Review

Es dauerte immerhin fast zehn Jahre, bevor Don Coscarelli die wartenden Fans endlich mit einer weiteren „Phantasm“ Episode versorgte. Auch hier hält er sich stark an dem, was Teil eins ausgemacht hatte.


Das war knapp. Eben konnte Reggie Mike noch vor dem Tall Man (Angus Scrimm) retten.
Daraufhin verbringt Mike einige Jahre in der Psychiatrie. Erst als er zugibt, alles sei nur ein Traum gewesen, kommt er frei. Natürlich hat Mike gelogen, er glaubt weiterhin an den Tall Man, ebenso steht er mit dem unbekannten Mädchen Liz in telepathischen Kontakt, die die nächste auf der Liste des Tall Man sein soll. Besagter Tall Man rottet noch eben Reggies komplette Familie aus. Ergo haben beide nur noch ein Ziel, die Vernichtung des Tall Man. Seine Spur zu verfolgen ist nicht schwer, hat er doch schon etliche kleine Dörfer ausgelöscht, die Leichen des Friedhofs ausgegraben und versklavt. Unterwegs nehmen beide noch Alchemy mit, ein Mädchen, was es besonders Reggie angetan hat. Sie fahren in Alchemys Heimatstadt und sollen hier schon bald den Tall Man treffen...


Positiv ist zunächst, dass der zweite Teil von Coscarellis Saga direkt an den ersten anschließt. Wir erfahren noch mal, was im ersten Teil passiert ist, wie Mike durch den Spiegel gezogen wird, begleitet von dem langen “Booooooooooy“ des Tall Man. Sofort knüpft Teil zwei dann an, Reggie kann gerade noch Mike vor den Zwergen retten.
Dann macht Coscarelli einen großen Sprung, Mike ist erwachsener geworden, aber immer noch ganz wild drauf, den Tall Man zu besiegen. Natürlich ist Reggie Bannister auch wieder dabei. Hinzu kommt eine etwas mythisch Idee, dass Mike jetzt telepathische Kräfte hat.

Bis auf diese kleinen Änderungen ist sonst eigentlich alles gleich geblieben wie schon im Original. Tall Man Angus Scrimm beherrscht auch nach fast 10 Jahren immer noch seine Rolle wie eh und je und ist auf der Suche nach neuen Leichen. Viel zu sagen hat er wieder nicht, aber wenn er es tut, ist es schaurig.
„Phantasm II“ hat sicher nicht mehr ganz die Originalität wie der erste Teil, der war einfach neu und innovativ und Teil zwei ist einfach eine weitergesponnene Geschichte, dennoch macht auch „Phantasm II“ Laune, da eben kaum was verändert wurde und Coscarelli seinen Stil weiter durchzieht.
Die F/X sind natürlich schon etwas professioneller, treten etwas zahlreicher auf, bilden aber auch hier nur einen Teil in der „Phantasm“-Welt. Nicht fehlen darf natürlich auch nicht die Musik, auch hier ein fester Bestandteil der Reihe.

Wer erhofft, hier mehr Erklärungen zu bekommen, der irrt. Auch „Phantasm II“ gibt kaum Antworten, man bekommt nur Bruchstücke, die Identität des Tall Man wird auch nicht näher erläutert. So bleiben weiterhin viele Fragen offen, die vielleicht ja im dritten Teil geklärt werden. Jedenfalls dauerte es jetzt nicht mehr so lange, bis ein dritter Teil nachgeschoben wurde. Und ja, den typischen „Phantasm“-Abgang gibt es natürlich auch hier.


Fazit: Warum sollte man etwas ändern, was gut ist? Dies dachte sich auch Don Coscarelli, änderte seinen zweiten Film nur minimal ab und führt die Story chronologisch weiter. Dies hat mir gefallen, denn schließlich möchte ich wissen, wie es weiter geht auf der Suche nach dem Tall Man, andere Ideen braucht es da nicht. Wer Teil eins nicht missen will, kommt auch an Teil zwei natürlich nicht vorbei, schließlich will man wissen, wie es weitergeht. Wir sehen uns also beim dritten Teil...

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