MASTERS OF HORROR - SOUNDS LIKE
Die Story: Ein Mann mittleren Alters verliert nach dem folgenschweren Tod seines Sohnes immer mehr den Verstand. Der Tunnel in den Wahnsinn offenbart sich in einer akustischen Hölle ... Die sonst jeden Ton erfassenden, feinfühligen Ohren des Callcenter-Leiters erlangen eine transzendentale Ebene. Jegliche Form von Geräusch wird für den Protagonisten zu einem unerträglichen Inferno: Das Brummen einer Fliege wird auditiv auf's Tausendfache expandiert, fallende Wassertropfen lösen Aufschläge wie Bomben aus, die Strickerei der eigenen Ehefrau wirkt wie ein berstender Schwertkampf und selbst eine Augenlidbewegung verursacht irremachende Geräuschquellen, welche wie Dampfwalzen über die Psyche brettern. Es gibt nur noch eine Möglichkeit dieser Tortur ein Ende zu bereiten ...
... seht selbst wieweit Larry, unser Protagonist, geht, um das ultimative Paradies des Schweigens in einer kurz vor der Implosion stehenden Welt zu finden.
SOUNDS LIKE ... ein steriler, zersetzender Kunstfilm ...
Was hier in 56 Minuten seinen Lauf nimmt, ist mit subtilster Sterilität zu charakterisieren. Die Stimmung ist kühl und wälzt sich in Kargheit. Geschichtliche Entwicklungen werden prägnant gehalten, nicht unnötig verklausuliert. Brad Anderson hat es geschafft, einen subversiven Kunstfilm auf den Markt zu hauen, welcher keine Berührungsängste hat, spielfilmtechnische Momente aufzuarbeiten. Sämtliche Erlebnisse sind aus der Sicht des in den Wahnsinn geratenden Protagonisten dargestellt. Die Erzählweise ist, wie schon gesagt, äußerst steril, entseelt und vermittelt den Eindruck, als würde der Narrator jenes Filmes in einem pitoyablen Kerker hocken. Die Vielfalt der Symbolisierungen, die dem Film die zentrale Note verleiht, galoppiert in lakonischem Tempo einem Ende egomaner Dramatik entgegen.
Gorehounds werden bei dieser MASTERS OF HORROR-Episode enttäuscht, Kunstfreunden lege ich dieses cinematische Werk ans Herz. Ein Gegenstück zu finden, welches hierzu komparabel wäre, fällt schwer, da SOUNDS LIKE mit Spielfilmelementen jongliert und es dennoch schafft, in kunstvoll-inszenierten, subversiven Gefilden zu bleiben. Die unkonventionelle Ästhetik ist unwiderlegbar und verinnerlicht sich zu einer eigentümlichen Wirkungsstärke pupiparer Elemente verstörender Formvollendungen - Kein David Lynch, aber durchaus amüsant ...