Rocky ist nicht mehr der Alte. Seinen Biss hat er gänzlich verloren, genau wie sein Kämpferherz. Dummerweise hat Balboa nichts davon mitbekommen, wähnt sich immer noch als weltbester Boxer und genießt Ruhm, Ehre und Geld. Doch dann tritt Clubber Lang in sein Leben. Ein Mann von der Straße, wie einst Rocky, allerdings ungleich trainierter und talentierter als es der Italion Stallion einst war.
Balboa lässt sich vom großen Mundwerk des Newcomers, trotz Rücktrittsabsicht, zu einem Kampf überreden, welchen er auf brutalste Weise verliert. Doch Rocky kommt zurück...
...um Mickey zu Rächen. Sein cholerischer Trainer erleidet im dritten Teil der Boxerreihe, verursacht durch Lang einen Herzanfall und stirbt, wodurch die ganze Chose hier ein persönliches Motiv bekommt.
Ja, Rocky ist mit dem dritten Streich endgültig im Actiongenre angelangt.
Wie schon in den Fortsetzungen zu Rambo werden hier die dramatischen Seiten der Geschichte fast gänzlich der Action geopfert, in Rocky allerdings freilich nicht in solch drastischem Ausmaße.
Noch immer gibt es hier und da Szenen die noch durchaus von einer gewissen Bodenständigkeit zeugen.
So ist Rockys Werdegang nachvollziehbar, ja sogar halbwegs realistisch, wenn gleich es von dumpfen, schüchternen „Haudrauf“, zum weltoffenen Geschäftsmann schon ein gewaltiger Sprung ist.
Doch allein durch das Rachemotiv schwebt der Film wieder ab in himmlische Sphären.
Dabei hätte Mickeys Tod, zumindest in dieser Form gar nicht Not getan, zumal Mr. T schon so einen beeindruckenden Gegner abgibt.
Aber so wird das Feld frei für Rockys neuen Trainer Apollo, der hier erfreulicherweise einen erneuten Auftritt, diesmal auf Rockys Seite, hat. Er bringt Rock zurück, mit Methoden der alten Schule. Die typische Montage der Trainingsszenen inklusive fetter Musik darf dabei natürlich nicht fehlen.
Die freigeschaufelte Screentime für Apollo (und dessen Trainer Duke) geht dabei vor allem auf Kosten von Adrian, die eine einzige erinnerungswürdige (und auch recht emotionale) Szene abbekam (in der im übrigen auch Stallone mal etwas auftaut) und der ansonsten charakterlich, im Gegensatz zu Apollo und Rocky keine Weiterentwicklung gegönnt wurde.
Unbestreitbares Highlight ist, natürlich, der finale Fight, übrigens der insgesamt dritte im Film, nachdem Rocky zunächst gegen Wrestler Thunderlips (Wrestling Legende Hulk Hogan, noch vor der Hulkamania) in einem unterhaltsamen Wrestling/ Box- Kampf antritt und später dann von Clubber zu Brei gehauen wird. Doch die richtige Action wird für den Schluß aufgehoben, wo ein gewonnt packender Boxfight zu sehen ist. Das der nicht gerade realistisch ist, stört angesichts der großartigen Spannungskurve und der tollen Inszenierung/ Choreographie seitens Stallones kein bisschen. Aufgrund der jeweils kurzen Rundenzahlen, werden die 3 Kämpfe in voller Länge gezeigt. Ein Novum in der Reihe und eine sehr schöne Abwechslung zu den 15 bzw. 10 Runden Fights der Vorgänger und Nachfolger.
Ebenfalls wieder ein Genuss und unbedingt erwähnenswert: Die tolle Musik, die nicht nur das Kampfgeschehen optimal unterstreicht. „Eye of the Tiger“ passt hier wie die Faust aufs Auge.
Bleibt nach finalen Leuten der Ringglocke ein unterhaltsamer Actionfilm, ohne jeglichen Anspruch aber auch nicht gänzlich dumm. Stallone macht als Regisseur einen guten Job, bleibt als Darsteller aber unter der Leistung der ersten beiden Teile. Aufgrund des hohen Unterhaltungsfaktors + Rockybonus 8/10