Allenthalben gibt es Höchstnoten für "Forrest Gump",sechs Oscars scheinen eine deutliche Sprache zu sprechen.Ich kann dem Film allerdings nichts abgewinnen .Ich hasse solche "vom Tellerwäscher zum Millionär Märchen".Der Film trieft so vor Ideologie,daß es weh tut.Ich war kürzlich wieder mal in New York,dieser Film ist ein Schlag mitten ins Gesicht des dortigen Elends.Auch in Tom Hanks own country gehen Blöde vor die Hunde und haben keine Chance,es sei denn sie werden Präsident .
An der schauspielerischen Leistung von Hanks ist nichts auszusetzen,die ist in Forrest Gump wirklich außergewöhnlich.Wie immer ,ist man geneigt zu sagen.Leider spielt Hanks zumeist den Saubermann der Nation.Das ist mir zu eindimensional.Filme mit ihm bieten keine Überraschungseffekte bzw. null Innovationspotential.Ich will intelligent unterhalten werden.Ich will von einem Film gefordert werden.Ich will neue Welten entstehen sehen.Ich will ausdifferenzierte Charaktere.Mainstreammist gibt es genug.Das gilt für Musik,Literatur,die Kunst ganz allgemein und auch für das Teilgebiet Film.
Forrest Gump ist sicherlich kein schlechter Film,aber mir ist er zu naiv.Und wirklich gute Filme haben einfach den Anspruch mehr als gute Unterhaltung zu sein.Das naive Buch und die uninspirierte Regie halten mit dem technischen Aufwand ,der in "Forrest Gump" betrieben wird,nicht Schritt. Nur in Ansätzen stellt sich Reflexion und ironische Brechung des Zeitgeschehens ein. Der Kritik im movie-bazaar kann ich nur zustimmen: "Die unterschwellige Tendenz, daß Hippies brutale, tumbe, nur an Drogen interessierte Parasiten sind, und stramme Soldaten wie Gump mehr Anerkennung verdient haben, ist doch etwas seltsam...".
Sechs Oscars ,aber von mir nur mickrige zwei Punkte.