Archie & Harry…
...ist nette Unterhaltung ohne Höhen und Tiefen oder dem besonderen Etwas. Mit Ausnahme der Grundidee vielleicht, die zumindest damals noch neuer gewesen ist, seit dem aber unzählige Male auf gleichem Niveau kopiert wurde. Man nehme ein paar Altstars und spiele genau mit der Tatsache, dass der durchschnittliche Zuschauer aus seiner eigenen Filmerfahrung noch weiß, mit was für ehemaligen Helden wir es zu tun haben.
Burt Lancaster und Kirk Douglas machen ihre Sache dann auch nicht schlecht, aber selbst die schnellen Schnitte können nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Alter an den beiden schon damals recht stark genagt hatte und so kommt es doch zu der ein oder anderen unfreiwillig komischen Szene. Weniger wäre da wohl mehr gewesen.
Gerade bei Archie (Douglas) wird das Ganze noch weiter übertrieben, was zu einem völlig unpassenden Diskoauftritt führt und selbst vor einer jungen Geliebten keinen Halt macht, die sich vielleicht ein wohlhabender oder berühmter Mann in dem Alter, sei es mit Geld oder seiner Popularität kaufen kann, deren Interesse aber bei der hier verkörperten Rolle, eines verarmten Exknackis, mehr als unglaubwürdig wirkt.
Dennoch kommen von Archie die humoristischen Highlights des Films, die zumindest teilweise wirklich zünden und bei der Stange halten. Ständig gerät er in Konflikt mit dem Establishment und den Erwartungen der Gesellschaft an seine Person. Er, der Draufgänger soll Geschirr waschen und Leute bedienen. Natürlich geht das nicht lange gut und Archie sehnt sich nach den alten Zeiten.
Währendessen ist Harry (Lancaster) eher die beschaulicheren Töne zuständig. Bedächtig und glaubhaft wird hier eine Beziehung zwischen ihm und einer anderen Bewohnerin des Altersheims aufgebaut, die beide sehr zu genießen scheinen. Viele Gespräche und gemeinsame Tanzstunden lassen ein echtes Band zwischen ihnen entstehen. Da ist es dann im weiteren Verlauf der Dinge umso verwunderlicher, dass auch Harry unzufrieden mit seiner Situation sein soll.
Eli Wallach hätte mit seiner Rolle als total durchgeknallter Killer sicher noch für den ein oder anderen Schmunzler sorgen können, hat aber leider zu wenig Screentime bekommen, was er durch gelegentliches Overacting wieder „wettgemacht“ hat.
Die Filmmusik entstammt weitestgehend dem Synthesizer. Fühlt man sich dadurch am Anfang noch angenehm an die 80er erinnert, wird es vor allem wegen der Eintönigkeit auf Dauer doch eher anstrengen. Zumindest musikalisch hatte der oben bereits erwähnte Diskobesuch dann doch etwas Gutes, man kann einen frühen Auftritt der Red Hot Chilli Peppers bestaunen und amüsiert feststellen, dass selbst an solchen Ikonen der Popgeschichte die Geschmacksverirrungen der 80er nicht vorbeigegangen sind.
So bleiben ein paar nette Szenen, mit sympathischen Darstellern und glatte 6/10 Punkte.
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