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Haze soll wehtun, Haze soll schockieren, aber vor allem verwirrt und irritiert Haze. Der Zuschauer wird zu Beginn, ebenso wie der namenlose Hauptdarsteller ins sprichwörtliche "kalte Wasser" geworfen. Ohne Erklährung, ohne Licht, ohne Platz, dafür aber mit einer Reihe von Fragen: "Was ist passiert ?", "Wie komme ich hierher ?" und viel wichtiger "Wie komme ich wieder aus dieser schier ausweglosen Situation !?!"

Gerade am Anfang wirkl Haze wie eine fiese Extrem-Version von Cube. Die wirklich kurze Dauer von 48 Minuten lässt darauf schließen, dass dem Film weder das Tempo noch die Ideen ausgehen. Während sich also John Doe (ich wüßte kaum, wie ich sonst nennen könnte) seinen aufreibenden Weg durch die wenige Zentimeter breiten Mauer-Spalten eines Was-weiß-Ich bahnt, rätselt, fiebert und leidet der Zuschauer mit. Gerade eine Szene (ich sag nur Rohr) schmerzt dabei wirklich sehr, obwohl man nichtmal allzuviel sieht. Im Grunde der stärkste, weil auch mit ein bisschen fieser Ironie versehene, Moment des ganzen Films.

Seltsamerweise gelingt es Haze jedoch tatsächlich ab einem gewissen Zeitpunkt (etwa die 35. Minute) zu langweilen. Die - leider - sehr esoterisch angehauchte Story verlangt gegen Ende einige Mono- und Dialog-Szenen, die den Film deutlich an Tempo und vor allem Spannung berauben. In dem Moment als Doe der ebenso namenlosen Frau begegnet, beginnt der Film irgendwie unerträglich langatmig zu werden. Viel schlimmer allerdings traf mich die etwas zu triviale Auflösung, die zwar dermaßen unzusammenhängend geschnitten wurde, dass sie im ersten Moment verwirrt und den Zuschauer mit seinen Interpretationen des Ganzen erstmal alleine lässt, sich aber spätestens nach ein wenig Nachdenken erklären lässt. Vielleicht braucht es auch deshalb so lange, weil man hofft dass die offensichtlichste Lösung doch nicht die vom Drehbuchautor beabsichtigte ist. Das was übrigbleibt ist die enttäuschende Erkenntnis, hier eine Anfangs wirklich interessante Variation eines abgetakelten Themas gesehen zu haben. Vor allem gegen Ende fällt auch noch die wirklich billige Produktionsweise des Films auf, und die tut ihm - im Gegensatz zu mach anderen Low-Budget-Produktionen - alles andere als gut.

Ehrlich gesagt hat mir dann, obwohl man Hollywood ja nicht unterstützen soll, Silent Hill doch besser gefallen, der eine sehr ähnliche Auflösung bereit hält, sie aber optisch definitv ansprechender präsentiert. 6,5/10

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