Review

“There’s been a couple of times that he’s wanted to do something and I talked him out of it. He’s a pretty physical guy and likes to do his own stunts. Some of the things he does were pretty easy to get banged up. I’ve tried to talk him out of it sometimes, but not very successfully most of the time. He went 'n' did ‘em anyway, several of ‘em. He’s been banged up a few times.”

“It’s a dream job. I wake up sometimes and I can’t wait to get to work when I’m working with him. He makes things so easy for ya. We’re not a social group or anything like that, it’s always professional. We’re good friends but we don’t socialise. He has his special friends and I have mine. It’s easy. He’s Mr Easy. He makes things easy and uncomplicated on the films I worked on and that I directed. He said “Oh don’t worry Buddy just go ahead and do it. If we have to do it again don’t worry we’ll just do it.” He takes all the pressure off you and that goes for coordinating action or anything you’ve done for him. He’s not worried about success, but he’s done well.”

~ Buddy Van Horn

Nach einer Reihe von persönlichen Projekten die nach Das Todesspiel (1988) weitere Rückkehr von Clint Eastwood zu einem eher kommerziellen Projekt, zu bisher sicheren Kassenhits, hier unter der Führung von Stuntspezialist Wayne "Buddy" Van Horn, der seit 1968 entsprechender Koordinator und Second Unit Regisseur für über zwanzig Werke von Eastwood zuständig war, aber (trotz dem Erfolg vom Debüt Mit Vollgas nach San Francisco, 1980) kein geborener Regisseur, nicht so richtig das Talent von ihm. Ausschlaggebend hier für das Scheitern sicherlich die mäßige Mundpropaganda, der Wechsel der Generationen und der andere Anspruch des Genres, das Nachwachsen der Jugend, der Ruf von Eastwood zu dem Zeitpunkt vorübergehend ruiniert, auch Rookie - Der Anfänger (1990) war finanziell nicht erfolgreich, vom ebenfalls von Van Horn gedrehten Pink Cadillac (1989) ganz zu schweigen, trotz diesmal reduzierten Budget, von 30 Mio. USD auf nicht ganz 20 Mio. USD heruntergeschraubt, aber auch das Einspiel diesmal niedriger:

Auf der Flucht vor ihrem auf krumme Bahnen geratenen Ehemann Roy McQuinn [ Timothy Carhart ] gerät die mit ihrem Kleinkind abhauende Lou Ann [ Bernadette Peters ] noch mehr in Schwierigkeiten, hat sie doch den Wagen ihres Göttergatten 'geborgt', in dem sich das für Waffenkäufe benötigte Geld seiner Kumpane, der 'Heimatfreunde', einer paramilitärischen arischen Organisation um Alex [ Michael Des Barres ] befindet, die ihre Männer, speziell Roy und Alex [ John Dennis Johnston ] hinter der Frau her schicken. Zudem ist ihr der Kautionsagent Tommy Novak [ Clint Eastwood ] auf den Fersen.

Warum Van Horn hier von der Laufzeit her leicht in die Verlängerung geht, zwei Stunden Laufzeit, ergibt sich angesichts des Ansinnens, einer Actionkomödie alter Schule her nicht so wirklich; altmodisch gehalten ist man, ein erster Blick auf einer White Trash Trailerpark mitten in der Einöde, der Wüste und Weite Amerikas, ein Telefon klingelt, es wundert um Anschluss dort draußen, Empfang und Verbindung. Das Telefon klingelt länger, die Behausung sieht wild aus, ordentlich abgeranzt und verschmutzt, der Ventilator arbeitet auf Hochtouren, eine Show wird geboten, die Polizisten amüsiert, ein Kopfgeldjäger bei der Arbeit, die Musik übrigens von Steve Dorff hier, Editor natürlich Joel Cox. Der Anruf eine Falle, die Polizisten schauen nur zu bei der Verhaftung, der Prügelei, “Nur schnappen, Freunde. Nicht verarschen.“, Eastwood schafft das auch alleine, der Film wirkt wie Ende der Siebziger, mit Rodeoclowns und Co., entspannt noch die Arbeit, die Musik, der Film, es könnte eine Fortsetzung der früheren Erfolge von Der Mann aus San Fernando (1978) sein, das Geld wird beim Richter persönlich abgeholt, es wird sich viel amüsiert; bis die Neonazis kommen. Woanders, unweit davon, in einem ähnlich miesem Areal wird auch Geld abgeholt, vom Vermieter die Miete zurück, ein Teil zumindest, für die Babynahrung, die Zeiten und Verhältnisse sind hier anders und trotzdem gleich geblieben, nur über die Jahre daran gewöhnt, sich adaptiert an die Verschlimmerung.

