Review

Bond. Jackie Bond.

Mir war weder bewusst, dass „First Strike“ der offizielle vierte Teil der „Police Story“-Reihe sein soll noch dass er eine Hong Kong-Produktion war. Doch dem ist so, ein amerikanisches Projekt war das noch nicht. In der James Bond-artigen Kung Fu-Nummernrevue im Down Under-Deckmantel wird Jackie nach Australien geschickt, um russische Gangster daran zu hindern mit atomaren Sprengköpfen die Welt in's Verderben zu sprengen…

Gesehen habe ich die deutlich längere, zähere Unrated aus Hong Kong, aus der der US-Vertrieb locker zwanzig Minuten herausgeschnitten hat. Und auch wenn ich immer grundsätzlich für Directors Cuts und ungeschnittene Versionen bin, kann man das hier fast verstehen. Im Grunde macht es aber zu meiner Einschätzung kaum einen Unterschied - „First Strike“ hat ein paar unvergessliche Momente und Ideen, die sich in jedem Jackie Chan-Highlightreel gut machen. Der minutenlange und extrem schnelle, kreative Kampf mitsamt Leiter, Besenstangen und Gerüst gehört definitiv dazu. Da wurden sich sicher viele Finger eingeklemmt. Die Unterwasserfights aus dem Finale eventuell auch. Obwohl die eher ulkig als wirklich toll wirken. Die Haie ebenso. Allgemein passt das goldeneye'ige Bond-Feeling nicht allzu gut zu Jackie samt seinem Humor. Beißt sich etwas. Und von den klischeehaften Bösewichten und insgesamt nahezu dem Komplettverzicht auf Charakterisierungen und wirklicher Story will ich gar nicht erst anfangen. Daher ist „First Strike“ sicher nicht oben in der Must-See-Liste an Jackies Abenteuer - egal ob in Hong Kong oder Hollywood. 

Fazit: Weder wirklich guter Riff auf 007, noch ein echter „Police Story“ - in den 90ern war man da von Jackie durchaus noch mehr gewohnt. Ein paar sonnige Locations und mehrere legendäre Kampfszene (Leiter, Unterwasser) heben „First Strike“ aber immerhin über den Durchschnitt und bleiben im Gedächtnis. Für Chan aber kein Kracher. 

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