So ein Slasher für zwischendurch, das macht das übrige Kino etwas „fleischiger“.
Leider kann das aber nichts werden, wenn man für solche Fingerübungen die armen Thailänder ranlässt, die mit „Scared – Endstation Blutbad“ einen ganz besonderen Scheißfilm abgeliefert haben, der nur diejenigen zufrieden stellen kann, die schon beim bloßen Gedanken an spritzige Effekte ejakulieren.
„Scared“ ist von einem Haufen absoluter Stümper zusammengestümpert worden, die außer passabel inszenierten Tötungsszenen nun wirklich überhaupt nichts können.
Da ist sogar die membrandünne Story (Altstudis und Erstsemester fahren für eine Initiationszeremonie in den Dschungel und fallen einem brutalem Killer nach und nach zum Opfer) schon fast gehaltvoller als das Erlebnis, das Ergebnis sehen zu müssen.
Der knapp 80minütige Film besteht aus einer fast substanzfreien Aneinanderreihung von Tötungsszenen ohne alles. Weder gibt es Charakterisierungen, noch irgendwelche Tiefe in den Figuren, die uns allen scheißegal sind. Wenn die Buben und Mädeln hier nicht hysterisch auf einander losgehen, jaulen sie in der Gegend rum und lassen sich munter wegflexen, was ja auch irgendwie erleichternd ist.
Regisseur und Crew verstehen leider nichts von Atmosphäre und Spannungsaufbau, sondern klauen nur munter in der Filmgeschichte rum, bedienen sich bei „Battle Royale“ und diversen anderen Slashern und bieten weder Motive noch Motivationen und servieren das alles auch noch komplett ironiefrei.
Hier denkt keiner nach, stellt keiner Fragen (bis der Killer schon vor einem steht) und was das Ganze soll, erklärt uns dann ein ach wie doller Schlußgag, der beweist, das „Big Brother“ seinen Siegeszug um den Planeten nun wohl vollendet hat.
Daß man bei dieser Portion „scheißegal“ bisweilen die Übersicht verliert, wer wer ist und wer denn nun noch am Leben, ist noch das Geringste – das behördliche Desinteresse lässt einen die kargen Heulmonologe sowieso vorspulen, bis wieder gemetzelt wird, was ja immer recht bald der Fall ist.
Das ist auch nötig bei einem Film, der offensichtlich an so vielen Locations aufgenommen wurde, das man auf eine schlüssige örtliche Orientierung fast vollkommen verzichtet, man ist stets nur überrascht, welch Gebäudekomplex da als Nächstes betreten wird, obwohl man vorher und nach nichts davon gesehen hat.
Von den lahmen Trippelschrittfluchtversuchen mal ganz zu schweigen oder dem seligen Augenblick, in dem sich ein Pärchen umarmt, weil der Killer ja anscheinend tot ist, er sich aber in voller Blickrichtung ächzend wieder aufrichtet – was natürlich von dem geplanten Frischfleisch bis zur Schmerzgrenze ignoriert wird.
Ein wahrhaft saublöder und bis zur Agonie amateurhafter Streifen, dessen einziges Pfündchen die pc-unterstützten Splattereffekte sind, die man tatsächlich als gelungen bezeichnen kann.
Ansonsten bin ich hier mal für das Verbrennen von Filmen. (1/10)