Es ist kein Platz für ein Kleinkind, dennoch wähnt man sich am Ziel der Träume, ein Koffer voller Geld, echt gefälscht. Eine idiotensichere Anlage soll das sein, eine Razzia später steht man vor Gericht, die Spitze eines Eisberges, ein anerkannter Kautionsvermittler gewollt und engagiert. Inszeniert ist das so im nebenbei, mal hier, mal da, es geht auf Ernst auch von jetzt auf gleich, Vernunft hat dem Eastwood hier nicht gefallen. Kulturelle Referenzen werden hier gemacht, von Elvis Presley und Dolly Parton, dazu eine Flucht veranstaltet, vor dem eigenen Ehemann; die zweite Hauptrolle ist eine Frau, die um Selbstständigkeit und Freiheit kämpft, die sich einen Ausweg bahnt, zwanzig Minuten braucht man für die Prämisse, die Verfolger sind die “Spinner vom Heimatrecht“, Eastwood lehnt erst ab, es wird an seine Moral appelliert, und ans Denken an die Benzinkosten, auf der Tonspur Countrypop und Westernrock. Zuweilen wirkt man ein wenig wie Dead Bang - Kurzer Prozess (1989), die Arier mit den geheimen Orten und ebenso geheimen Treffen, mit dem Maschinengewehr, es wird sich in die Gefährdungen begeben, es geht auf Ernst, die Faschisten werden auch entsprechend als Bedrohung empfunden und so auch gezeichnet, ein Ausflug in die Unterwelt, nicht nur den Kopfgeldjäger auf den Fersen.

Nach Reno geht es, das ist schon die Metropole hier, das Glücksspielparadies, das Fluchtgefährt schnell ausgemacht, es ist nicht zu verkennen, es gibt dem Film seinen Titel, es gehört auch gar nicht der Frau, das Geld darin auch nicht, das ist das Problem; Jim Carrey gibt seine Elvis-Nummer, der erste Gag, eine reife Nummer. Der “Lieferjunge“ muss bald in die Aktion, in die Reaktion, in die Realität, er hat die Geschichten schon oft gehört, er hat seine Fähigkeiten und Fertigkeiten und Erfahrungen, er möchte sich heraushalten, das geht aber nicht, “Das werd’ ich so bereuen.“, Eastwood hier in Jeans gekleidet, er verscheißert die Frau ein bisschen. Sacramento war der Zielort, auch so eine Großstadt im Nichts, von der Konstellation her ein Murphys Gesetz (1986), Frau Peters geizt nicht mit ihren Reizen, Eastwood geht lieber auf Nummer Sicher, es ist ihm alles nicht koscher, und das wird es zunehmend weniger, es macht es ihm nicht einfacher; ab dem zweiten Drittel wird die Handlung aggressiver, es sieht nicht gut aus, “Amerika den Amerikanern!“, das Waffenbudget fehlt. Es gibt hier viele neue Gesichter, es wird zwischen den Gesetzen unterschieden, den eigenen, den offiziellen, denen, nach denen man leben will, es wird sich verkleidet, “Ich will nichts wissen von Plumpaquatsch.“, der Plot eher anekdotisch, zwischendurch werden andere Kriminelle gefangen, der Auftraggeber angeschwindelt, mal in den Sprint gegangen, dann die Autostunts, in ein Casino rein gerast. Die Cops sind meist außen vor, es wird auf Partner gemacht, die Konflikte angezogen, Gewalttätigkeit auch gezeigt, etwas Persönlichkeit auch eingebunden, über sich selbst erzählt, sich gegenseitig analysiert, Gottes Furcht verbreitet, die Waffen gezückt.

Im provinziellen Milieu durchgängig gehalten, kleine Häuser, ärmlich eingerichtet, das alltägliche Leben, dazu die Meetings versteckt im Wald, die Schüsse laut, ein Sprung durchs Fenster. Auf Amphetamine ist man hier, die Gegenseite zumindest, mittendrin wird gestorben, durch einen Treffer in die Bauchseite, paar Minuten Leben noch, dann ein langes Sterben. Einige Dialoge sind einfach gehalten, andere wollen eine besondere Bedeutung erschaffen, es wird viel durch die Landschaft gekurvt, Eastwood hier recht in Form, die Arme muskulös, der Körper trotzdem schlank, seine Figur kennt viele Personen, er hat viele Kontakte und Informanten, er fragt nach dem Camp der “Speedfreaks mit den automatischen Waffen“, dem Trainingslager für die Simulation von nachgestellten Stätten, für die Trockenübung zum Ernstfall, der Tag des großen Aufstandes schon geplant, es fehlt nur noch an Details und Einzelheiten, die kommen noch. Um Identitäten geht es hier, um eine Art Abenteuer, immer noch wie die Siebziger wirkend, die Neonazis durch Rednecks ausgetauscht, et voilà, ein kleinerer Film hier, etwas Annäherung, etwas Abschottung, etwas Radau und Zerstörung, der sonst harmlose Ehemann gleicht sich phasenweise mehr und mehr seinen Gesinnungsgenossen an, ein Brandfeuer, er noch mit einer Möglichkeit zur Rückkehr.

Etwas Detektivspiel wird gemacht, mit dem Heiligtum eines Mannes gespielt, gleich mehrfach, eine Verfolgungsjagd auch installiert, vorher eine Geiselnahme, die Straßen fremdes Terrain, fremdes Territorium, mal wird in ein Boot gerast, mal in eine Art Schuppen, eine feindliche Übergabe, eine Manipulation, Skrupellosigkeit fehl am Platze hier. Ein gegenseitiges Austricksen versucht, einige bekannte Gesichter in frühen Stadien geboten, eine Art Zeitzeugnis, eine scheinbar niedere Produktion die Beweggründe dafür edel, der Frau zu ihrem Recht am Leben verhelfen, später auch durch eine Art infiltrieren, “Death before Dishonor“, es wird assimiliert, Regeln und Prinzipien und Gesetze gebrochen, “Plan B ist, die Hölle bricht los.“, ein Showdown mit viel Feuerkraft und Handgranaten entsteht.

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