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Die 70er waren ganz klar das Jahrzehnt des Katastrophenfilms. Alles begann mit "Poseidon Adventure" und kulminierte 1974 schließlich in zwei der besten Genre-Produktionen, die auch heute noch zu begeistern wissen: "Flammendes Inferno" und "Erdbeben".
Während das teuere "Flammende Inferno" (16 Millionen Dollar) bei der Oscar-Verleihung absahnte, musste sich der billigere Film "Erdbeben" (kostete mit 7 Millionen Dollar nicht einmal die Hälfte) mit einem Ehren-Oscar für Spezialeffekte begnügen. Und dabei macht "Erdbeben" nicht weniger her als sein "großer Bruder".

Los Angeles wird von einem gewaltigen Erdbeben heimgesucht, welches die Stadt in Schutt und Asche legt. Ingenieur Graff (Charlton Heston), der zwischen zwei Frauen (Ava Gardner, Genevieve Bujold) steht, leistet Hilfe, wo er nur kann ...

Die Story ist so simpel wie Graffs Beziehungskiste mit den beiden Damen. Dafür ist der Identifikationsfaktor mit den vielen verschiedenen Figuren merklich höher als bei heutigen Blockbustern, die einzig und allein auf Effekte setzen. Es sind die menschlichen Dramen, die die Klasse dieses Meisterwerks ausmachen!
Selbstverständlich ist auch "Erdbeben" großes Effektkino. Berstende Wolkenkratzer, einstürzende Autobahnen und ein brechender Staudamm - alles umgesetzt mit exzellenten Tricks, die über 30 Jahre später noch voll und ganz überzeugen. Selten wirkte ein Desaster derart real. Dazu trug damals zusätzlich das neue Tonverfahren Sensurround bei, welches die Kinogänger geradezu in Panik versetzte.

Doch nicht nur für die Inszenierung der Naturkatastrophe wurden keine Kosten und Mühen gescheut. Die Starpower von "Erdbeben" ist ebenfalls beachtlich. Neben Heston, der zu jener Zeit auf die Heldenrolle im Actiongenre abonniert war, spielen Lorne Greene ("Bonanza"), George Kennedy ("Die nackte Kanone") und Richard Roundtree ("Shaft"). Als ständig Betrunkener ist Walter Matthau zu sehen und verleiht dem tragischen Spektakel fast so etwas wie einen Humorpunkt.

Fazit:
"Erdbeben" kombiniert famose Special Effects und spannende Schicksalsgeschichten zu einem Katastrophendrama der Extraklasse. Ein solch hohes Niveau trifft man heutzutage in Weltuntergangs-Epen wie "Armageddon" oder "Day After Tomorrow" leider nicht mehr an. Volle Punktzahl!

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