennoch vom Gedanken her ist die Story ganz gut und die Maske teilweise perfekt. Was mir bei Right to die jedoch gefehlt hat war ein Sympathieträger, denn auch wenn ich anfangs sogar ein wenig Verständnis für den Ehemann aufbringen konnte, neigt man dazu in gegen Ende ziemlich zu hassen. Das ist auch beabsichtigt, aber seine verkohlte Frau ist auch nicht gerade ein Schatz. Dennoch okayer Beitrag.
(7/10)

The Screwfly Solution

Und ab zum Totalausfall: Joe Dante ist eigentlich ein von mir recht geschätzter Regisseur, was er sich allerdings bei diesem unmotiviert runtergekurbelten Mist gedacht hat .. da habe ich nicht die geringste Ahnung. Die Story selbst ist eigentlich ganz passabel. Das typische Endzeitszenario halt: Alle Männer drehen durch und wollen ihre Weiblein töten – das Problem Überbevölkerung hätte sich damit wohl erledigt. Insgesamt erinnert das alles ziemlich stark an die tausenden Zombi-Flicks und auch Stephen Kings „Puls“ schien Pate gestanden zu haben. Was ja nichts schlechtes heißen muss, in diesem Fall jedoch tut. Die Schauspieler, die Entwicklung der Geschichte, selbst die Kamera, alles ausser Spesen nix gewesen. Ab in die Tonne dafür!
(2/10)

The black cat

Zum Glück rettet da ein gewisser Herr Gordon den Tag, denn nach dem grottigen Screwfly, liefert er uns hier den imho besten Beitrag bisher ab. Jeffrey Combs als E.A. Poe in der bekannten Geschichte vom schwarzen Kätzchen. Gordon schafft es perfekt das wirkliche Leben Poes mit seiner Geschichte zu verknüpfen und eine grandios morbide Szenerie zu schaffen, bei der der Gänsehauteffekt nicht nur einmal auftritt. So hab ich mir die perfekte Filmfassung zu einer meiner Lieblings-Gruselgeschichten immer vorgestellt! Trotz FSK 16 kommt auch das Blut nicht zu kurz, im Vordergrund jedoch steht (und der beste MOH Vorspann der ganzen Reihe weist schon darauf hin) die düstere Atmosphäre. Combs spielt (eigentlich wie immer, hier aber richtig) einfach nur perfekt, und seine Film-Frau (respektive Kusine) ist nicht nur wunderschön sondern spielt auch recht passabel (wenn auch kein Vergleich mit J.C.). Wofür ich ihn bei Re-Animator gehasst habe, das hat er hier perfekt gemacht (man merkt seine Theater-Erfahrung). Also, unbedingt anschauen!
(9/10)

Valerie on the Stairs

Mick Garris, der Initiator der MOH-Reihe, hat hier eine Kurzgeschichte von Clive – Hellraiser – Barker verfilmt. Und entgegen der überwiegend schlechten Kritiken, fand ich den Beitrag zwar durchwachsen aber grundsätzlich annehmbar. Gut, die Story erinnert stark an Barkers Buch „Coldheart Canyon“ und die Inszenierung schwächelt gegen Ende ziemlich, aber allein Christopher Lloyds Schauspiel ist die 60 Minuten schon wert. Richtig doof (nicht vom Gedanken, allerdings von den Effekten) jedoch sind die letzten 10 Minuten - dafür sollte man Garris zu den Cenobiten schicken. Liest sich auf Paier sicher besser, als es anzuschauen ist. Dennoch, Valerie hat ihre Momente!
(6/10)


Insgesamt bin ich mit den bisherigen Beiträgen sehr zufrieden. Und Stuart Gordons Beitrag allein macht das Ganze schon extrem sehenswert. Also: Weiter so!

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