Review

Diese TV-Produktion könnte glatt als überdurchschnittliches Werk aus dem Hause Nu Image durchgehen, die hanebüchenen Zutaten der Story sprechen zumindest dafür.
Da vermengt man den Zerberus aus der griechischen Mythologie mal eben mit Attila, dem Hunnenkönig und lässt das Geschehen im gegenwärtigen Rumänien spielen, weil man da billiger drehen kann.
Der Humbug ist die meiste Zeit jedoch recht unterhaltsam.

Im Nationalen Museum in Bukarest bricht Bösling Cutter ein und stielt den Brustpanzer vom legendären Attila. Auf diesem steht geschrieben, wo sich wiederum Attilas Schwert befindet, mit dem jeder Träger unbesiegbar ist.
Da es sich jedoch um eine Geheimschrift handelt, die nur von zwei Menschen weltweit entziffert werden kann, muss Cutter handeln. Den einen hat er soeben erschossen, die andere ist Sam Gaines, die kurzerhand entführt werden soll.
Doch kaum wird das Schwert entwendet, bricht auch schon der dreiköpfige Höllenhund aus, der jeden zerfleischt, der sich ihm in den Weg stellt und nur durch das Schwert getötet werden kann.

Eine bunte Mischung, die ein wenig Action, etwas Tierhorror und einige Höhlenerkundungen bietet.
Die Story und ihre zusammengewürfelten Hintergründe sind natürlich vollends Pudding.
Da kann Frau Doktor aus einem Fotoausschnitt (!) von der Panzerrüstung erkennen, welchen Weg man im Höhlenlabyrinth zu wählen hat und auf welchen magischen Stein man treten muss, um das Tor zur Schwertkammer zu öffnen, die Kneipe als Wegweiser im Dorf muss demnach über 500 Jahre dort gestanden haben, - Attila wusste offenbar bereits zu Lebzeiten, wo sein Schwert aufbewahrt werden soll und wie es trickreich geschützt wird, das trug er dann jahrelang auf seinem Brustpanzer, ein weiser Schurke.

Aber Frau Doktor ist ja nicht allein, drei Typen irgendeiner Sonderkommission begleiten sie und auch ihr spielsüchtiger Bruder, den Cutter zuvor entführen ließ.
Cutter hat auch sein Gefolge, unterliegt aber eigentlich einem nordkoreanischem Ex-General, doch seit er das magische Schwert besitzt, will er es behalten und mit seiner Errungenschaft ein wenig hantieren, was er an einem untreuen Gefährten ohne Umschweife austestet.
Später kommen noch Einheimische eines rumänischen Dorfes hinzu, die sich standesgemäß mit Fackeln und Mistgabeln ausstatten, weil der Unhold ihre Warnungen in den Wind schlug.

Also erst Schießereien, dann eine etwas längere Strecke Höhlenspaziergänge, wo der Cerberus erstmals auftaucht und Flucht angesagt ist und später etwas Tierhorror, indem sich der Mythenmutant über ein paar Dörfler und Lagerfeuermenschen hermacht.
Dabei entstehen zuweilen kleinere Längen, fast immer dann, wenn man meint, durch Dialoge die Story voranzutreiben, was natürlich nie der Fall ist.
Temporeicher geht es im letzten Drittel zu, wenn der Köter außerhalb der Höhle galoppiert und seinen Schlangenschwanz einsetzt und der Bösewicht seiner Funktion alle Ehre macht, massenweise Leute umnietet und sich so nebenher noch eine Hübsche aus der Kneipe heranzieht.

Leider ist die Höllentöle nicht allzu überzeugend animiert, besonders in näheren Einstellungen wirkt das Vieh recht klobig. Um diesen Schwächen aus dem Weg zu gehen, werden Attacken eher aus der Distanz und mit Unschärfe gezeigt, außerdem ist es die meiste Zeit über recht dunkel.
Dafür gibt es ein paar kleinere Bluteffekte, mal ein abgetrennter Kopf oder eine Körperteilung mittendurch und auch abbe Beine.

Die Darsteller bringen allesamt eine durchschnittliche Begabung mit, Regisseur John Terlesky selbst spielt eine Nebenrolle als Guter, Greg Evigan ist als Fiesling annehmbar überzeugend und Emmanuelle Vaugier als Geschichtsexpertin immerhin ein kleiner Hingucker.

Auch wenn man es mit den historischen Fakten alles andere als genau nimmt und ein paar Logiklöcher in die Handlung stopft, so kann man bei dem bunten Treiben durchaus seinen Spaß haben.
B-Movie-Niveau mit allem, was dazugehört. Das Geschehen wird flüssig abgewickelt, nur in der Höhle entstehen kleine Pausen, demgegenüber darf aber ein Gewissenloser seine Dobermänner auf einen Meuterer hetzen, auch wenn´s der Handlung kaum dienlich ist.
Gegen Ende wird es sogar ein wenig spannend und die Dörfler bringen Atmosphäre ins rumänische Hinterland.

Für eine TV-Produktion absolut in Ordnung, nur Freunde des Tierhorrors sollten nicht allzu viel erwarten, denn etwas bissiger hätte es ruhig zugehen können.
Knapp
6 von 10

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