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iHaveCNit: Rocky (1977)
15.01.2019

Sylvester Stallone war mit 28 Jahren am Boden angekommen. Inspiriert vom Boxkampf von Muhammad Ali gegen Chuck Wepner und dem Boxer Rocky Marciano schreibt er ein Drehbuch, das sein Leben und die Filmgeschichte verändern wird. Nachdem er mit Robert Chartoff und Irwin Winkler die Produzenten gefunden hat und der Film nach einiger Vorbereitung und einem Budget von ca. 1. Million Dollar in einem Zeitraum von ca. 7 Wochen abgedreht wurde, kam der Film Ende 1976 in die amerikanischen Lichtspielhäuser und hat nicht nur langsam die Welt erobert, er ist ein riesiger Erfolg geworden und er hat auch einen respektablen Eindruck bei der folgenden Verleihung der Oscars und der Golden Globes gemacht. Aber für mich viel wichtiger - Bei meiner Erstsichtung, bei der ich aktuell gar nicht mehr sagen kann, wann das für mich war, hat sich der Film auch in mein Herz geboxt.

Rocky Balboa wohnt alleine in einer Bruchbude in Philadelphia, verdingt sich als erfolgloser Boxer und als Geldeintreiber für den Kredithai Gazzo. Darüber hinaus versucht er bereits laufend bei der schüchternen Tierladenverkäuferin Adrian zu landen. Als der aktuelle und gelangweilte Boxchampion Apollo Creed nach einem Herausforderer für einen Schau-Titelkampf sucht, fällt die Auswahl auf Rocky Balboa, den italienischen Hengst. Für Rocky ist es die Chance seines Lebens. Mit dem Ziel vor Augen arbeitet er mit aller Kraft daran, dass der Kampf und damit auch sein Leben erfolgreich verläuft.

Der amerikanische Traum, jeder kann es schaffen – die klassische Underdog-Story entwickelt sich zu einem berührenden und emotionalen Charakterdrama eines eigentlich erfolglosen Boxers, der durch einen Zufall endlich die verdiente Chance auf den Erfolg hat – nicht nur im Boxring. Boxen selbst ist in großen Teilen der Welt einfach eine populäre und geschichtsträchtige Sportart und eignet sich durch das Duell Mano a Mano und den damit verbundenen sportlichen Aufwand für beide Kontrahenten perfekt für die Geschichte um Rocky Balboa, obwohl man jede andere Sportart als Aufhänger für das Charakterdrama hätte nutzen können. Aber man hat sich für Boxen entschieden und mit „Rocky“ ich will weniger das Wort „Meisterwerk“ oder „Kult“ verwenden, viel passender ist wohl der Begriff „Klassiker“ demnach einen „Klassiker“ der Filmgeschichte erschaffen, der auch sehr stark den Bereich des Boxfilms geprägt hat. Das Schauspiel ist extrem authentisch nah und zeichnet darüber auch ein interessantes und sehr stimmiges Milieu, in dem der Film spielt. Klar lässt sich aus heutiger Zeit nicht vermeiden, dass es die ein oder andere Situation zum Fremdschämen gibt, aber so war das damals und es funktioniert auch prima. Der Film schafft mit seiner Musik, seinem Schauspiel und der Inszenierung ein richtig gutes Gefühl. Man bekommt Gänsehaut, die Emotionen kochen bei einem hoch und der Film hat einfach einen Wiedererkennungswert. Gerade das etwas hölzerne und unbeholfene Schauspiel von Stallone passt einfach perfekt, weil auch Rocky noch etwas grün hinter den Ohren ist, die Interaktionen mit Talia Shires Adrian, Meredith Burgess Mickey und Burt Youngs Paulie sind richtig toll gespielt und machen den Film zu einem vollen Erfolg. Erfolg im Leben muss sich nicht zwingend darin äúßern, irgendwo siegreich zu sein, es reicht, wenn man selbst ein gestecktes Ziel oder mehr noch erreicht und auch noch den Respekt dafür als Früchte erntet.

„Rocky“ - Multiple Look – 10/10 Punkte.

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