Neue Knochenbrecher braucht das Land.
Nachdem die offiziellen Schwarzenegger-und-Stallone-Nachfolger wie „The Rock“ oder Vin Diesel eher familienfreundlich zu Werke gehen wollen oder die Schauspielerei für sich entdecken (wenn es denn sein muß...), muß für die Filme, die richtig in die Fresse geben, eben ein noch unbekannteres Gesicht her.
Wie gut, daß die Wrestling-Liga WWE sich inzwischen ein zweites Standbein mit Filmproduktionen gemacht hat und da finden sich natürlich immer Abnehmer, denn die Jungs haben reichlich Muckis, ordentliche Kampftechniken und sehen meistens nicht blöd genug aus, um wenigstens noch einen Abzug drücken zu können.
So konnte sich John Cena mit seinem Debut wenigstens dahingehend profilieren, daß man bei seinem Anblick weißgott keine Magenschmerzen bekommt. Mit der Mimik haperts zwar noch gewaltig (sorry, aber sein doofer Gesichtsausdruck ist auch sein bester), aber er bemüht sich immerhin gewaltig, darf er hier doch mit Kelly Clarkson schnubbeln und die ist ja auch ganz schön blond...äh, niedlich.
Ansonsten ist der Titel Programm: überaktiver Marine wird ungewollt entlassen, will mal Urlaub machen, doch da kommt ihm eine Bande gefährlicher Diamantenräuber in die Quere, die notgedrungen einfach mal seine Frau entführen, obwohl das nun wirklich die schlechteste Entscheidung für einen B-Actioner diesseits von „Stirb langsam“ ist.
Die wilden Fieslinge werden angeführt von Robert Patrick, der seine Vergangenheit wohl nie ganz los wird und wieder einmal seinen Terminator-Joke abbekommt. Ansonsten ist aber „straight play“ hier kein Thema, im Gegenteil, ernst hat das hier wohl so recht niemand genommen.
Patrick ist zwar hinreichend soziopathisch, aber auch charmant und hat immer ein Witzchen auf der Zunge und wo das nicht reicht, haben wir ja noch den hünenhaften Schwarzen mit dem nervösen Zeigefinger und den vielen kleinen Ängsten, der sich gleich über sein eigenes Klischee beschweren darf. Leider mehr albern als abgründig, da hat man die falsche Wahl getroffen, „Deliverance“-Jokes sind natürlich trotzdem immer gern genommen.
Leider befindet sich unter dem ganzen Pack kein wirklicher Gegner für Cena, der dann auch mehr von Hinterwäldlern (die Verfolgungsjagd geht durch ein Sumpfgebiet) und der Polizei aufgehalten wird, während sich die bösen Jungs freundlicherweise selbst dezimieren.
Leider schadet das diesem soliden B-Actioner voller monumentaler Benzinexplosionen (die wirklich meisterhaft sind), der nach fulminantem Start in der zweiten Hälfte einfach keine Steigerungen mehr in der Tasche hat und die Gefahr ständig verkleinert, anstatt den Bedrohungsfaktor zu potenzieren. Am Ende ist es dann ein netter Zweierfight (in einem, natürlich, brennenden Lagerhaus), doch da fiebert man leider schon nicht mehr mit, denn der lückenhafte und episodische Plot hat sich inzwischen ein wenig totgelaufen, während er die ersten 45 Minuten noch hochtourig lief.
Möglich, daß ein paar Gegner mehr vielleicht interessanter gewesen wären, für den Pizzaabend knackt und kracht es aber immer noch recht ordentlich und weil die Ami-B-Action ja eigentlich schon einen siechenden Tod stirbt, macht das dem Fan dann doch noch Freude.
Hätte einer dem Australier Jon Bonito jetzt noch verraten, daß das Beste am Schluß kommen muß, wäre daraus ein B-Perlchen geworden, so genügt es nur zum angenehmen Zwischendurchverzehr. Aber immerhin! (6/10)