Nach zwei dramatischen Vorgängern ging die Filmserie mit „Rocky III“ mehr in Richtung des actionreicheren Sportfilms.
Es beginnt jedoch wieder mit dem Ende des Vorgängers, in diesem Falle dem Sieg von Rocky Balboa (Sylvester Stallone) über Apollo Creed (Carl Weathers). Danach ertönt zum ersten Mal das weltbekannte „Eye of the Tiger“ von Survivor, untermalt mit einem Zusammenschnitt weiterer Kämpfe, in denen Rocky seinen Titel verteidigt. An sich sollte er ja aus körperlichen Gründen nicht weiterboxen, aber damit der Rubel rollt erklärt „Rocky III“ im weiteren Verlauf noch, warum das Boxen dann doch nicht so schädlich war.
Doch mit dem Erfolg kommen auch die Neider, in diesem Falle das junge Großmaul Clubber Lang (Mr. T.), der Rocky unbedingt besiegen will. Wider besseres Wissen lässt sich Rocky auf einen Kampf mit dem unfreundlichen Heißsporn ein…
Was dann folgt, ist zwar immer noch „Rocky“, aber in weniger dramatischer Form. Paulie (Burt Young), der Bruder von Rockys Ehefrau Adrian (Talia Shire) stresst mal wieder rum, wird aber mit einem Job in Rockys Team zur Raison gebracht und in der Mitte des Films bekommt Balboa die große Sinnkrise, aber mit Freunden und Familie wird auch die bewältigt. Zudem muss man sich von Trainer Mickey Goldmill (Burgess Meredith) verabschieden, was auch noch für den einen oder anderen emotionalen Moment sorgt, aber im Großen und Ganzen ist „Rocky III“ deutlich weniger auf das Innenleben seiner Figuren fixiert als die Vorgänger.
Dafür gibt es hier deutlich mehr auf die Glocke, denn während in Teil eins und zwei nur zu Anfang und Ende jeweils ein Kampf stattfand, da wird hier zwischendurch auch noch gekämpft. Gegen Clubber Lang darf Rocky sogar zweimal antreten, zu Beginn gibt es noch einen Wohltätigkeitskampf gegen den Wrestler Thunderlips (Hulk Hogan) und ein paar kleine Kampfschnipsel oben drauf. Auch der Realismus wurde hier deutlich zugunsten der Schauwerte runtergeschraubt, spektakuläre Schlagkombinationen und in die Seile fliegende Gegner sind hier Trumpf. Doch gerade in der Actionbetonung liegt die Stärke von „Rocky III“.
Dies liegt auch daran, dass hier zwar mehr gekämpft wird, die Lauflänge im Vergleich zu den Vorgängern jedoch auf rund 90 Minuten heruntergeschraubt wurde – eine weise Entscheidung. Denn hier wird nur die übliche Geschichte von Erfolg, Rückschlag, Training und dem anschließenden Rückgewinn von Erfolg erzählt ohne dass man eine großartige Überraschung erleben würde. Kurzweilig ist das Resultat sicherlich, zumal Apollo Creed in der zweiten Hälfte des Films zu Rockys Trainer wird und die beiden sich einige Sprüche an den Kopf werfen, doch nach Innovationen fragt man lieber nicht.
In der Titelrolle schlägt sich Sylvester Stallone mal wieder ordentlich, doch das Script verlangt ihm schauspielerisch weniger ab als die Vorgänger, da der hier wie gesagt weniger dramatisch ist. Talia Shire, Burgess Meredith und Burt Young sind gewohnt gut, im Vergleich zum zweiten Film hat sich Carl Weathers auch noch etwas gesteigert. Hulk Hogan spielt in seinem Gastauftritt nur quasi sich selbst (und kriegt das trotz Minimalmimik hin), während Mr. T als einseitiger Bösewicht eine passable Leistung erbringt – zumal das Drehbuch ihm eh kaum Tiefe zugesteht. Clubber Lang ist ein böser, großmäuliger Schläger, mehr Infos gibt’s nicht.
Alles in allem ist „Rocky III“ etwas flacher als die Vorgänger und erreicht nicht deren Tiefe, bietet dafür aber deutlich mehr Kämpfe in kürzerer Laufzeit. Als actionreicher Sportfilm unterhaltsam, wenn auch wenig innovativ.