Review
von Hellhammer
Gewiss bin ich etwas spät dran diesen Streifen aus Subkulturs Toei Klassik Reihe zu rezensieren. Dies hängt damit zusammen, dass er für mich, obwohl ein Grundinteresse bestand, keine Priorität hatte und so kam ich erst kürzlich zu einem stark ermäßigten Preis noch in den Besitz der Scheibe.
Vom technischen Standpunkt her gibt es da auch wenig zu murren: Subkultur hat sich mit der Scheibe einiges an Mühe gegeben (besonders wenn man den Releasezeitpunkt bedenkt).
Der Streifen selbst blieb leider hinter meinen Erwartungen, obwohl interessante Ansätze da sind. Gehen wir dazu in medias res:
Über weite Strecken gefiel mir die Fotografie des Films - gerade einige der Außenaufnahmen konnten punkten und zeigen, dass hier doch etwas Mühe hineingeflossen ist. Auch die Besetzung halte ich in weiten Teilen für gelungen.
Für mich krankt der Streifen am meisten am Drehbuch und der moralinsauren Haltung dahinter. So wagt man es nicht eine der beiden zerstrittenen Gangstergruppen obsiegen zu lassen (aus offensichtlich moralischen Gründen). Und damit noch nicht genug: jeder der in irgend einer Form Unterstützung beim gegenseitigen Rachekampf geliefert hat - auch die hübschen Damen - muss sterben. Die Botschaft ist klar: Verbrechen darf sich nicht auszahlen, selbst wenn es zum Guten führt. Jeder muss seine Strafe bekommen. Das wirkt antiquiert im Stile von Himmel und Hölle und ist gleichsam langweilig. Menschen sind selten völlig gut oder völlig böse (schon nicht weil die Beurteilung dahinter sehr schwammig ist. Je nach Zeitkontext oder Situation kann die selbe Handlung als gut oder böse bewertet werden). Ich weiß daher Serien und Filme zu schätzen, die sich hier um mehr Differenziertheit bemühen (aus jüngster Zeit z.B Game of Thrones).
So sind etliche Handlungen im Film für mich nicht nachvollziehbar (und das nicht aus wegen meiner europäischen Verwurzelung) sondern weil sie schlicht nicht logisch sind (offensichtliche Fallen werden nicht erkannt, Chancen auf Rache nicht genutzt, Rache groß angekündigt aber dann nicht folgerichtig vollzogen usw.).
Das Ganze lässt dann den Film für mich in der Mittelmäßigkeit absaufen. Mit den Charakteren zu fiebern lohnt nicht (ihr Ende scheint oft schon besiegelt und ist es so auch gegen Ende) überhaupt lohnt wenig an der Story: eine harmlose Rachegeschichte ohne große Schauwerte, die spannungsarm im moralinsauren Ende untergeht. Dass die Spannung nicht allzu sehr steigt ist auch den schwachen Schnitt geschuldet, der etliche Randszenen viel zu lange gehen lässt (und das bei der eh schon kurzen Laufzeit) und weit weg ist von pointiert.
Für damals ambitioniert halte ich in erster Linie die Verfolgungsjagd und Schießerei von den Autos aus (wobei das aus heutiger Sicht auch kalter Kaffee ist) und die harmlosen Szenen rund um den Drogenentzug. Bei dem Thema Drogen versucht man besonders den Zeigefinger zu heben und beschwört die Gangsterehre (wobei die auch die "sauberen" Gangster nicht gänzlich aufs Drogengeld verzichten wollen, was alle Ansätze zu diesem Thema ad absurdum führt und einige an Gesagtem ins absolut lächerliche verkehrt).
Das klingt jetzt nach Totalveriss - ist es aber nicht. Ich bleibe bei meinem Urteil, dass unterm Strich ein noch mittelmäßiger Film entstanden ist, der beim einmaligen Ansehen Genrefans sicher zufriedenstellt trotz aller genannter Schwächen. Nicht mehr aber auch nicht weniger, daher folgerichtig 5 Punkte.