Review

Cigarette burns - uncut - 9 Punkte

Es ist schwierig, sich einem Film wie Carpenters Cigarette burns zu nähern. Einerseits ist es eine hervorragende Arbeit, die der Altmeister des Genres abgeliefert hat. Anderseits bleibt ein ungutes und zwiespältiges Gefühl nach dem Betrachten des Filmes zurück. Stilistisch vermengt der Regisseur Grenzbereiche zu einer nachdenklich stimmenden Komposition. Die Mixtur aus Thriller-, Horror- und Sickfilm wird nicht jedem munden. Die Storyline verfolgt gradlinig die Geschehnisse. Auch bei der Wahl der Schauspieler hat Carpenter die Asse in der Hand. Udo Kier spielt beängstigend dekadent böse und liefert hier eine seiner besten Darstellungen ab. Die Spannung bricht bis zum Ende nicht ab. Gerade im letzten Viertel des Werkes platziert der Regisseur kurze Gore-Sequenzen, die für eine TV-Produktion sehr herb und unangenehm geraten sind. Es ist auch dieses letzte Viertel, das mich am meisten beeindruckte, denn hier macht der Regisseur den Zuschauer zum Täter und zum Opfer zugleich. Carpenter hält einem bewusst den Spiegel vor und scheint den Horrorfilmfan zu degradieren zu dem, was er primär ist: ein sensationslüsterner Zuschauer.
Wer sich also nach dem Anschauen des Filmes unangenehm oder gar unangenehm ertappt fühlt, bei dem kommt die Botschaft des Regisseurs voll und ganz an. Ob man dies so sieht und akzeptieren kann, bleibt jedem selbst überlassen.
Fazit:
Nach einer langen Reihe von durchschnittlichen Filmen, ist John Carpenter wieder ein „großer Wurf“ gelungen!

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