Review

Der ursprünglich vorgesehene Titel "Draculas Lustschloss" enthielt noch ein Reizwort mehr, das dem Inhalt dieser Spukgeschichte genausowenig entspricht wie der jetztige Titel. Zwar steigt der Held dieser Edgar Allan Poe zugeschriebenen Handlung durch ein Schloss des Schreckens, das von dem Vampirismus frönenden Gespenstern bevölkert wird,aber Graf Dracula tritt zur Abwechslung mal nicht in Erscheinung. Klaus Kinski gefällt sich in einer Nebenrolle als langhaariger E.A.Poe, der in einer Schenke eine seiner Schauerstories als wahre Begebenheit überaus bildhaft erzählt. Poe`s Zuhörer sind beeindruckt davon, wie die Grenze zwischen Realität und
Dichtung verwischt wird. Insbesondere ein Kulturjournalist,der den Meister des Grauens interviewen möchte, ist von der lebendigen Rezitation begeistert.Er glaubt natürlich nicht an Geister und lässt sich unter dem Eindruck der literarischen Persönlichkeit auf eine Wette ein,die ihn sein Leben kosten kann.
Für einen Regisseur wie Anthony M. Dawson alias Antonio Margheriti,den wir zwar als einigermassen phantasievollen (Allerwelts-)Regisseur kennen, jedoch auch als echten Trivialroutinier, kann dieser Film als beachtlich eingestuft werden. Für den Action-Fan mag zwar die sorgfältig aufgebaute Spannung während der Nacht im Schloss des Schreckens einen zu langatmigen Anlauf haben,aber das Spiel von Michèle Mercier ist unterhaltsam, und die Art und Weise, wie durch geisterhafte Projektionen nach und nach das Bild einer Mordnacht entsteht, wird dem visuellen Medium Film sicherlich gerecht.Erstaunlicherweise gelang dies,obwohl auf aufwendige Effekte verzichtet wurde.

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