John Carpenter's Cigarette Burns
Der Film als Ende der Welt
Einige Episoden von "Masters of Horror" finde ich toll, z.B. Miikes "Imprint". Andere wie Carpenters Beitrag zur zweiten Staffel ("Pro-Life") eher ernüchternd. Ich habe aber bei Weitem noch nicht alle gesehen. Dieser Carpenter für die erste Staffel stellt aber wohl das absolute Highlight der Kollektion dar - besonders für Carpenter-, Kino- und Horrorfans! Erzählt wird von einem von seiner Vergangenheit geplagten Kinobesitzer, der für einen mysteriösen Filmsammler eine rare und der Legende nach höchst gefährliche bis apokalyptische Filmrolle besorgen soll...
Eine Stunde perfektes Horrorfernsehen
"Cigarette Burns" geht als Carpenter Spätwerk - und das auch noch für's TV! - kaum besser. Hier wollte es J.C. wohl zwischen seinen Wegkollegen nochmal allen zeigen. Und das schafft er! Es wird schwer mir eine bessere "Masters of Horror"-Episode zu zeigen. Reedus hat hier durchaus noch Energie, anders als heutzutage. Kier ist eh für sowas immer ein Gewinn und Highlight. Carpenter klimpert auch wieder etwas Tolles im Hintergrund, fast als befände er sich zu dieser Zeit kreativ nicht schon längst in einem tiefen Tal. Alles ist durchzogen von einer morbiden, abgründigen, filmnerdigen Stimmung. Thematisch könnte das kaum mehr Carpenter sein. Etliche filmische Easter Eggs und Verneigungen sind versteckt, manche mehr andere weniger offensichtlich. Und das Thema "Film als Ende der Welt" könnte ja quasi eh als Überschrift über Carpenters Schaffen stehen. Wer also sowas wie "In the Mouth of Madness" von ihm liebt, wird hier einen direkten und kompakten Nachschlag bekommen. Wundervoller Wahnsinn. Zynischer Zelluloid. Faszinierender Festivalbonus.
Stitches from Sitges
Fazit: wahrscheinlich die beste "späte Stunde Carpenter", die es gibt. Kier heißt Gier! Meisterhaftes Horrorfernsehen mit Kinofeeling, Kinothema, Kinomagie! (8,5/10)