Review
von Leimbacher-Mario
Pro-Life (5/10)
Pro-Life
Auch Monsterbabies haben ein Recht auf Leben... ?
"Pro-Life" ist eine Folge der Episodenhorror-Serie "Masters of Horror", die jetzt auch schon mehr als eine Dekade auf dem krummen Buckel hat. Und ein Name allein reicht um diese Stunde TV-Horror auf jede Watchlist zu setzen: John Carpenter!!! Nach dem starken "Cigarette Burns" ist dies schon seine zweite Regiearbeit für die kurzlebige Horroranthologie, die wohl ihrer Zeit voraus war. Und es ist das bis dato vorletzte Projekt überhaupt unter der Leitung der unsterblichen Horrorlegende. Die Story ist typisches Carpenter-Territorium: ein wie immer grimmiger Ron Pearlman versucht mit seinen Söhnen in eine Abtreibungsklinik zu kommen, da dort seine Tochter reingerannt ist und man ahnt, dass in ihrem Bauch ein ganz besonderes Baby heranwachsen könnte...
"Pro-Life" ist überdeutlich ein Kommentar zum Thema Abtreibung und einerseits klassisch Carpenter. Kurzweilige Klaustrophobie mit Monstern und ebenso monströsen Menschen. Die wenigen Splatter- und Creature-Einlagen können sich sehen lassen, fast wie in alten Tagen, schön handgemacht und anfassbar. Ron Pearlman spielt den besorgten Religiösen und Vater routiniert und der Soundtrack von Carpenters Sohn kann vor allem anfangs glänzen. Noch nicht ganz das einstige Niveau des Vaters, aber alles andere als übel. Leider wirken die übrigen Beteiligten erschreckend gelangweilt (oder unfähig, je nach Betrachtungsweise) und das TV-Feeling kann nie verleugnet werden. Da kann sogar das feine & passende Script nicht mehr dran rütteln. Und ob der seltsame Witz vieler Szenen gewollt war, bleibt für mich überaus fraglich. So kann "Pro-Life" zu keiner Zeit an Carpenters Glanzzeiten oder seine erste MoH-Episode anschließen. Ein kurzes Halbgürkchen. Eine Gewürzgurke. Fährt man nur drauf ab, wenn man einen kleinen Carpenter in sich hat.
Fazit: erschreckend harmlos, trotz Tabuthema und Carpenter. Als Fan des Meisters kann man sich diese übernatürliche Empfängnis bzw. Abtreibung bzw. Geburt geben, doch selbst dann wirkt die Kreuzung aus "The Thing" und "Assault on Precinct 13" oft unfreiwillig komisch. Ärgerlich! (5/10)