Es ist interessant, dass viele User auf vielen verschiedenen Seiten aufgrund des Werbespruchs "Härter als Hostel" oder der geschnittenen KJ-Fassung den Film schlecht machen. Defacto halte ich den Film für weitaus härter als Hostel, was aber nicht zwangszweise aus Gore-Effekten resultieren muss.
Fangen wir mal an: Der Film beginnt mit dem Mord an seiner Frau durch den recht gebildeten, zu der Zeit aber noch etwas verrücktem Antonio. Nachdem er während seines Aufenthalts im Gefängnis offensichtlich Jura studierte, setzt er einen Plan um, den er sich gefasst hat: er lockt unwissende Prostituierte in eine geerbte Pension, um sie dort zu vergewaltigen und nach einigen Tagen der Qual und der Folter grausam zu ermorden.
Nun zur eigentlichen Kritik: Mir hat der Film sehr gut gefallen. Vor allem die Musik Mozarts fand ich sehr interessant, denn die lief des öfteren mal im Hintergrund. So hört man Chorgesang beim Tod des Jungen zu anfang des Films, während er stirbt. Das hat insgesamt eine besondere Wirkung.
Desweiteren sollte man auch Ohrenmerk darauf legen, was Antonio die ganze Zeit sagt: es ergibt sich daraus an krankes Bild eines Psychopaten, der auf die Gesellschaft losgelassen wurde. Umso spannender ist es, dass er ein Doppelleben führt - zum einen sein normales, langweiliges Leben mit seiner Frau, die ihn betrügt, dann sein Leben als geisteskranker Serienkiller. Natürlich versucht er die Geschehnisse zu verheimlichen, lässt niemanden in das besagte Zimmer "Nummer 6".
Nun zu den krassen Szenen im Film: hier und da sieht man eine (zugegeben sehr komisch aussehende) Vergewaltigung eines Opfers, während dieses auf dem Tisch fixiert ist und Antonio sich (wohlbemerkt vollbekleidet) auf sie drauf legt und seine Lüste befriedigt. Die Kills, wenn es dann mal welche gibt, sind nicht sonderlich nennenswert: entweder fallen sie nicht sonderlich blutig aus oder finden im Off statt.
Mal ein Kommentar zur Psyche des Killers: Antonio versteht sich selber als religiöser Befreier von Sündigern, tötet folglich unter jenem Vorwand und hat dafür ein Motiv. Sein letztes weibliches Opfer lässt er dann sogar am Leben, als er sieht, dass sie ebenfalls streng gläubig ist. Leider hat er ihr bereits zu dem Zeitpunkt ein Gift verabreicht, sodass sie kurze Zeit später auf der Polizeiwache dennoch umkommt. Ausreichen, ihn zu überführen, tut es jedoch.
Was bleibt unterm Strich übrig? Kein sonderlich spannender, aber sehr interessanter Film mit einem umso gemeinerem Ende um einen kranken Serienkiller. Er funktioniert darüber hinaus in gewisser Weise auch wie "The last Horror Movie". Wem Antonios Vorträge über sein Machen und Tun gefallen und wer solche Sachen gerne sieht, kann ruhig mal einen Blick darauf werfen, sollte nur kein Meisterwerk oder einen übertrieben harten Film erwarten. Mir hat der Film aber sehr zugesagt, sodass ich ihm 8/10 Punkten aufgrund der genannten Mängel gebe.