WWII-Spionage-Thriller gibt’s wie Sand am Meer. Davon ist eine Handvoll brauchbar und eine unüberschaubare Menge vollkommene Grütze. „Wie ein Licht in dunkler Nacht“ ist einer jener Filme des Prädikats „Grütze“.
Die deutschstämmige Halbjüdin Linda Voss (Melanie Griffith) lebt im New York der 40er Jahre und ist – wie so viele andere – entsetzt über die Geschehnisse jenseits des Atlantiks. Wie der Zufall es so will, wird sie Sekretärin beim Anwalt Ed Leland (Michael Douglas), der – so stellt es sich wenig später heraus – Oberst beim amerikanischen Geheimdienst ist. Und nach einiger Zeit bekommt Linda die große Chance, ihren eigenen Beitrag zum Sieg der Alliierten über die Deutschen zu leisten: Sie wird als Spionin in den Haushalt eines wichtigen Entscheidungsträgers des Deutschen Reiches eingeschleust…
In „Shining Trough“ basiert so vieles auf Zufall und Logiklöchern wie es mir selten zuvor untergekommen ist. Zufällig bekommt Linda ausgerechnet den Job bei Leland, ganz zufällig entdeckt sie, dass dieser nicht nur Anwalt ist (Lindas Begründung hierfür ist schon einen gehörigen Schenkelklopfer wert) und natürlich ist sie auch ganz zufällig zugegen, wenn es darum geht, eine neue Lösung zur Infiltrierung der Deutschen zu finden. Und prompt bekommt sie den Job, weil sie so prima Apfelstrudel machen kann!
Dass eine unbedarfte Sekretärin für eine der wichtigsten Missionen des Zweiten Weltkriegs zur Spionin gemacht wird, ist natürlich auf voller Linie nachvollziehbar… Was hat man auch schon zu verlieren? Ausbildung gibt’s natürlich vorher auch keine, lediglich die Bedienungsanleitung einer Mikrofilm-Kamera wird der toughen Blondine unters Kopfkissen gelegt. Ins Haus des Nazis Horst Drescher (Ronald Nitschke) kommt Linda dann auch ohne weitere Probleme, die Gestapo scheint die unbekannte, angeblich aus Düsseldorf stammende Köchin einfach nur freundlich durch zu winken. Selbstverständlich…
Auch alles, was jetzt so als Folge dieser Konstruktion geschieht, wirkt unlogisch und grotesk, es wird einem als Zuschauer schier unmöglich gemacht, dem Geschehen überhaupt noch Glauben zu schenken. Und das ist – neben dem mediokren Schauspiel von Melanie Griffith und Michael Douglas, die beide so wirken als wüssten sie bereits welcher Mist beim Dreh zu „Wie ein Licht in dunkler Nacht“ herauskommt – die Achillesferse des ansonsten technisch recht ordentlich inszenierten dreifachen „Razzie“-Gewinners (Schlechtester Film, Schlechteste Regie, Schlechteste Hauptdarstellerin 1993).
Die eingeflochtene Romanze versucht sich schließlich – als Sahnehäubchen auf das ohnehin schon Missglückte – eher daran, die Klassiker des Genres reihum mehr schlecht denn recht zu zitieren („Casablanca“ wird dem Zuschauer hier mehr als einmal in Erinnerung gerufen), als eigene Wege zu gehen.
Das ist alles einfach zu viel des gut Gemeinten und schlecht Gekonnten, David Seltzer kann’s sicherlich besser, Michael Douglas war und wird nie ein Humphrey Bogart und Melanie Griffith und Ingrid Bergman scheinen auch nur eine Gemeinsamkeit zu haben: das gute Aussehen… Wer tatsächlich mal auf ein Licht in dunkler Nacht angewiesen sein sollte, wird andernorts eher fündig als hier: das Licht dieses Filmes verglimmt bereits nach sehr, sehr kurzer Zeit… 2,5/10