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Ganze neun Jahre mussten die Liebhaber des Originals auf das gelungene Sequel warten. Regisseur und Drehbuchautor Don Coscarelli (Camp der verlorenen Teufel) ließ sich viel Zeit und drehte in den neun Jahren nur das Fantasyabenteuer "Beastmaster". Ansonsten konzentrierte er sich völlig auf "Phantasm II" Ein wenig mehr Budget stand ihm sichtlich zur Verfügung und er musste auch nicht selbst als ausführender Produzent herhalten. Die gierige Filmindustrie hatte an seinem Können Blut geleckt. Aber nur dem als Regisseur, denn bei der Story tuen sich die selben Fragen auf, wie im Erstling. Schon wieder erfährt man nicht mehr über den Tall Man und seine Absichten und überhaupt fällt der gesamte Plot recht überraschungsarm aus. Aber das Tempo ist kontinuirlich hoch, nur sollte man das Original schon gesehen haben, denn "Phantasm II" macht genau dort weiter, wo es vor neun Jahren endete. Nämlich mit Tommy (Michael Baldwin) der fast vom Tall Man entführt wurde, doch Reggie (Reggie Bannister) kann das vereiteln. Das Sequel startet mit ein paar Rückblenden und einem actionreichen Auftakt, bevor wir den erwachsenen Michael (James LeGros) kennenlernen, der gerade aus der Psychatrie entlassen wird.

Doch Mike gibt nur vor, sich die Geschichte mit dem Tall Man (Angus Scrimm) eingebildet zu haben, in Wirklichkeit will er den dämonischen Friedhofswärter vernichten. Zusammen mit Reggie macht er sich auf die lange Suche nach dem Tall Man und in einem kleinen Nest werden die Beiden fündig.
Die Kulisse ist ähnlich gespenstisch wie im Vorgänger. Die verlassene und schon verfallene Kleinstadt wirkt bedrohlich und auch der Friedhof, samt großem Bestattungshaus, fällt sehr unheimlich aus. Der Score wird fast gesamt vom Original recycelt, aber das nimmt man Coscarelli kaum übel, weil die Sounds wirklich spannungsfördernd waren und zudem gut geklungen haben. Also lebt auch "Phantasm II" von seiner Atmosphäre und dem genialen Score. Und vor allem inszeniert Coscarelli lückenlos ohne Durchsacker. Nie bricht die Spannung an oder wird das Geschehen langweilig, aber wendungsreicher dürfte das Ganze schon sein. Dafür hat man den Goreanteil drastisch erhöht. Nicht nur die fliegenden Kugeln des Tall Man verrichten ihr blutiges Werk, sondern Mike und Reggie haben es mit vielen Gegnern zu tun. Der Tall Man hat viele seiner Zwerge um sich versammelt und auch noch das Bestatterpersonal für sich eingenommen.

Dies sorgt für eine Autoverfolgungsjagd und einige Zweikämpfe, die man auch mit Kettensägen austrägt. Hier sorgt Coscarelli auch noch für einige Brutalitäten, wenn ein Bestatter bei lebendigem Leibe im Krematorium gegrillt wird, oder ein Anderer mit Kettensäge und Bohrer malträtiert wird. Ganz besonders das Finale ist sehr lang und zudem actionreich, ganz am Ende legt sich Coscarelli schon den Grundstein für den dritten Teil, der erst sechs Jahre später folgte.
Glücksgriff Angus Scrimm als Tall Man behielt Coscarelli natürlich bei. Erneut ist seine Performance sehr unheimlich, er wirkt hier noch böser und gnadenloser als im Original. Reggie Bannister, auch ein deutlicher Sympathieträger, darf erneut als Reggie ran und diesmal in der Hauptrolle. Er bringt in diesen ernsten Horrorfilm auch ein wenig Humor mit. Nur Michael Baldwin hat ausgedient. Den Part des Mike übernimmt nun James LeGros (Zodiac, Emergency Room), der auch schon einige Schauspielerfahrungen mit einbringen kann. Er verkörpert den erwachsenen Mike wirklich gut.

Ist dem Original ziemlich ebenbürtig. Lückenlos und sehr spannend in Szene gesetzt, lebt das Sequel auch von seiner Atmosphäre und den geklauten, aber brillanten Sounds. Die Darsteller sind absolut glaubwürdig, die vielen Goreffekte sehr blutig, nur die Story lässt mal wieder alle Fragen offen. Trotzdem dürfte sich die lange Wartezeit für Fans damals gelohnt haben.

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