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"Meine Name ist Forrest, Forrest Gump." - Nach James Bond ist das wohl die bekannteste Vorstellung einer Filmfigur. So gut wie jeder kennt "Forrest Gump" und ist beeindruckt von diesem Werk. Dem kann ich mich eigentlich nur anschließen, denn der Film ist nicht der gewöhnliche Hollywood-Kitsch, der nur auf die Tränendrüse drücken soll, sondern erzählt die wunderbare Lebensgeschichte des Forrest Gump.

Zunächst beginnt die Story mit dem kleinen Forrest im zarten Einschulungsalter. Er hat einen Intelligenzquotienten von 75 und muss Beinschienen tragen. Für Forrest scheint es eine schwere Zeit zu sein, wäre da nicht Jenny, in die er sich verliebt. Die beiden sind wie Pech und Schwefel, aber vorerst nur auf freundschaftlicher Ebene. Allerdings werden Hänseleien von anderen Kindern (später Jugendlichen) seines Alters für Forrest durch Jenny zur Nebensache. Durch seine Schnelligkeit wird er zudem später ins Football-Team aufgenommen und rast bei den Spielen immer förmlich über das Feld. Nach der Schule stehen ihm aber noch sehr viele Abenteuer bevor. Forrest wird unter anderem in die US-Armee eingezogen und muss in den Vietnamkrieg ziehen, wo sein bester Freund "Shrimp" Bubba ihm zur Seite steht.

In diesem Abschnitt wird der Streifen kurzzeitig zu einem Kriegsfilm. Denn bei einem Einsatz im vietnamesischen Dschungel befindet sich Forrest mitten im Schlachtfeld, in dem einige Soldaten auch ihr Leben lassen. Die Kriegsszenen wurden erstklassig in Szene gesetzt und sparen nicht mit Explosionen und sind in ein bis zwei Einstellungen recht hart für eine 12er Freigabe.
Nach diesem Einsatz muss Forrest nicht mehr in ein solches Gefecht, sondern konzentriert sich in der Armee aufs Tischtennisspielen. In seinem weiteren Leben wird er auch noch viele Kilometer einfach nur so laufen, sowie andere eigenartige Sachen bewerkstelligen und Ereignisse miterleben. Seine Jugendliebe Jenny spielt in seinem Leben eine wichtige Rolle, denn Forrest ist in Gedanken immer bei ihr. Im Verlaufe des Filmes finden die Wege der beiden immer wieder zusammen; leider trennen sie sich aber oftmals auch genauso schnell wieder. Der Zuschauer fühlt dabei stets mit Forrest, wenn er mal wieder einsam ist und an Jenny denkt.

Neben der Lebensgeschichte stehen auch viele kurze Zeitepochen der modernen Welt im Vordergrund. So macht Forrest beispielsweise die Rock 'n' Roll- und Hippiezeit durch und erlebt intensiv, wie sich Personen, wie beispielsweise Jenny, verändern.
Ganz witzig gemacht sind die zahlreichen Verknüpfungen in Gumps Leben zu berühmten Persönlichkeiten. Da wären Elvis Presley, Präsident Nixon, Präsident Kennedy oder John Lennon um nur einige zu nennen. Des weiteren baute man den Ku-Klux-Klan, die Entstehung des Ausdrucks "Shit Happens" oder eine Art Smile-Erfindung in den Film ein, welche ganz amüsant wirken.
Tom Hanks schauspielerische Leistung ist wirklich genial, was der Oscar nur noch unterstreicht. Er stellt den etwas dümmlichen, aber doch sympathischen Forrest Gump in allen Lebenslagen sehr charmant und herzenswarm dar. Seine Besetzung für diese Figur war ein Glücksgriff. Aber auch der Rest der Darstellerriege enttäuscht keineswegs; besonders gut gefiel mir auch Gary Sinise als Lt. Dan.

Das Leben ist wie ein Gebirge, es gibt Höhen und Tiefen. Jeder Mensch hat mit ihnen zu kämpfen. "Forrest Gump" ist deshalb ein Film über das Leben, das Spaß und Freude mit sich bringt, aber auch den Tod von nahestehenden Personen, sowie Probleme (wie etwa mit dem Alkohol, die Jennys Vater hat) und leider manchmal unvermeidbar auch Gewalt. Trotzdem: "Life must go on" und Forrest Gump ist die Person, die uns dazu bringen soll, wieder über den Zauber des Lebens nachzudenken.

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