Vielversprechender Beginn der leider äußerst kurzlebigen Filmkarriere von Do Hoi-sang, der sich in seinem Debüt der engen Verwandtschaft von Historizität und vorherrschender Modernität im Stil eines preiswerten Mr. Vampire 2 oder Magic Cop und in diesem Umfeld auch mit zeitgebundenen gesellschaftlichen Einstellungen bemüht. Dabei gilt das Übersinnliche in der ansonsten eher im Faustrecht des B - Action Filmes angesiedelten Geschichte eher als würzende Note, als positiver Beigeschmack einer auch ansonsten mehr als soliden, ja doch (leicht) überdurchschnittlich erfreulichen Begebenheit. Ein Kleinkunstspektakel als Action - Horror - Comedy mit offenen Gattungsgrenzen und aktualisierten Individualzustand:
Daheim mit seinem um die Freundin May [ Maryanna Yip San ] buhlenden Onkel Chau Shi-kwang [ für die Scherze zuständig: Charlie Cho ] gestraft, ergeht es Wu Fan-yin [ Chin Siu-ho ] auch auf der Arbeit nicht wesentlich besser. Denn eigentlich bloß als Chauffeur für den Geschäftsmann Tanakawa [ Hung Fung ] angestellt, muss er sich nach dessen schiefgegangenen Transaktionen um eine Zielvorrichtung für Raketenmissiles mit Mao [ Tong Kam-tong ] vermehrt mit dessen Schergen [ u.a. Jeffrey Falcon, Suen Kwok-ming und Mang Ding-goh ] herumschlagen. Weiterer Ärger droht bald in Form der Taschendiebe Shortie [ Gabriel Wong ] und Little Sister [ Loletta Lee ], die sich im Auftrag des eigentlich auch für Tanakawa beschäftigten Crocodile [ Robert Mak ] der 2 Mio USD wertvollen Beute bemächtigen. Sowie des rachsüchtigen Geistes Rainy To [ Liu Gin-ling ], zu deren Beseitigung die Experten Mentor Old Drunk [ Ku Feng ] und Protege Yihon [ Hon Gwok-choi ] angeheuert werden.
Erstaunlicherweise wirkt in der Handlung nur wenig bis kaum rückwärtsgerichteter Zeitbezug und vielmehr eine aktuelle, sogar nach vorn und auf Kommendes schauende Blickrichtung auf die Figuren ein und den allgemeinen Kampf um Hab und Gut aus. Groß in Mode ist nicht der Taoismus und seine hier und anderswo üblichen Zutaten um die Küchenmagie von Feng Shui, Yin & Yang, Possession und Exorzismus, sondern vielmehr die scheinbar weit verbreitete Heimatlosigkeit sowie der Drang nach der Fremde. Nicht nur, dass die bis zuletzt noch agierenden Personen allesamt nicht aus HK selber stammen, sondern von woanders her eingereist und so schon quasi nicht mit dem derzeitigen Schauplatz verwurzelt sind, auch haben sich (mittlerweile nach einer Phase des vermehrten bodycounts) ihre Bezugspersonen (in der "road to hell") aufgelöst und steht überhaupt der Drang nach einem anderen Ort im Vordergrund. Emigration ist zumindest anfänglich mit das hauptsächliche Schlagwort der Geschichte, wird der Frust der Gegenwart und die Angst vor '97 immer wieder direkt und indirekt erwähnt und setzt sich dieses auch als Hauptmotiv der dramaturgischen Symbolik für allerlei gefährliche Aktionen zwischen Zeremoniellaltar und Schrottplatz fest.
Der Einfluss der Übernatürlichkeit ist so bis auf das ausufernde Spektakelfinale nur ein geringer Zusatz, mit angenehmen Eigenschaft der Durchmischung von Zeiten, Traditionen und Genres und dadurch auch der Anreicherung des filmischen Menüs sicherlich, aber eben doch nur als kleine und kleinbleibende Teilnahme von Ritualität und Theatralität. Überhaupt ist der Film eine mit eigentlich einfachen Mitteln verfeinerte Schaubühne, die ihre eigene kulturelle Identität, selbst in den Füllszenen (d.h. die Kabbeleien von Neffe und Onkel um die gleiche Frau und ihre unterschiedlichen, sich oft gegenseitig ausstechenden Versuche der Anbandelung) noch halbwegs Geschmack und Interesse und auch sonst das nötige Gespür für Kurzweil und Zerstreuung besitzt. Dabei ist ein ähnlicher Gestus wie auch im filmographisch nachfolgenden Wai's Romance (1994) deutlich spürbar, wird dort die gleichso komödiantisch angehauchte Kultivierung von Alt und Neu allerdings mit bald langweilig werdenden Sex-, und hier mit ihre Anregung und Ästhetik aufrecht erhalten könnenden Actionszenen gefüllt. Eine Kostform der Abwechslung aus einem überbordenden, aber noch unter Kontrolle gehaltenen Besetzungsensemble, manchen verbalen Streitduellen plus der physischen Aktivität und Attraktivität von Martial Arts und Waffengang; ein Service verschiedener Zwiesprachen von Wortwitz über altehrwürdiges Kung Fu bis hin zum gegenseitigen, zweckhaft konkreten Austausch von Patronen und Feuerbällen.
Eine Freude am Spiel aller Beteiligten an diesem Happy Together [ AT ] und trotz ökonomischer Notwendigkeiten auch eines gewissen Ehrgeizes von Director Do und seiner Actionchoreographen Austin Wai und Chan Lau sind dabei durchgängig zu vermelden, eine leichte Aufführungssituation gespickt mit ständigen und auch ständig leichtbekömmlichen Hin und Her von Rede und Gegenrede und Aktion und Reaktion. Die Wort- und Ortswechsel mit den Mitteln der Komödie bis hin zum harmlosen Slapstick, die Schlagabtäusche in einem trockenen und erfreulich sorgfältigen Gestus plus dem Können von Akteur und Stuntman gesegnet. Richtige money shots oder eine wahrlich aufwändige Gestaltung lassen sich schon getreu der Finanzierung natürlich nicht vermelden, wird sich dafür aber in etwas längeren Einstellungen und trotzdem gewissenhaften und gleichzeitig vergleichsweise forscheren, nicht gleich aus der Prügelattacken in das sensuelle Bewusstsein hinein absolviert.