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Nach dem sehr offenen Ende von Phantasm war es nur eine Frage der Zeit bis wir einen zweiten Teil präsentiert bekommen würden. 9 Jahre hat es gedauert bis man die Geschichte, um den Tall Man weiter erzählt hat. Hat sich die Wartezeit gelohnt oder hätte man den großen Mann lieber auf ewig schlafen lassen sollen?

Mike und Reggie haben es sich nach den Ereignissen von Teil 1 zur Aufgabe gemacht, den Tall Man ein für alle Male zu besiegen. Daher reisen sie durch Amerika, der Spur folgend, die der Tall Man hinterlassen hat. Als sie ihn dann endlich finden, beginnt der Kampf Gut gegen Böse von neuem.

Die Story von Phantasm 2 führt die Geschichte rund um Mike, Reggie und den Tall Man sinnvoll weiter. Nachdem ich den Film gleich im Anschluss zu Teil 1 gesehen habe, hätte ich niemals gedacht, dass ganze 9 Jahre zwischen beiden Teilen liegen. Allerdings hätte ich mir mehr Hintergrund zum Tall Man gewünscht. Wer ist er, wieso hat er die Macht über die Phantasm Spheres, was ist sein Ziel und was hat es mit den Zwergen und der Parallelwelt auf sich. All dieses Fragen wurden leider nicht beantwortet, was ich sehr schade finde, da man dadurch eine würdige Fortsetzung hätte schaffen können. Nichts desto trotz hat man sich zumindest bei den Schauspielern, eine deutlich bessere Besetzung ausgesucht. Angefangen bei Mike, der jetzt von einem recht charmanten jungen Mann verkörpert wurde und nicht mehr von einem solch nervigen Jugendlichen. Auch Reggie, der selber Schauspieler wie in Teil 1 kann überzeugen. Angus Scrimm als Tall Man ist allerdings wieder das absolute Highlight und überzeugt von Anfang bis Ende in seiner Rolle.

Die Atmosphäre ist leider nicht ganz so dicht wie in Teil 1, dies kommt besonders daher, dass man die ersten 30 Minuten erstmal die Story etablieren will. Sobald es dann aber konkret um die Jagd auf den Tall Man geht, steigt die Atmosphäre auch immer mehr. Das Ende ist dann wieder Spannung pur und kann voll überzeugen. Die Kamera macht ihr Arbeit gut und die Kamerafahrten über den Friedhof können es mit denen aus Teil 1 aufnehmen. Musikalisch kommt das ganze leider etwas schwächer als Teil 1 daher, weniger kirchliche Gesänge, dafür aber ähnliche Synthieklänge, wodurch der Charme des Vorgängers nicht ganz verloren geht.

Die Effekte, ja die Effekte, hier kann Phantasm 2 auf ganzer Bandbreite überzeugen. Wurde in Teil 1 noch einigermaßen zurückhaltend gesplattert, steigert man sich hier ganz ordentlich. Die Spheres dürfen zwar nur 2 mal wirklich töten und der erste Kill wurde auch noch vor Veröffentlichung geschnitten (der Workprint zeigt wohl den kompletten Kill inkl. Blut), nichts desto trotz gefallen die Morde an sich alle sehr gut. Auch einige eklige Einfälle hat man sich überlegt. Besonders die erste Traumsequenz war richtig schön fies und blutig. Hier hat man sich zusammen mit den Schauspielern am meisten verbessert.

Fazit: Würdiger Nachfolger zu Teil 1, mit besseren Schauspielern und mehr Blut. Ich würde sogar sagen, dass es sich lohnt erst Teil 1 und dann im Anschluss Teil 2 zu schauen, da sich so ein sinnvolles Ganzes ergibt. Alles in allem fand ich Teil 2 zwar weniger atmosphärisch, dafür aber an sich besser.

9/10 Punkten

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