Mit "American Shaolin" geht die Kickboxreihe "No Retreat, No Surrender" in die fünfte Runde. Markenzeichen der Reihe, alle Filme haben storymäßig nichts gemein, nur Loren Avedon war drei Teile eine Konstante. Auch das Produktionsteam ist das Selbe. Lucas Lowe übernimmt zum dritten Male die Regie, die ersten beiden Teile wurden jedoch von Corey Yuen in Szene gesetzt. Lowe ist ein überdurchschnittliches und sehr unterhaltsames Filmchen gelungen, dass sich jedoch in Klischees wälzt. Da hätten wir Drew Carson (Reese Madigan), der bei einem Kampftunier von Trevor Gottitall (Trent Bushey) zusammengeschlagen und blamiert wird. Dann offenbart ihm sein Lehrer auch noch, dass er kein Shaolin sei, dies nur erfunden hätte, um Drew Mut zu machen. Nun hat Drew einen neuen Lebenstraum, er möchte ein Shaolin-Mönch werden. Mir nichts dir nichts reist er nach China, um dort eine harte Ausbildung anzutreten. Immerhin wandert die Reihe hier auf anderen Pfaden. Es gilt mal nicht einen Gangster auszuschalten, oder sich von einem alten Meister in aller Abgeschiedenheit trainieren zu lassen. Hier geht es quasi um den Clash zweier Kulturen. Erst wollen die Mönche Drew nicht akzeptieren, lassen ihn nicht rein, er muss sich die Ausbildung erst verdienen, in dem er tagelang vor dem Tempel hockt und sich nicht rührt. Doch bald wird ihm Einlass geboten und mit ihm die Respektlosigkeit. Wir wissen alle, dass die Amerikaner all ihre Ziele erreichen und sich gerne mal als Herrenrase aufspielen, doch ich finde man zollt dieser Kultur zu wenig Respekt. Und hier versteht der Zuschauer Drews Verhalten nicht. Er gab sich solche Mühe in den Tempel zu kommen, um alles mit seinem trotzigen Verhalten wieder zu zerstören. Natürlich lässt sich auch gleich ein Rivale in der Gruppe ausmachen, der Drew das Leben schwer macht.
Die Kulisse präsentiert sich dabei sehr authentisch und mit einigen Schauwerten. Nur kommt einem der Tempel imenz groß vor, da sind auf einmal Gebäude die man zuvor nicht gesehen hat. Dort muss Drew erstmal harte Arbeit leisten, bevor es zum Kampftraining geht. Dabei bricht er alle Regeln. Ein amerikanischer Teenager hat natürlich immer einen Playboy in der Tasche, trällert laut Songs, hat eine große Klappe und nebenbei noch ein Mädchen am Start. So auch Drew, den das Zölibat in keinster Weise interessiert und der sich auch gerne mit irgendwelchen Strassenschlägern prügelt, oder heimlich auf einen Tanzabend geht. Sogar die Polizei muss im Tempel auftauchen, so entgeht Drew zweimal knapp einem Rauswurf. Doch den Mönchen quillt die Milde aus jeder Pore, so dass sie Drew immer wieder eine Chance geben. Eigentlich erwarten den Zuschauer ausschließlich Klischees, trotzdem ist die Ausbildung recht amüsant, nebst kleinerer Keilereien. Ein wenig übertrieben kommt die Prüfung gegen Ende daher und wir dürfen noch miterleben, wie Drew dem Zöpfchen Trevor die Kauleisten poliert. Auf jeden Fall machen die Darsteller ihre Sache gut. Reese Madigan könnte zwar mehr Mimik und Gestik zeigen, doch die Rolle des zickigen Teenagers steht ihm gut. Nur Trent Bushey trägt zu dick auf. Doch Henry O, Kim Chan und Billy Chang machen einen ordentlichen Job.
Unterhält prächtig ohne Durststrecken, aber hier tanzen sämtliche Klischees Samba. Die Story ist von vorne bis hinten durchschaubar, doch Lucas Lowe zieht flott vom Leder. Auch die wenigen Kämpfe können sich sehen lassen. Für mich bleibt Teil zwei der Favorit.