Es gibt Filme und Regisseure die polarisieren. Peter Thorwarth und seine Filme "Bang Boom Bang", "Was nicht passt wird passend gemacht" sowie "Goldene Zeiten" gehören dazu. Zu speziell ist der rheinische Proll-Humor, zu skurril und schräg die Figuren um für ein Massenpublikum interessant zu sein. Ich muss von vornherein zugeben, dass auch ich kein großer Thorwarth-Fan bin und es auch nach "Goldene Zeiten" nicht werde.
Die Story um Event-Manager Ingo (endlich mal eine echte Hauptrolle: Wotan Wilke Möhring), der mit einem Hochstapler (Dirk Benedict, bekannt als "Face" aus dem "A-Team") ein Charity-Golfturnier organisiert, dass letztendlich richtig schiefgeht ist zu simpel gestrickt, um über eine Lauflänge von knapp 2 Stunden zu fesseln und zu unterhalten. Am meisten stört dabei die gestelzt wirkende Hochglanz-Optik des Films, welche zuweilen - angesichts allzu offensichtlichen Schielens auf gelackte Hollywood-Produktionen - unfreiwillig komisch wirkt. Dazu gesellt sich ein zäher und teils verwirrender Plot, der nur gelegentlich durch etwas Situationskomik und eine Prise urkomischer Figuren - erwähnt sei hier Ralf Richters Rolle als Lude Grabowsky - gewinnt. Ansonsten gibt es dann noch ein paar Anspielungen auf die jüngere deutsche Filmgeschichte (unbedingt "Lammbock" und die beiden anderen Thorwarth-Filme vorher anschauen), die dem Normal-Zuschauer allerdings weitgehend verborgen bleiben. So geschehen bei mir im Kino: 2 Leute kringeln sich vor Lachen und man selbst sitzt verduzt da - dumm gelaufen.
Zwar gibt es auch einige ganz witzige Einfälle im Drehbuch (Dirk Benedict als Double von sich selbst) und ein paar - wie gewohnt in Thorwarth-Filmen - köstliche Dialoge, doch fragt man sich verwundert, warum die Protagonisten andauernd telefonieren müssen (war das denn wirklich für die Story unerlässlich?) und allzu offensichtliches Product-Placement teils verfremdet (BILD) und teils nahezu aufdringlich zelebriert (Warsteiner) wird. Zu viele Ungereimtheiten bleiben bei "Goldene Zeiten" und machen den Film zu einem sperrigen und grobschlächtigen Proll-Happening.
Zwar will ich hier nicht als Moralapostel auftreten, doch der Anteil der Gewaltätigkeit im Film wirkt doch arg befremdlich und - ebenso wie Storyhänger im Mittelteil - schlicht unnötig.
Fazit: "Goldene Zeiten" sind bei Genuss dieses gelegentlich witzigen und zu langen Machwerk wahrlich nicht in Sicht. Ein kurzweiliger Film mit namhafter Besetzung, doch 2 Stunden nach Sichtung hat man diesen mißglückten Mix aus Gangsterkrimi und Prollkomödie wieder vergessen.