Review

Die Rocky-Filme. Die sind ja alle reichlich doof. Außerdem so patriotisch und heldenhaft, dass einem fast der Sack platzt. ROCKY III mit Mr. T als Bösewicht hat aber durchaus seinen Reiz. Und das obwohl Sly selbst auf dem Regiestuhl saß. 
Rocky (Sylvester Stallone) lebt mittlerweile als Box-Weltmeister in Glitz und Glamour, hat Auftritte in der Muppet Show und die Stadt Philadelphia stellt ihm zu Ehren eine goldene Statue auf (die Statue gibt's echt!). Da Apollo (Carl Weathers) in Teil 2 besiegt wurde, muss der nächste schwarze Bösewicht her. Clubber Lang (Mr. T) ist ein Fiesling wie aus dem Bilderbuch. Er beschimpft Balboa, macht mächtig einen auf dicke Hose („Ich bin die Nummer 1! Die Nummer 1! Das bedeutet, ich bin der Beste!“) und beleidigt Adrian = Todsünde! Natürlich nimmt Rocky die Herausforderung an, doch es quälen ihn die Selbstzweifel:

Rocky: „Da wacht man nach 'n paar Jahren auf und denkt man is‘n Gewinner, aber ist es nicht. Man ist eigentlich 'n Verlierer. (...) Wenn ein Mann nicht an sich selbst glaubt, ist es aus, vorbei, er ist am Ende!“

Voll deep. Zusätzlich plagen ihn Nebenhandlungsschauplätze (ACHTUNG: SPOILER!): Schwager Paulie säuft, Trainer Mickey stirbt an einem Herzleiden und es gibt wieder Streit mit Ehegattin Adrian. SPOILER: ENDE. Der geschlagene Champion Apollo macht sich daran, Rocky zu trainieren und ihn wieder aufzubauen. Rocky habe „das Auge des Tigers“ verloren. Mit diesem Feuer im Herzen habe er Siege eingeheimst und es bis zum Weltmeister gebracht, so Apollo. Blickt man in die treu-doofen, ausdruckslosen Dackelaugen von Stallone, will man nicht so genau verstehen, wovon Apollo da redet.
Rocky prügelt sich nicht nur mit Mr. T, sondern in einem Wohltätigkeitsschaukampf auch mit Wrestling-Legende Hulk Hogan. Der Fight ist eine totale Farce und Hulk als hochhaushoher, Rocky um zwei Köpfe überragender Riese „Thunderlips“ so comichaft böse und lächerlich fies wie Kater Carlo und Dr. Evil zusammen: „Ihr seid Dreck! Versteht ihr!? Ihr seid alle Dreck!!!“ Am Ende stellt sich tatsächlich die Frage, wer der coolere Rivale ist: Thunderlips oder Clubber Lang? Konkurrenz in Sachen Fiesheit macht den beiden nur Dolph Lundgren in Teil 4.

Ice T: (-)(-)(-)(-)(-)
Mr. T: (+)(+)(+)(+)(-)
Hulk Hogan: (+)(+)(+)(+)(+)

Reporter: „Was ist denn Ihre Vorhersage für diesen Kampf?“
Clubber: „Schmerzen!“

Fazit:
Das Hühnerauge des Tigers. Testosteron geladene Maskelschau und Sport-Motivationsfilm darüber, wie schwer es ist, ein Mann zu sein.

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