Review

Keiner verhandelt mit Geiselnehmern so erfolgreich wie der Polizist Danny Roman (Samuel L. Jackson). Als jedoch sein Partner ermordet wird, gerät er unter Korruptions- und Mordverdacht. Um herauszufinden, wer sein Leben zerstören will, sieht Danny nur einen einzigen Ausweg: Er wird selbst zum Geiselnehmer, bringt vier Menschen in seine Gewalt und verbarrikatiert sich mit ihnen in einem Hochhaus. Als Verhandlungsführer fordert er den auswärtigen Top- Spezialisten Chris Sabian (kevin Spacey) an, denn nur einem Aussenstehenden traut er zu, die Wahrheit ans Licht zu bringen, da jeder andere aus seinem Bezirk ein koruppter Mensch sein könnte. Es beginnt der Verhandlungspoker zweier Profis, die alle Tricks und Bluffs meisterhaft beherrschen. Inzwischen ist das Hochhaus von schussbereiten Cops umzingelt, die nur auf eine Gelegenheit warten Danny zu erledigen. Unter ihnen befinden sich auch die wahren Schuldigen...

Hier haben wir eine kleine Perle und ein Paradebeispiel, wie man Spannung über den ganzen Film ohne Längen abdrehen kann. Und das bei 135 Minuten Spielzeit!
Die Story ist zwar nicht unbedingt als innovativ zu bezeichnen, aber wer brauch das schon wirklich. Ich nicht.
Man wird nach kurzer knackiger Einführung direkt zum Haupt-Plot geführt und hat mit Danny Roman den Sympathie-Charakter des Filmes ausgemacht. Die schier auswegslose Situation, sich als Unschuldigen zu beweisen, wird stets dramatischer und brenzliger für Roman bis zum Punkt hin, dass man als Zuschauer eigentlich keinen Ausweg mehr sieht, als nur noch den Heldentod als einzige Lösung erkennen kann. Zu dieser Ohnmacht kommt hinzu, dass jeder Anwesende mit Scharfschützengewehr bzw. die Befehlshaber den eigentlichen Dreck am Stecken haben könnte, und nur darauf warten, Roman endlich abzuknallen.
Das stellt Regisseur F. Gary Gray mit der Auflösung sehr geschickt an und lässt den Zuschauer über fast die gesamte Spielfilm-Länge im Dunkeln tappen, was zusätzlich die Stimmung anheizt.
Eigentlich ist schon anfangs die Situation für Roman aussichtlos, aber da er selbst bei Geiselverhandlungen ein Ass ist, ist er seinen "Kollegen" ständig einen Schritt voraus, was ihm immer wieder etwas Luft verschafft, auch wenn diese jedesmal brachialer mit der Brechstange vorgehen.
In der Filmitte taucht dann endlich Spacey auf, der anfangs im Bereich der Sympathie leider nicht so überzeugen kann, da er in erster Linie um das Wohl der Geiseln besorgt und Roman ihm scheißegal ist. Was sich aber im weiteren Verlauf ändern soll. Aber OK, Bluffs und Tricks auf jeder Seite. Schließlich sind sie beide Profis auf diesem Gebiet.

Es gibt nicht viel an dem Film auszusetzen, außer dem Ärgerniss, dass Roman (Jackson) mindestens zwei Mal in absoluter Schusslinie steht und trotzdem am Leben gelassen wird. Das wirkt aufgrund der "Ohne-Verluste"-Geiselnehmer-Theorie und dem Brechstangen-Vorgehen doch etwas zu sehr aufgesetzt. Da drunter hat der Film jedoch nicht zu leiden, aber als Ass von Geiselnahmen, hätte man hier und da ein paar Stellen für Jackson im Drehbuch ausgefeilter umschreiben können, als dass er sich blöd als Kanonenfutter in diesen Szenen hinstellt.

Alles in allem bleibt ein überdurchschnittlicher Thriller auf sehr hohem Niveau und Tempo zurück, den man mal wirklich gesehen haben sollte.

9/10

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