Das der amerikanischen Filmlandschaft, größtenteils, schon lange die Ideen ausgegangen sind, dürfte kein Geheimnis sein, doch so manche Geschichte wird schon seit vielen, vielen Jahren, in allen möglichen Variationen, verfilmt. Eine der wohl am meisten verfilmte Geschichten aller Zeiten dürfte da die berühmte Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens sein, in der der geizige und hartherzige Ebenezer Scrooge, durch drei Geister, in einen herzensguten Menschen verwandelt wird. Im Grunde gibt es eigentlich so gut wie jedes Jahr mindestens eine Neuverfilmung des Stoffes, die sich aber nur noch in den seltensten Fällen 100% auf die eigentliche Geschichte konzentriert. So auch "Geistreiche Weihnachten", der die bekannte Geschichte als "familienfreundliche Satire" auslegt. Unterm Strich ist diese Auslegung der Geschichte aber allenfalls durchschnittlich ausgefallen.
"Geistreiche Weihnachten" erzählt die Geschichte des erfolglosen Gruskartendesigner Allen Karroll, der am heiligen Abend von drei Geistern heimgesucht wird. Diese allerdings haben sich in der Haustür geirrt und sollten eigentlich den hartherzigen Zeb von nebenan bekehren. Doch wo sie nun schon mal da sind, können sie auch gleich Allen durch die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des alten Stinkstiefels führen. Und am Ende wird natürlich alles gut. Man muss schon zugeben, dass die Idee mit der "falschen Bekehrung" gar nicht mal so schlecht ist. Da die eigentlich großartige Christmas-Story ja nun wirklich schon unzählige Male über die Leinwand (bzw. Glotze) lief, war die Idee einer Satire durchaus gegeben. Auf Logik und eine allzu starke Storydichte kann man dabei durchaus mal verzichten, es ist schließlich ein Fantasystreifen. Und wenn die Jokes auch allesamt ins Schwarze treffende Brüller geworden wären, dann hätte auch durchaus noch ein guter Streifen daraus werden können. Leider ist dem aber nicht ganz so.
Denn was die Gags angeht, hält sich die Qualität doch ziemlich die Waage. Während es durchaus einige Witze gibt, die Lacherpotenzial besitzen (als Beispiele wären da die Dialogfraßen von Barry, dem Geist der vergangenen Weihnacht, erwähnt oder die schrägen Versuche der drei Geister sich Zeb zu zeigen), so gibt es auch viele Jokes die einfach nur abgekaut und klamaukig wirken. Vor allem die gute erste halbe Stunde des Films ersäuft gerade zu im Klamauk. Zudem hätte auch ein wenig mehr Biss nicht geschadet. Zwar gibt es hier und da schon Stellen, die nicht unbedingt für die Kleinsten geeignet sind (z. Bsp. als Spike, der Geist der zukünftigen Weihnacht, plötzlich seinen Kopf aus dem Fenster wirft oder Barry über Sex in der Hölle plaudert), aber meist hätte hier und da noch ein wenig Würze den Gags gut getan, um als wirkliche Satire auf die Dickische Geschichte durch zu gehen.
Einen großen Pluspunkt kann "Geistreiche Weihnachten" allerdings durch seine sympathischen Figuren erringen. Egal ob es nun Hauptfigur Allen ist, der griesgrämige Zeb von nebenan oder eben die drei durchgeknallten Weihnachtsgeister, allesamt schaffen sie es durchaus, dem Zuschauer (zumindest leicht) ans Herz zu wachsen. Eine richtige Tiefe fehlt zwar unterm Strich allen, doch zur Sympathie reicht es allemal aus.
Was die Inszenierung angeht, darf man von einer TV-Produktion natürlich nicht allzu viel erwarten. Dennoch kann einem hier manchmal die Freude am Zuschauen vergehen. Vor allem die Werbe-Abblendungen gehen einem schon bald auf den Senkel. Anscheinend hat der zuständige US-Sender 9 oder 10 Mal Werbung in den 90 Minüter rein gequetscht, anders ist es jedenfalls nicht zu erklären, warum wirklich alle 10 Minuten eine Abblendung erfolgt, selbst 5 Minuten vor Schluss! Zum anderen ist der Film auch übermäßig mit typisch amerikanischen Weihnachts-Klimbim vollgestopft, der, selbst mir als Weihnachtsfreak, irgendwann ein wenig die Augen schmerzen lässt, so schön er, in gemäßigter Form, eigentlich auch aussehen mag. Nur die Musik kann da einiges retten, denn von stillsten "Silent Night" bis zum peppigsten "Jingle Bells" ist hier wirklich alles vorhanden, was das Weihnachtsherz erfreut.
In punkto Darsteller hat man sich allerdings nicht lumpen lassen und man verpflichte einige bekannte Gesichter. So gibt Tom Everett Scott, in der Rolle des Allen, einen wirklich herrlichen Loser ab und Wallace Shawn kann, als hartherziges Ekel Zeb mit weichem Keks, ebenfalls vollauf überzeugen. Dazu der aus den Austin Powers-Filmen bekannte Mini Me-Darsteller Verne Troyer, der hier als grausiger Geist der zukünftigen Weihnacht(!) dabei ist und ein unglaublich spielfreudiger Larry Miller als Gegenwarts-Geist. Kurzum, das Ensemble kann den klamottigen Film dann doch noch sicher in den sicheren Durchschnittsbereich hieven.
Fazit: Durchschnittliche Veralberung, des wohl bekanntesten Weihnachtsmärchen aller Zeiten, die zwar mit seiner Story durchaus zufrieden stellen kann, aber aufgrund der ab und an sehr klamaukigen und größtenteils Bissfreien Jokes, sowie der meist verdammt süßlichen und, aufgrund der dieses mal wirklich unzähligen Werbeabblendungen, nervig gestalteten Inszenierung, auch viel wieder einbüßt. Dank der tollen Darsteller ist das ganze Treiben dann aber unterm Strich dennoch ganz ansehbar, auch wenn es für eine Wertung über dem Durchschnitt definitiv nicht ausreicht. Weihnachtsfilmkomplettisten dürfen also ruhig mal reinschauen!
Wertung: 5/10 Punkte