"Freejack" ist ein durchschnittlich gemachter SciFi-Streifen mit prominenter Besetzung, der an einigen Stellen dennoch Spaß macht.
Bei einem Unfall kommt der Rennfahrer Alex Furlong (Emilio Estevez) ums Leben - und wacht putzmunter im Jahr 2009 auf einem Operationstisch wieder auf. Sein Körper soll nämlich dem alternden Industriemogul McCandless (Anthony Hopkins) als neue Hülle dienen. Mit knapper Not kann Alex entkommen. Doch der "Körperjäger" Vacendak (Mick Jagger) ist ihm bereits auf den Fersen. Jetzt kann ihm nur noch seine damalige Freundin Julie (Rene Russo) helfen, die inzwischen für McCandless arbeitet...
Emilio Estevez (Loaded Weapon) gibt einen passablen Helden ab, mit dem man zufrieden sein kann, auch wenn er nicht oscarreif spielt. Rene Russo (Lethal Weapon 3+4) sieht wieder einmal gut aus und spielt ihren Part recht ordentlich. Lediglich Rolling Stone-Frontmann Mick Jagger (Performance) wirkt als Kopfgeldjäger etwas unglaubwürdig. Wie er mit dem Helm auf der Birne in seinem Panzer durch die Gegend cruist sieht irgendwie lächerlich aus. Genauso wenig würde Comedian Martin Schneider als Terminator durchgehen. Zu Anthony Hopkins (Alexander) kann man eigentlich nicht viel sagen, da er in dem Film nur kurz zu sehen ist. Irgendwie eine Verschwendung für einen so guten Schauspieler.
Die Action geht teilweise in Ordnung und auch die Atmosphäre ist recht düster angelegt. Zwar sehen die Laser-Gewehre stark nach Marke Spielzeug aus, doch dafür gibt es ein paar blutige Shoot-Outs und auch das berühmte Katana-Schwert findet kurz Verwendung. Jedoch sehen Vacendak und seine Leute in ihren Uniformen etwas lächerlich aus. Für den Humoranteil sorgt die Schrotflinten-Nonne, die einen schon nahezu kultigen Spruch auf den Lippen hat, nachdem sie dem Obermotz in die Weichteile kickt: "Jesus Christus hat uns gelehrt: Halte deine andere Wange hin! Nur, da wusste er noch nichts von Wixern, wie Sie einer sind!"
In vielen SciFi-Filmen erlöst dann noch der Held das leidende Volk von den sozialen Problemen (z.B. in "Running Man", "Demolition Man"). Dem ist hier nicht so, und das ist auch gut so. Stattdessen machen sich Alex und Julie mit der Kohle von McCandless ein schönes Leben. Das mag nun egoistisch sein, kommt aber realistischer daher als noch so ein Volks-Retter.
"Freejack" kann durchaus unterhalten, auch wenn er kein Big-Budget-Movie ist. Dass viel Geld in einen Film gestopft wurde, muss ja noch lange nicht heißen, dass der Film auch was taugt, was man an den "Matrix"-Fortsetzungen gesehen hat.