The Marine
John Triton (John Cena) ist ein erstklassiger Marine. Bei einem Einsatz handelt er gegen den Befehl seiner Vorgesetzten und kann deshalb einigen Kameraden das Leben retten. Als Belohnung wird er vom Dienst suspendiert und muss den US-Streitkräften den Rücken kehren. Wieder zuhause muss er sich erst mit dieser neuen Situation abfinden und nimmt deshalb gleich einen Job als Sicherheitsmann an. Eine Auseinandersetzung eskaliert und er verliert seine Arbeit gleich am ersten Tag. Wieder daheim, lässt er sich von seiner Frau (Kelly Carlson) zu einen Ausflug in die Natur überreden. An einer Tankstelle kreuzen sich ihre Wege mit dem kompromisslosen Kriminellen Rome (Robert Patrick), der mit seinen Schergen zuvor einen Diamantenraub begangen hat und nun auf der Flucht ist. Als Rome Triton’s Frau entführt bekommt er die Chance das zu tun was er am besten kann. Töten! Das beweist er eindrucksvoll seiner Frau, seinen Gegnern und dem Zuschauer.
Wahnwitziges Actionbrett mit einem maskulinen Hauptdarsteller (Cena ist ein bekannter Wrestlingstar), welcher in bewährter Ein-Mann-Rambo-Armee-Manier, den kompletten Etat wegbügelt und keinen, wirklich keinen Stein auf dem anderen stehen lässt. Einen kompetenten und ebenbürtigen Gegner findet er in Robert Patrick (Terminator II), da dieser mindestens genauso gnadenlos zu werke geht und fulminant seine Auftritte inszeniert.
Regisseur John Bonito lässt Männerherzen höher schlagen, knüpft er doch an alte kassenträchtige Produktionen der achtziger Jahre, ganz im Stile von Schwarzenegger bzw. Stallone-Produktionen, an und lässt vor allem die Fäuste und Waffen sprechen.
Zugegeben die Story passt locker auf einen Fingernagel, selbst wenn sie in Großbuchstaben niedergeschrieben würde und der Hauptdarsteller John Cena hat nicht mal ansatzweise das Charisma eines Hulk Hogans oder gar Dwayne „The Rock“ Johnson (Welcome to the Jungle, DOOM), doch die optische Umsetzung macht die schauspielerische Schwäche locker wieder wett, und der Actiongehalt ist erfreulich hoch. Fast pausenlos zerfliegt ein Auto, explodiert eine Tankstelle oder stirbt ein Protagonist im Kugelhagel. Ein weiteres großes Plus wären die selbstironischen Charaktere, wobei hier besonders Robert Patrick als Rome glänzt und ganze Arbeit leistet. Natürlich sind die Dialoge nur Machogeschwätz und die Frauen optisches Beiwerk. Doch nimmt das der geneigte Fan sehr gerne in kauf wenn die Fresse im Akkord poliert wird und sich das Schweiß-, und Blutfest hochexplosiv entfaltet.
Die Hatz wurde technisch eindruckvoll inszeniert und bietet geile Kameraeinstellungen. Der Film legt von Anfang an ein flottes Tempo vor, weshalb die schnellen Schnitte passender nicht sein könnten. Oft sieht man eine Szene aus bis zu fünf Perspektiven und das sorgt natürlich bei der geboten Action für Dynamik, weshalb man direkt von einem Comicähnlichen Charakter des Films reden kann. Auch der Einsatz von CGI findet Platz und somit kann man den Flug einer Hülse begutachten was vor allem cool anzusehen ist. Allerdings gerät die Aneinanderreihung der Destruktionen zu einem ermüdenden Marathon, welcher für Fans umso erfreulicher sein dürfte. Von Realismus kann und muss man sowieso nicht sprechen, denn Ein-Mann-Armee-Filme funktionieren nur in ihrem eigenen kleinen Universum!
Der Score peitscht einem um die Ohren und macht einfach nur Spaß. Also wer zum schmunzeln eingeladen sein will, muss nur THE MARINE anschauen, denn der Film hat eindeutig sein Unterhaltungswert, ob die Lacher nun gewollt, oder versehentlich entstanden, kann man ja im Anschluss erörtern. Muss man aber nicht!
7/10 sind’s mit aber alle mal wert, auch wenn der Cinema-Trailer, im direkten Vergleich zum Film, Hoffnung auf noch was größeres gemacht hatte. Doch das Prädikat „Action“ erfüllt er auf ganzer Länge.