Review

Weite Teile des Tierhorrors sind bereits abgedeckt, ob es nun Haie, Ratten oder Spinnen sind, nahezu jede Gattung wurde bereits zur Bedrohung für den Menschen. Ich warte zwar immer noch auf mutierte Giraffen oder bissige Gewittertierchen, aber fürs erste tun es auch Wespen.
Und hätte es nicht schon angriffslustige Bienen in ähnlicher Form gegeben, läuft auch dieser Insektenhorror nach Schema F ab, ist deshalb aber nicht minder unterhaltsam.

Dafür begeben wir uns nach Dundas, einer Kleinstadt im südlichen Indiana.
In einem Forschungslabor entwickelt Kent (Michael Shanks) ein neuartiges Pestizid und testet es an Wespen. Die Mischung stimmt noch nicht so ganz, denn das Zeug lässt zwei von ihnen besonders aggressiv werden. Genau diese Wespen brechen aus und sorgen für zwei Todesfälle. Derweil borgt sich Schädlingsbekämpfer Q (Richard Chevolleau) fatalerweise das gleiche Pestizid aus, um ein Wespennest unschädlich zu machen. Damit löst er eine Riesengefahr für die Bewohner Dundas aus, denn gerade steht der große Hamburgerwettbewerb an und lockt mit dem Grillfleisch den immer größer werdenden Wespenschwarm an.
Kent, Q und eine Entomologin versuchen, die Katastrophe zu verhindern.

Ach, es ist so wunderbar vorhersehbar und verläuft ohne jegliche Überraschung nach den üblichen Mustern des Tierhorrors ab: Ein Gift ist schuld an der Misere, eine Kleinstadt braucht Publicity, ein Bürgermeister und der Polizeichef wollen die drohende Gefahr ignorieren und eine Handvoll unerschrockener Helden sucht ein Gegenmittel.
All diese Zutaten, die spätestens seit „Jaws“ immer wieder verwendet werden, ergeben auch hier einen dünnen Storybrei.
Allerdings nimmt sich der Film selbst nicht allzu ernst und streut ein paar Gags mit ein, wie einen fiesen Werbecowboy, dessen Ableben natürlich besonders ausgiebig zelebriert wird.
Auch die Tatsache, mit einem riesigen Gewehr eine einzelne Wespe erlegen zu können, fördert die gute Laune des Zuschauers.

Bei den Aufnahmen der Insekten handelt es sich überwiegend um computergenerierte Viecher, die gar nicht mal so schlecht ausschauen. Dazu kommen einige Makros realer Wespen, die häufig mit den CGIs zu einem Bild vermengt werden, wodurch ihr Erscheinungsbild ein wenig realistischer wirkt. Demgegenüber ist der Schwarm eher belustigend, wenn er sich zielgenau zum nächsten Opfer bewegt, klingt das zuweilen wie ein kleiner Helikopter. Auch die subjektive Sicht der Wespen, durch einen grellen Farbfilter in Orange eingebettet, sorgt für Erheiterung, da hier maßlos übertrieben wurde und auch wenn einige rasante Kamerafahrten gelungen sind, wird diese Sichtweise im Verlauf etwas überstrapaziert.

Da Wespenstiche bekanntlich keine Blutspuren hinterlassen, musste die FX einige Quaddeln auf die Haut der Opfer zaubern, was ebenfalls recht gelungen ist. Nur eine besonders böse Wespe sorgt für einen Splattereffekt, indem sie ein Auge aushöhlt.

Genetisch veränderte Wespen pieksen sich durch eine klischeebeladene, amerikanische Kleinstadt. Anspruchsvolle Cineasten werden ohnehin gleich abwinken, aber der genügsame Tierhorrorfreund wird hier ordentlich gefüttert.
Sogar die Musik fördert ein paar halbwegs spannende Momente und kündigt das Unheil an, bevor sich der Wespenschwarm über den nächsten Grillmaxe hermacht.
Die Unsympathen bekommen alle ihren Stich ab, die Helden dürfen triumphieren und der obligatorische Cliffhanger behält sich eine Fortsetzung vor.

Am Ende ist der Genrefreund zufrieden, es wurden ein paar Alarmpheromone ausgeschüttet und beim nächsten Grillen achten wir etwas besser auf unser Happi.
Überraschend ist dieser TV-Film zwar nicht, aber die Zeit verging…wie im Fluge.
6 von 10 Punkten

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