Einer der wohl legendärsten Filme des vergangenen Jahrhunderts dürfte zweifelsohne Rocky gewesen sein. Dieser Film hat Anno 76 nunmal das Lebensgefühl und damit auch die Probleme der Armut, die soziale Verzweiflung und den von so vielen veträumt gehegten 'American Dream' wiedergespiegelt . Von einer Null zum Star.
Rocky Balboa (Sylvester Stallone) ist ein finanziell schlecht gestellter Lebenskünstler, welcher sich mit harten Gelegenheitsboxkämpfen und kriminellen Knochenbrecherjobs über Wasser hält. Sichtlich enttäuscht, aber dennoch auf eine Art und Weise naiv fröhlich, ebnet er sich seinen Weg durch die Pfade seines Lebens. Er verliebt sich in die Schwester seines langjährigen Freundes Paulie (Burt Young) namens Adrian (Talia Shire). Sein Leben dreht sich nur im Kreis und ein Ausweg scheint nicht in Aussicht zu sein, bis er dann vom amtierenden Box-Weltmeister Apollo Creed (Carl Weathers) zur Chance seines Lebens herausgefordert wird...
Ein mit Herzblut gespieltes und rührendes Stück Filmgeschichte, dessen bekannter Score, während der Trainingssequenzen Kultstatus erlangt hat. Eine Geschichte, die aufzeigen soll, dass nicht nur finanziell priviligierte Menschen über die nötigen Mittel verfügen um Berge zu versetzen. Gepaart mit liebevollen und mitunter witzigen Dialogen versetzt uns Rocky in ein Armenviertel von Philadelphia, fernab vom Glanz des Reichtums.
In ein Leben in der das Gesetz des Stärkeren gilt.
Die schauspielerischen Leistungen sind auf einem konstant hohen Niveau, da jeder einzelne die Glaubwürdigeit seiner jeweiligen Figur unterstreicht. Mit einem motivierten und noch jungen Sylvester Stallone in seiner ersten Hauptrolle, welcher auch gleichzeitig das Drehbuch verfasste und somit der Saga das Leben einhauchte, macht es immer wieder Spaß Balboas Weg zu verfolgen. Burt Young als kauziger und dauerhaft schlecht gelaunter Miesepeter ist immer wieder witzig anzusehen. Die guten Leistungen unterstreicht auch Talia Shire, welche die Figur der Adrian in einem guten Kontrast zur Hauptfigur darstellt. Lediglich Carl Weathers übertreibt ein wenig und nervt mit dauerhaften One Liner Zoten, welche meist ein wenig infantil daher kommen. Aber diese Tatsache ist nur ein kleiner Fleck auf der ansonsten strahlend weißen Weste des Films.
Faszinierende Charakterstudie eines vom Leben gebeutelten Mannes, der die Chance seines Lebens erhält. Der Film ist tatsächlich weniger ein reiner Boxfilm, sondern mehr ein ruhig erzähltes Drama. Und genau hierbei liegt seine Stärke. Die unbestreitbare Nähe zum Menschen, garniert mit einer sympatischen, wenn auch naiv ungebildeten Hauptfigur bescherten Rocky seinen verdienten Weltruhm und seinen Bekanntheitsgrad.
Mir entgleitet auch heute noch ein nostalgisches Seufzen, wenn Rocky blutunterlaufen Adrian darauf aufmerksam macht, dass sie es geschafft haben.
Und ich denke, ich stehe damit auch nicht alleine da.