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Ein Jahr nach dem von Kritikern und Publikum gleichermaßen begeistert aufgenommenen Aristokraten-Drama "Wiedersehen in Howards End" drehte Regisseur James Ivory seinen wohl bisher schönsten Film "Was vom Tage übrig blieb" (Originaltitel: The remains of the day) und besetzte die Hauptrolle wieder mit Anthony Hopkins.
Schauplatz der Geschichte ist ein englischer Landsitz in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Um seinen Arbeitgeber Lord Darlington stets zufrieden zu stellen, arbeitet der 1. Butler Stevens (Hopkins) diszipliniert bis zur Selbstaufgabe. Er lebt nur für seinen Job und zeigt keinerlei Regungen oder Gefühle für seine Außenwelt. Selbst sein im Sterben liegender Vater - ebenfalls auf "Darlington Hall" angestellt - spielt für den pflichtbesessenen Lakaien nur eine sekundäre Rolle. Als sich die politischen Verhältnisse in England ändern und der reiche Amerikaner Lewis (Christopher "Superman" Reeve, hier noch vor seinem verhängnisvollen Reitunfall) neuer Eigentümer des Herrensitzes wird, muss sich auch Stevens schweren Herzens an die neue Ära gewöhnen.
"Was vom Tage übrig blieb" ist - in einfachen Worten gesagt - eine in ruhigen Bildern erzählte Geschichte über das verschwendete Leben eines von Diensteifer besessenen Mannes. James Ivory schuf ein wunderbar fotografiertes Portrait über einen Menschen, dessen trostloses Leben im Laufe der Jahre ohne Höhepunkte an ihm vorbeizieht und der in seiner Unfähigkeit, Gefühle zu zeigen, die Türe zur großen Liebe seines Lebens selbst verschließt. Anthony Hopkins spielt den Butler Stevens in absoluter Perfektion. Der Film ist ein Meisterwerk und empfiehlt sich als Geheimtipp für einen intelligenten DVD-Abend.

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