Was musste ich da lesen? "Revival des 80er Jahre Actionfilms!"; "Es kracht und knallt ohne Unterlass"? Das hörte sich aber schwer nach einem sehr interessanten Filmchen an.
"Der Typ ist wie der Terminator"
Der mir jetzt nicht näher geläufigere Wrestler John Cena rummst Baddys und Oberbösewicht Robert "Dogget" Patrick um, weil die seine Frau entführt haben. Natürlich hat unser unser muskelstrotzender Held auch ne Vorgeschichte bei den Marines gehabt. War vielleicht auch irgendwie klar bei dem Titel.
Von den Marines gibts aber ansonsten wenig zu sehen, denn nachdem er eine Rambo-Nummer zur Geiselrettung im Irak durchgezogen hat, wird John Trition fluchs vor die Tür gesetzt.
John Triton, John Cena? "Haben die nur den Nachnamen geändert, damit der weichbirnige Wrestlingstar sich nicht zuviel merken muss?" Manchmal hat das fast den Anschein, wenn Cena hundeäugig durch den gesamten Film rennt und maximal bei den Action-, sowie der obligatorischen (sehr, sehr keuschen) "Sexszene" so etwas wie einen anderen Gesichtsausdruck auflegt.
Aber dem Spaß tut das keinen Abbruch, nein Sir, denn der geht jetzt erst los. Kelly Carlson ist, öh, ganz nett anzuschauen, dass wars dann auch schon mit der Funktion Aber anscheinend sitzt sie ja auch nur den ganzen Tag zu Hause und wartet auf John (Triton) um zu kuscheln.
Herrlich. Hat sich das Ganze bis jetzt vielleicht etwas negativ gelesen, so war dies nicht meine Absicht. Denn genau diese Elemente machen mitunter einen Großteil des Spaßes aus.
In die gleiche Kerbe schlägt auch Robert Patrick, der seinen Bösewicht absolut durchgeknallt und überzogen spielt. Seine Helfershelfer stehen da nicht hinten an, besonders der Poliisten hassende Schwarze mit seinem Kandis-TIck. Wer das noch ernst nimmt, der sollte sich einweisen lassen.
Großartiger Schwachsinn von Vorne bis Hinten und wir waren ja noch nicht einmal bei der Action!
"Nein, nicht an den Strand, ich mag den Sand nicht, dass kommt von 10 Jahren Irak."
Deshalb gehts im Film auch meistens direkt durch den Wald. Entweder musste man etwas im Budge sparen oder man hatte halt einfach so wenig Budge, so oder so geht es nach einem richtig krachenden Auftakt im Irak direkt ins heimische Hinterwäldle. Auch muss man vor ab sagen, dass anscheinend der Film auch in seiner "Unrated" Fassung auf den ersten Blick nicht besonders hart wirkt und wohl ganz auf ein PG-13 ausgelegt war. Das ist in den USA aber auch wieder so hart, dass die 16er Freigabe absolut berechtigt ist.
Der rasante Schnitt und die gestylten Bilder kaschieren ohnehin schon ziemlich viel, aber nie glaubt man nicht zu wissen, wer wem nun was bricht, sondern dass generell halt darauf geachtet wurde, auf "stylische" Art und Weise das Blut nicht gleich in die Kamera suppen zu lassen.
Dazu kommen viele, große Explosionen (ja, auch im Hinterland), vor den meisten hechtet Triton dann sogar in Slow-Mo davon. Nett gemachte Sache das.
Das Drehbuch ist zwischendurch total planlos, Triton vermöbelt noch ein paar Schwarzbrenner im Wald, weil ja sonst grad nix zum verdreschen in der Nähe war und für den Showdown wird nochmal eine Stufe draufgedrückt und mit einem LKW so ziemlich alles wegexplodiert, was man damit wegexplodieren kann. Inklusive "Mit einem Messer im Rücken gehe ich noch lange nicht nach Hause"-Wiederauferstehung des Bösewichts.
Happy Ende gut, alles gut und nach etwa 80 Minuten ist der Film auch wieder, bevor er anfangen kann zu nerven. Wer eine (bewusst?) trashige Remineszenz an das "Feeling" der 80er Actionflicks sucht, der liegt hier genau richtig. Da werden keine Gefangen gemacht, es rumms und bumms, der Held ist unverwüstlich und der Bösewicht durchgeknallt.
Apropos: Einer der Schergen von Patrick heißt sogar "Bennet", haben die Macher da etwa echt noch ihre Hausaufgaben gemacht?