Hört man zunächst den Namen „Princess Aurora“ so möchte man wohl in erster Linie an eine nettes fernöstliches Märchen denken. Falls man bereits wissen sollte, dass es sich Inhaltlich um einen Rachefeldzug handelt, dürfte ein Vergleich zu „Kill Bill“ Nahe liegen. Im Endeffekt trifft keines von beidem zu. Die einzigen Gemeinsamkeiten zu „Kill Bill“ dürften jedoch in der weiblichen und gutaussehenden Hauptfigur, der Killerin, sowie deren Motive zu finden sein.
Inhaltlich bietet „Princess Aurora“ nicht wirklich neues:Als Korea mehrere grausame Morde erschüttern, ermitteln Detective Oh und Partner Jung bereits in jener Mordserie. Der einzige Zusammenhang und Anhaltspunkt liegt in einem an jedem Tatort auftauchendem Kinder-Cartoon – Aufkleber von „Prinzessin Aurora“. Während alle noch im dunkeln tappen, hat jedoch Detective Oh bereits ein Verdacht wer sich hinter den grausamen Morden verbirgt. Dass es sich dabei um seine attraktive Ex-Frau handelt, behält er zunächst für sich. Währenddessen setzen sich die Gewalttaten stetig fort. Anfangs sieht alles noch nach einem sinnlosen Gemetzel aus, doch bald stellt sich heraus, dass es sich dabei um einen sehr gut geplanten Rachefeldzug handelt...
Der Film beginnt gleich mit einem doch recht brutalem Mord, welcher eindeutig erkennen lässt, welche Marschrichtung der Film versucht einzuschlagen. Zwar sind nicht alle Taten derart von Blut getränkt, haben dafür jedoch eine relativ große Bandbreite. Mit Blut wird jedoch bis zum durchaus guten Ende hin nicht gegeizt. Im großen und ganzen ist auch die Story gut erzählt und kommt ohne große Lücken bzw. Durchhänger aus. Das zwischenzeitliche Katz und Maus – Spiel ist auch relativ gut inszeniert und selbst das Finale hebt sich, wie bereits erwähnt, ein klein wenig von der grossen Masse der 08/15-Thriller ab. Regisseurin Bang Eun-Jin ist somit ihr Regiedebüt allemal geglückt und hat einen durchaus spannenden und guten Rache-Thriller geschaffen. Auch die eigentlichen Motive werden sehr gut und erst zum Ende des Filmes hin vermittelt.
Auch die Darsteller machen ihre Arbeit durchwegs gut. Die Hauptdarstellerin wirkt zwar zum Teil sehr unscheinbar, kommt aber im Endeffekt mit ihrem Image als Eiskalte Killerin, welche ihre gestreckten Ziele mit allen Mitteln erreichen will, sehr gut und auch attraktiv rüber. Auch der Rest der Darsteller-Riege macht einen ordentlichen Job.
Alles in allem ist „Princess Aurora“ ein guter Rachefeldzug – Thriller, welcher erneut die Frage aufwirft ob unter den gezeigten Umständen bzw. Motiven eine solche Tat nicht gerechtfertigt ist. Zwar keineswegs mit der Klasse wie z.B. „Bittersweet Life“ oder gar „Oldboy“ ausgestattet, vermag der Film jedoch sehr gut zu unterhalten und zeigt einmal mal dass sich das Koreanische Kino mehr und mehr im Vormarsch befindet. Dank solcher Filme kann man dies wohl nur gut heissen.