Review

Mit gemischten Gefühlen erwartete ich gespannt das Fantasy-Epos 2005 – „DIE CHRONIKEN VON NARNIA: DER KÖNIG VON NARNIA“. Die Trailer waren vielversprechend, doch liegen zwischen diesen Kurzclips und der 136 minütigen Kinofassung zumeist Welten.
Ist es wirklich das große Kino-Ereignis, worauf alle Ring-Jünger sehnsüchtig gewartet haben oder werden wir das Kino enttäuscht verlassen?
Warten wir ab und harren der Dinge, die da kommen mögen ...

Wir begleiten die vier Geschwister Lucy, Edmond, Peter und Susan die aufgrund der Widrigkeiten des 2. Weltkrieges auf den Landsitz eines wohlhabenden Professors fliehen. Bei den ersten Erkundungstouren durch das alte Gemäuer entdecken sie einen uralten Kleiderschrank, de sich als Tor in die Phantasiewelt Narnia offenbart. Dort müssen Sie feststellen, dass die böse Hexe Jadis das Land mit einem Fluch belastet hat, so dass hier der ewige Winter herrscht. Die einheimischen Fabelwesen erwarten schon sehnsüchtig die Ankunft der Menschen, die nach einer Prophezeiung zusammen mit dem Löwenkönig Aslan das Land aus den Fängen des Bösen befreien werden.
Soviel zur Story!

Diese kommt allerdings in der ersten halben Stunde ziemlich behäbig in die Gänge und auch die ersten Eindrücke von Narnia reißen (sicherlich auch bedingt durch die einheitlich weiße Winter-Optik) niemanden vom Hocker – die Magie bleibt auf der Strecke! Selbst der erste Auftritt von Tilda Swinton mag mich nicht begeistern und ich stelle mich schon auf einen enttäuschenden weiteren Verlauf des Filmes ein. Doch mit einem Schlag wendet sich das Blatt, als Eric von den „dunklen Mächten“ entführt wird und seine Geschwister in die Hände der Hexe locken soll.
Deren Rettungsversuch lässt nicht lange auf sich warten und von nun an beginnt unsere phantastische Reise durch Narnia (bzw. durch die hinlänglich bekannt wunderschönen Landschaften Neuseelands) interessant zu werden. Wir begleiten die Kids auf ihrem Abenteuer, bei dem sie vielen hilfsbereiten Fabelwesen (Faun, Einhörner, usw.) und sprechenden Tieren über den Weg laufen, die ihnen beim Kampf gegen das Böse zur Seite stehen. Bis zur finalen Schlacht schart König Aslan ein beeindruckend kampfbereites Gefolge um sich, um gegen Zyklopen, Zwerge und Trolle auf Seiten der bösen Hexe zu kämpfen.
In diesen Szenen liegt die Stärke des Films, der sich zwar inhaltlich auf dünnem Eis bewegt, optisch jedoch zu begeistern vermag. Hier haben die Techniker von Industrial Light & Magic wahrlich ganze Arbeit geleistet – Selten sahen Tiere aus dem Computer so echt und lebendig aus, wie in diesem Streifen; allen voran die Figur des Löwen Aslan, den man als Zuschauer am liebsten durch das weiche Fell streifen möchte!

Die Optik siegt letztendlich über die Story und hebt den Film über die genretypische Hollywood-Standardware! Der bombastische Score unterstützt die Wirkung der beeindruckenden Aufnahmen immens und wechselt dabei geschickt zwischen ruhigen Soli und orchestralen Arrangements.

Dennoch hat es erst einen solchen „Blockbuster“ gebraucht, um die wahre Genialität der „Herr der Ringe“-Trilogie zu erkennen. Peter Jacksons’ Meisterwerk spielt eindeutig in einer anderen Liga und hat von Inhalt und Komplexität ganz andere Ausmaße als Andrew Adamsons’ Verfilmung der in Deutschland weniger bekannten Abenteuer von C. S. Lewis. Einen nach anfänglichen Schwächen spannenden und unterhaltsamen Kino-Event liefert er trotzdem und kann somit allen Fantasy-Freunden ans Herz gelegt werden (7,5/10)

Details
Ähnliche Filme