Review

Der Film beginnt mit einer Autofahrt durch die Nacht, Sven möchte seine Diskobekanntschaften Anja und die nicht mehr wirklich nüchterne Miriam gerade mit dem Auto nachhause bringen, als er auf die Idee kommt an einem Waldrand noch mal auszutreten. Warum er den Motor dabei jedoch laufen lässt wird mir nicht so ganz klar. Während die Mädels im Auto noch lockere Sprüche reißen, ergeht es Sven nicht so gut: er wird getötet. Als die beiden das merken, tun sie das einzig logische in Horrorfilmen, sie laufen weit in den dunklen Wald hinein(!) und verlieren dabei die Orientierung. Da der mysteriöse Tod Svens noch nicht reicht um wirklich Spannung zu erzeugen, finden die Mädchen einen unbeschrifteten Grabstein und werden auch von einem unheimlichen und mysteriösen, knurrendem Geräusch verfolgt. Irgendwann haben die beiden aber auch mal die Schnauze vom ewigen Davongelaufe voll und semmeln dem Geräuscheerzeuger erstmal voll einen auf die Birne. Tja, was lernen mysteriöse, bösartige Wesen aus dunklen Wäldern daraus? – wenn man diesen Mädchen hinterherläuft verursacht das böse Kopfschmerzen. Spätestens als Anja und Miriam ein verlassenes Haus im Wald betreten in dem sich ein Buch und ein alter Kerzenleuchter befinden, kommt wirklich Spannung auf. Die Musikuntermalung ist passend und erzeugt eine Spannung, man wartet förmlich darauf dass die Mädchen ganz Evil-Dead-like anfangen laut aus dem Buch vorzulesen und damit etwas wirklich Schlimmes zum Leben erwecken. Tatsächlich passiert dieses, das Buch ist auch ganz stilecht in Latein, und da Miriam Latein „mal in der Schule hatte“, fällt es ihr selbst im betrunkenen Zustand nicht schwer es ganz lässig satzweise zu übersetzen. Anja fängt zwar an an den Übersetzungskünsten Miriams zu zweifeln, aber diese kann sie damit beruhigen, dass sie viele Begriffe aus ihrem „Handbuch der Dämonologie“ kennt. Gut dann wäre das ja auch schon mal geklärt. Interessant womit sich Mädchen in dem Alter so beschäftigen.....Als Anja und Miriam merken, dass es evtl. doch besser wäre das dunkle Haus zu verlassen werden sie von einer tiefen Stimme aus der Dunkelheit angesprochen, hierbei wird auch mal geklärt was es mit den verlassenen Seelen auf sich hat. Miriam fängt irgendwann an zu zappeln als wenn sie in einer Technodisco wäre, doch das wirkt auf Anja keineswegs aufheiternd, da sie merkt, dass Miriam die Seele geklaut wurde. Obwohl sie dem Wesen in der Dunkelheit sagt, dass es sie zurückgeben solle, tut dies es einfach nicht. Ganz schön böse! Eben genau wie es sich für Wesen mit einer dermaßen fiesen Lache gehört.....
*Zack* Nächster Tag, Anja wird von zwei Joggerinnen im Wald gefunden, das endgültige Ende will ich hier aber nicht verraten, müsst ihr euch den Film schon selbst angucken!
Mir hat der Film jedenfalls gut gefallen. Die Story ist sehr klischeemässig, aber wer (wie ich) auf so was steht, dem wird der Film gefallen. Auch die technische Umsetzung ist als gelungen zu bezeichnen, was dunkel sein soll ist auch wirklich dunkel, die Figuren kann man gut erkennen ohne dass sie wie mit einer Leuchte bestrahlt wirken. Dadurch dass fast der ganze Film im Dunkeln spielt und man das, was in der Umgebung ist nur erahnen kann wird richtig Spannung aufgebaut, was bei Amateurfilmen ja echt selten ist. Angstgefühle werden hier, ähnlich dem Blair Witch Project fast ausschließlich subtil erzeugt, also nix für Splatterfans! Die schauspielerischen Fähigkeiten sind auch ok, nur die Wandlung von der betrunkenen Miriam fand ich nicht sehr überzeugend, da ihr „Breitheitsgrad“ von Szene zu Szene wechselt. Scheint sie im Auto noch richtig betrunken ist sie kurze Zeit später im Wald wieder topfit. Richtig gut ist die Geräuschkulisse sowie die Musikuntermalung, da diese zum Spannungsaufbau enorm beiträgt, jedoch ist es schade, dass sie manchmal die Stimmen der Schauspieler sehr schwer verständlich macht. Man muss sich hier jedoch auch vor Augen halten, dass es sich um einen Amateurfilm handelt. Fans solcher sollten hier zugreifen.

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