Review

Staffel 2 (part 2)

Tja jetzt habe ich also die restlichen Filme (bis auf eine Ausnahme) der 2. Staffel gesehen – und feststellen müssen, es herrscht ein ziemlicher Qualitätsunterschied zwischen Volume 1 und 2. Wo viel Licht, da viel Schatten. Und viel Schatten, den gibt es bei den weiteren Folgen.

We all scream for Ice Cream

Und da muss ich auch schon mit der einzigen Folge beginnen, die ich mir bisher noch nicht zu Ende angesehen habe. Der Anfang wirkte allerdings ziemlich trashig (zu Eiscreme schmelzende Opfer, .. naaaaaja). Ein Update folgt.

-/10

Sounds like

Die imho beste Folge der 2. Hälfte. Brad Anderson schafft es, den Schmerz den der Protagonist empfindet mit perfektem Sounddesign auf den Zuschauer zu übertragen. Die „Gabe“ alle Geräusche in 100-facher (evtl. auch mehr) Verstärkung zu hören ist ein genialer Clou und um einiges überzeugender dargestellt als etwa bei Ben Afflecks Daredevil (der Vergleich hinkt nicht so, wie es zunächst scheinen mag) – was nicht zuletzt auch an der grandiosen Performance des Hauptdarstellers liegt. Wie bei Kurzgeschichten üblich hält sich Anderson nicht mit unnötigen Erklärungen des Phänomens auf. Man muss es einfach akzeptieren; daher könnte die Geschichte und vor allem das Ende den ein oder anderen unbefriedigt zurücklassen, dennoch reicht es völlig aus (ähnlich wie bei einem Lynch-Film) sich einfach von der düsteren Stimmung und den interessanten Ideen gefangen zu nehmen.

8,5/10

The Washingtonians

Wer ist eigentlich dieser Peter Medak? Nunja, egal was seine Vita ausgezeichnet hat um ihn in den Kreis der z.T. wahrlichen Kultregisseure aufzunehmen, er hat es versaubeutelt. Die Idee um eine menschenfressende Vereinigung, gegründet von Mister „USA“ George Washington mag ja ganz interessant sein – zumal letzte Woche im SPIEGEL tatsächlich ein Artikel darüber zu lesen war, dass noch vor einigen hundert Jahren ein gewisser Kannibalismus überall in Europa betrieben wurde – doch die Umsetzung ist grauenhaft. Medak kann sich nicht zwischen Persiflage und Gruselfilmchen entscheiden und scheitert in beiden Fällen auf ganzer Linie. Keine Ausarbeitung der Hintergrundgeschichte, bei der ja einiges möglich gewesen wäre, ebenso der Personen. Sämtliche ansatzweise interessanten Ideen verpuffen im Ansatz. Hinzu kommt ein furchtbar nervtötendes Overacting sämtlicher Beteiligter (v.a. der Tochter) und ein gehöriger Mangel an Blut und Gekröse. Muss man nicht sehen!

2/10

The damned thing

Auf diesen Beitrag war ich ähnlich gespannt wie schon auf „Pelts“ und „Pro Life“. Zwar hat sich Hooper nicht nur mit Ruhm bekleckert, aber TCM ist nun mal Kunst- und Kulturgut und auch sein „King of Ants“ war sehr unterhaltsam. Nicht so – leider – sein MOH-Beitrag, denn der ist wirklich ausnehmend schlecht. Zwar kann man getrost sagen, dass es sich hierbei um den brutalsten Beitrag der 2. Hälfte handelt, aber diese Brutalität wird in ihrer Wirkung von unheimlich blöden Effekten im Keim erstickt. Da hilft auch der Hauptdarsteller der „Boondock Saints“ nichts mehr. Schlimmer, er trägt mit dazu bei dass in keiner Minute so etwas wie Stimmung aufkommt. Zudem sind die Goreeffekte teilweise so durchschaubar schlecht getrickst dass man sich den guten alten Savini zurück wünscht. Die Krone des schlechten Trashs setzt sich „The damned thing“ dann mit dem … ich nenne es mal Monster auf, das - komplett CGI – wohl vom unfähigsten Programmierer (oder Grafiker, nennt es wie Ihr wollt) seit „Langoliers“ erstellt wurde. Ein wirklich enttäuschendes Stück Film.

3/10

The V Word

Der zweite (und letzte) Film der Box, der von der BBFC mit einer 18er Freigabe versehen wurde. Eine nette, böse (schließt sich ja nicht immer gegenseitig aus) Vampirgeschichte mit ein paar sympathischen Ideen. Tatsächlich kommt bei dieser Folge endlich mal wieder so etwas wie Stimmung auf – auch wenn der Anfang durch unnötige DOOM3 – Spielszenen künstlich in die Länge gezogen wird. So eine Art „30 days of night“ meets „Der kleine Vampir“. Warum sich unser Protagonist aber ein Gewissen bewahrt (mehr spoilern möchte ich dann doch nicht) ist mir etwas schleierhaft. Da aber ansonsten keine Geschichte zustande käme muss es halt so genommen werden wie es ist. Blutig, düster und durchaus auch komisch. Schöner Beitrag.

8/10

Dream Cruise

Ohje, ein japanischer Beitrag – und das nicht mal vom guten Miike. „Dream Cruise“ von Norio Tsuruta, seines Zeichens Regisseur von eher madigen Werken wie „Ring 0“ und „Sky High“ setzt uns hier (mal wieder) eine sehr asiatische Geistergeschichte vor, die allerdings an und für sich gar nicht so schlecht ist. Sämtliche Zutaten für eine gehörige Paranoia sind für den Hauptdarsteller gegeben. Also wenn ich eine Phobie vor Wasser hätte, nun, ich würde mich nicht mit einem eher psychopatisch wirkenden Japaner, dessen Frau ich regelmäßig flachlege auf eine Kreuzfahrt begeben. Leider ist diese Episode mit rund 80 Minuten (war wohl die Abschlussepisode der Staffel) deutlich zu lang geraten. Die Exposition der Charaktere ist für eine Fernseh-Episode einfach zu ausgewalzt. Wenigstens tritt Tsuruta am Ende noch ein wenig aufs Gas und überrascht durch ein paar krude Effekte (und überrascht weniger mit typischen Inkredenzien wie seltsam bewegenden Geisterfrauen und schwarzen Haaren). Es gibt also tatsächlich ein wenig Blut zu sehen – was nach der einstündigen Psychostudie schon eine krassen Bruch darstellt. Dennoch verhält es sich mit „Dream Cruise“ wie mit all den anderen Japano-Gruslern: Kennt man einen, kennt man alle.

7/10

Insgesamt ist die 2. Staffel immer noch ein ganz gutes Stück Unterhaltung, dennoch war ich dann doch etwas enttäuscht. Die Kluft zwischen echt schlecht und ziemlich gut ist einfach zu krass. Zu durchwachsen das Ergebnis. Vor allem in Anbetracht des Kaufpreises (und der Schnitte) der deutschen Einzeldiscs, nehme ich hier definitiv Abstand von einer Kaufempfehlung. Reinschauen lohnt sich aber trotzdem.

Und auf Staffel 3 bin ich trotzdem gespannt!

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